Zeitlebens engagiert und tatkräftig: Helmut Merz ist mit 73 Jahren gestorben. Foto: Archiv Foto: Schwarzwälder-Bote

Trauer um Helmut Merz: Der Ortsvorsteher a. D. war einer der beliebtesten Onstmettinger

Von Karina Eyrich

 

Albstadt-Onstmettingen. Einer der verdienstvollsten Onstmettinger ist in der Nacht zum Sonntag verstorben: Helmut Merz, der bis dato langjährigste Albstädter Ortsvorsteher, wurde nur 73 Jahre alt.

"Omo" – das Kürzel stand für "Ortsvorsteher Merz Onstmettingen" – haben seine Mitbürger ihn liebevoll genannt: Helmut Merz, der geborene Tailfinger, zog nach seiner Heirat 1958 in den Heimatort seiner Frau Renate, geborene Bettighofer. 1964 trat der gelernte Industriekaufmann in die Dienste der Onstmettinger Bank, rückte 1979 gar in den Vorstand auf.

Seine Wahl in den Gemeinderat Onstmettingen lag damals schon acht Jahre zurück; sein vielseitiges Können, sein großer Einsatz und seine hohes Ansehen, das er als Mensch genoss, brachten im bei der Stadtgründung 1975 den Posten des ersten Ortsvorstehers ein – durch Ernennung. Dass er bei sämtlichen darauffolgenden Ortschaftsratswahlen die meisten Stimmen holte, überraschte wohl niemanden, der ihn kannte. Merz engagierte sich für seinen Ort wie kaum ein anderer, bis ihn im Januar 2004 eine schwere Krankheit zwang, alle öffentlichen Ämter aufzugeben. Bis 1980 sowie von 1999 bis 2004 war er gleichzeitig Gemeinderat in Albstadt, fünf Jahre lang ehrenamtlicher Stellvertreter des Oberbürgermeisters und von 1989 bis 2004 zudem Kreistagsmitglied.

"Helmut Merz war immer voller Ideen, hat geschaut, dass Onstmettingen voran kam, aber auch, dass es Onstmettingen bleibt", sagt sein Nachfolger als Ortsvorsteher, Wolfgang Hähnle.

Bundesverdienstkreuz am Bande ist der Lohn für den vielfältigen Einsatz

So war Merz – zusammen mit dem Schulleiter Alfred Munz – auch die treibende Kraft als es darum ging, den "Kasten" als Gebäude zu erhalten und zu sanieren, initiierte 1981 die Gründung des "Arbeitskreises Kasten", leitete die Arbeitseinsätze des freiwilligen Bautrupps und gehörte 1994 – fünf Jahre nach Einweihung des Philipp-Matthäus-Hahn- Museums – zu den 38 Gründungsmitgliedern des Fördervereins, in dem er bis 2004 den Vorsitz übernahm und die Kasse führte. Die erfolgreiche Suche nach neuen Exponaten sei seine Spezialität gewesen, hatte Oberbürgermeister Jürgen Gneveckow betont, als er Merz im Juli 2000 das Bundesverdienstkreuz am Bande verlieh.

Kraft schöpfte Helmut Merz zeitlebens aus dem katholischen Glauben, war Ministrant, Mesner und gehörte nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil zu den ersten Lektoren überhaupt. Besonders freute es ihn daher, dass eines seiner vier Kinder, sein Sohn Hans-Peter, als Kirchenmusiker diesem Weg folgte. Denn auch musikalisch war Helmut Merz engagiert und sang fleißig im Singkreis Kasten mit.

Dass er neben all dem noch Zeit für soziales Engagement fand, ist wohl der Tatsache geschuldet, dass Merz stets schon um vier Uhr aufstand, wie er 2000 dem Schwarzwälder Boten verriet. In der Ebinger Augustenhilfe besuchte er 14-tägig die Bewohner. Dort lebte er selbst in seinen letzten Jahren, als eine Pflege zu Hause nicht mehr möglich war. Den Ausbau der Stich-Straße zwischen Onstmettingen und Thanheim, für den er sich ebenso eingesetzt hat wie für die Reaktivierung der Talgang-Bahn, kann Helmut Merz nun nicht mehr mitfeiern. Dass seine Onstmettinger bei der Eröffnung an ihn denken werden, ist gewiss.