Drohen am Ende doch leere Becken in den kommunalen Bädern Albstadts? Die Zukunft wird es zeigen. Foto: Archiv-Foto: Eyrich

"g1" und die Albstadtwerke befinden sich heftig im Clinch miteinander. Am Dienstag sucht Aufsichtsrat nach Lösung.

Albstadt - Bäderbetreiber "g1" und die Albstadtwerke sind sich uneins über die Grundlagen ihrer Zusammenarbeit; "g1"-Chef Marcus Steinhart erwägt, den Betriebsführungsvertrag für die kommunalen Bäder zu kündigen.

Die Geschäftspartnerschaft zwischen den Albstadtwerken und "g1" betrifft zum einen das badkap, das "g1" gepachtet hat, und zum anderen die kommunalen Bäder in Ebingen, Tailfingen und Onstmettingen – hier besteht kein Pachtverhältnis; "g1" hat jedoch die Mitarbeiter, rund 20 an der Zahl, übernommen und erhält dafür einen Betriebskostenersatz: 26 Euro pro Mitarbeiter und Sollarbeitsstunde, sagt Steinhart, seien vereinbart und bis vor kurzem auch von den Albstadtwerken gezahlt worden.

Jetzt aber versuche der neue Geschäftsführer Thomas Linnemann die Geschäftsgrundlage zu ändern, den Stundensatz auf 20 Euro zu drücken und eine geringere Sollstundenzahl durchzusetzen. Außerdem solle die Vertragslaufzeit von einem auf sieben Jahre erhöht werden.

All das lehnt Steinhart ab, beruft sich auf bestehende Verträge und droht mit der Vertragskündigung zur Jahresmitte. Womit sich die Frage stellt, was aus den Mitarbeitern würde – auch sie beantworten die beiden streitenden Parteien unterschiedlich: Steinhart erklärt, laut Betriebsführungsvertrag seien die Albstadtwerke verpflichtet, die Mitarbeiter wieder zu übernehmen oder ihnen im Falle einer betriebsbedingten Kündigung eine Abfindung – einen Monatslohn pro Dienstjahr – zu bezahlen.

Da etliche Mitarbeiter schon seit längerem im Dienst der Albstadtwerke respektive von "g1" stehen, könne das ins Geld gehen.

Am Dienstag trifft sich der Aufsichtsrat der Albstadtwerke

Die Albstadtwerke dagegen sehen die Verantwortung bei "g1": Vertragliche Vereinbarungen, so Thomas Linnemann, würden peinlich genau beachtet, aber als vertragliche Vereinbarung sehe er nur an, was schriftlich fixiert sei. Dass Mitarbeiter wieder von den Albstadtwerken übernommen oder aber abgefunden würden, stehe allein im badkap-Pachtvertrag und sei für den Fall einer Insolvenz vereinbart.

Der Betriebsführungsvertrag für die kommunalen Bäder sehe dagegen vor, dass die Verpflichtungen, die Steinhart jetzt den Albstadtwerken zuweisen wolle, nach Ablauf von zwei Jahren an "g1" übergingen. Diese zwei Jahre endeten zur Jahresmitte; danach sei "g1" in der Pflicht.

Was nun? Am Dienstag tagt der Aufsichtsrat der Albstadtwerke; sollte man sich dort nicht einigen, dann erwägt Marcus Steinhart, die Anwälte einzuschalten. Die hätten wohl auch zu klären, was tatsächlich im Betriebsführungsvertrag steht und wer sich nach seiner Kündigung um die Mitarbeiter kümmern müsste.

Die andere Frage ist, was im Juli aus Albstadts Bäderlandschaft wird, falls "g1" tatsächlich kündigt. Steht sie zur Disposition? "Nein", sagt Thomas Linnemann. Doch dann müsste wohl ein neuer Betreiber her – die Albstadtwerke scheinen nicht gesonnen, diese Rolle noch einmal langfristig zu übernehmen.