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Albstadt Süße Träume beim Zahnarzt

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"Move with Nature" haben diese Schüler das Auto getauft, mit dem sie den Straßenverkehr revolutionieren würden. Foto: Schwarzwälder Bote

Wohl dem, der Englisch kann: "Start-up BW Young Talents" lautete der Titel eines Schülerwettbewerbs, der am Mittwoch in der Tailfinger Technologiewerkstatt ausgetragen wurde. Es ging um innovative Geschäftsideen und fiktive Firmengründungen.

Albstadt-Tailfingen. "Young Talents" lässt sich relativ umstandslos mit "junge Talente" ins Deutsche übersetzen; bei "Start up" wird die Sache schon schwieriger. Die deutsche Entsprechung "Existenzgründung" wirkt nicht nur schwerfällig und unsexy; sie transportiert auch nicht den ganzen Inhalt: Zum "Start-up" gehört nicht nur die Absicht, sich selbstständig zu machen, sondern auch die genial einfache Geschäftsidee, auf die man erst mal kommen muss, der raketengleiche Aufstieg aus dem Nichts und das Versprechen, sehr schnell viel Geld zu machen. Das Konzept ist ein amerikanisches, macht aber längst auch in Deutschland Schule.

Und zwar buchstäblich. Beim "Start-up BW Young Talents" in der Technologiewerkstatt präsentierten acht Schülergruppen von der Onstmettinger Schillerschule, der Ebinger Schlossberg-Realschule und dem Progymnasiums Tailfingen innovative Geschäftsideen, die sie sich selbst ausgedacht, einen Vormittag lang entwickelt und um Gründungs-, Finanzierungs-, Marketing- und Werbestrategien ergänzt hatten. Die trugen sie am Mittwochnachmittag einer vierköpfigen Jury, bestehend aus Albstadts Oberbürgermeister Klaus Konzelmann, Robert Kling, Vorstandsmitglied der Volksbank Albstadt, dem Pfeffinger Steuerberater Holger Roth und Julian Schmid-Lorch von der Firma Ernst Lorch, vor.

Wie sich zeigte, waren die sogenannten "Pitches" - nächster Anglizismus – nicht ganz von der Art, dass man mit ihnen ohne weiteres beim Firmenkundenberater der Bank vorstellig werden könnte. Robert Kling stellte dennoch interessierte Fragen, und auch die anderen Juroren fanden es erfrischend, dass die Schüler sich nicht mit dem Backen kleiner Brötchen begnügten. Das erste Projekt, eine Einkaufshilfe samt Begleit- und Verpackungsservice für gestresste Marktkunden wirkte noch vergleichsweise bodenständig. Team zwei und drei hatten sich unabhängig voneinander mit der Frage befasst, wie Menschen mit physischer Behinderung wieder Kontrolle über ihren Körper und Normalverbraucher übermenschliche Kräfte erlangen könnten. Ihre Lösungen, hier ein "Exo-Skelett" mit Chip-Einsatz, dort ein Spezialanzug mit Namen "Worker 9000", mögen technisch nicht ganz ausgereift sein, aber was nicht ist, kann ja noch werden.

Buchstäblich nach den Sternen griff Team acht – es plant eine Alteisensammlung im All: Satelliten sollen hochwertigen und herrenlosen Weltraumschrott einsammeln und aus dem Orbit zurück auf die Erde befördern – die Juroren äußerten leise Kritik an der Kosten-Nutzen-Relation. Zur Müllhalde droht nicht nur der Weltraum, sondern auch das Weltmeer zu verkommen; Team sechs will dagegen mit aus organischem Material bestehenden Einkaufstaschen angehen.

Alle diese "Pitches" ernteteten das Lob der Juroren; als preiswürdig wurden indes diese drei erachtet: Der Preis für die beste Präsentation ging an ein Liftsystem für den barrierefreien Einkauf von Menschen mit Behinderung, das Team fünf mit pantomimischer Einlage und einem Legomodell vorstellte, der Preis für die innovativste Idee an das Automodell "Move with Nature", mit dem Team sieben Abgas- und Energieproblem zu lösen hofft. Es kombiniert Elektrolyse und Brennstoffzelle direkt im fahrbaren Untersatz.

Den Vogel in Gestalt des Hauptpreises schoss jedoch Team vier mit seinem "VR-Operationsstuhl" ab: Während der Zahnarzt bohrt und der Röntgenarzt das Fußgelenk verdreht, wird der Patient in eine Traumwelt virtueller Realitäten entführt und nimmt die eigenen Schmerzen nur ganz am Rande wahr. Team vier besteht aus Silas Hörz, Philipp Schlampp und Lamar Gebler von der Schlossberg Realschule und hat die nächste Runde von "Start-up BW Young Talents", den Regionalwettbewerb, erreicht – der sogenannte "Elevator Pitch" geht am 27. April in Stuttgart über die Bühne.

Die Landeskampagne "Start-up BW" des Wirtschaftsministeriums versucht, die Start-up- Szene im Land stärker in den Fokus der Öffentlichkeit rücken und Gründungsinteressierten Mut machen. Das Projekt "Young Talents" setzt dabei schon in der Schule an; es versucht Schüler zu animieren, sich mit dem Thema Gründung zu befassen und zu überlegen, wie sich Probleme zugleich kreativ und lukrativ lösen lassen. Betreut wird das Projekt vom Steinbeis-Innovationszentrum Unternehmensentwicklung an der Hochschule Pforzheim.

 

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Karina Eyrich

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