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Bewährte Strategie wird auch 2017 und 2018 fortgesetzt. Was kommt nach dem Höhepunkt?

Albstadt - "Hören wir mit dem Höhepunkt auf, oder machen wir weiter?" Stadtrat Matthias Strähler war es, der die Frage aller Fragen zum Thema Mountainbike-Großveranstaltungen stellte bei der jüngsten Diskussion im Gemeinderat.

Angesichts zurückliegender Erfolge und ansehnlicher Außenwirkung war es reine Formsache für den Gemeinderat Albstadt, einem Beschlussvorschlag zum Mountainbike-Weltcuprennen zuzustimmen: Alle Stadträte sind einverstanden, dass die Stadt auch 2017 und 2018 den UCI-Weltcup austrägt – und sich für die nächstmögliche Weltmeisterschaft im Mountainbike, Disziplin Cross-Country, bewirbt. Voraussichtlich ist es das Jahr 2020, um das es geht.

Seit 2016 erst ist die Stadt Hauptveranstalter des Weltcups – vorher hatte sie sich diese Funktion mit der Straßberger Fachfirma "Skyder Sportpromotion" geteilt. Nach drei Jahren und drei Weltcups wollte sie jedoch einen größeren Marktwert für die Stadt erzielen, verstärkt lokale Akteure wie Vereine und Schulen einbinden, verstärkt Öffentlichkeitsarbeit betreiben, sich als Stadt besser präsentieren, mehr erwirtschaften.

Ein weiterer Aspekt dabei war die Streckenführung: Behinderungen, die in den vergangenen Jahren aufgetreten waren, wurden für das jüngste Rennen teilweise behoben und ein neuer Überweg errichtet, der sich – mit Werbung für Albstadt versehen – auch in der Fernsehübertragung gut gemacht hatte. Schwierigkeiten gibt es laut Sitzungsvorlage freilich noch immer im Hinblick auf Freiflächen für Rennteams und Aussteller – mit dürftigen Chancen, weitere Flächen hinzuzugewinnen.

Bewährt hat sich zur Freude der Stadtverwaltung die Zusammenarbeit mit der Radsportgemeinschaft Zollernalb, die weit über 100 Helfer stellt und die Strecke sichert.

So kommt es, dass die Vertreter des Weltverbands UCI mit der Veranstaltung "hoch zufrieden" gewesen seien. Deshalb hofft Albstadt weiter darauf, eine Weltmeisterschaft ausrichten zu dürfen – bis dato hatte die Stadt immer den Kürzeren gezogen gegen das tschechische Nove Mesto – zumal die Funktionäre die Albstädter ermutigt hätten, sich erneut zu bewerben, betont die Stadt.

Maute: "Skyder" kann jetzt freier agieren

Sollte es klappen, stellt sich für Stadtrat Matthias Strähler (CDU) die Frage: "Was machen wir weiter? Hören wir mit dem Höhepunkt auf, oder wenden wir uns einer anderen Sache zu?" SPD-Fraktionschef Elmar Maute lobte im Gemeinderat die Arbeit von Skyder Sportpromotion und begrüßte die Tatsache, dass die Firma durch die neue Konstellation mit der Stadt als alleinigem Veranstalter etwas freier agieren könne. "Wir müssen allerdings das finanzielle Risiko in Grenzen halten", mahnte Maute.

Siegfried Schott, der stellvertretende Fraktionschef der Freien Wähler, wunderte sich über zwei sehr hohe Ausgabenposten – je 75 000 Euro für Aufwendungen und Auszahlungen sowie für "Haushaltsmittel insgesamt" – und forderte, "die Kostenschraube etwas nach unten zu drehen"; ein "relativ großer Personenkreis" habe "mit Kind und Kegel freien Eintritt". Das gelte es zu überprüfen, ebenso wie die Höhe des Eintritts für Kinder – immerhin neun Euro. Für eine Familie mit mehreren Kindern sei das recht viel, meinte Schott. "Unserem Image als Sportstadt ist das nicht zuträglich."

Philipp Kalenbach verband seine Feststellung, dass während des Weltcups "bis nach Reutlingen alle Zimmer ausgebucht" gewesen seien, mit dem Hinweis, dass die Stadt beim Regionalverband Neckar-Alb nochmals nachhaken sollte: "Wir sollten denen klar machen, dass wir Dinge wie das Versperhüttenkonzept brauchen."