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Albstadt "So etwas darf nicht mehr passieren"

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Die Sporthallen-Flure erstrahlen in frischem Grün. Foto: Schwarzwälder Bote

Der Gemeinderat Albstadt hat die Kröte geschluckt und die Mehrkosten für die energetische Sanierung der Grundschule und der Sporthalle Langenwand genehmigt. Begeisterung herrschte freilich nicht im Gremium.

Albstadt-Tailfingen. Es war eine gewaltige Kröte, welche die Verwaltung dem Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung vorgesetzt hat: Er sollte Mehrkosten – hoch sechsstellig – genehmigen. Mit 2,1 Millionen Euro hatte die Stadt ursprünglich die Kosten für die energetische Sanierung der Grundschule Langenwand angesetzt, die 1961 gebaut und bisher noch nie saniert worden war. Anfang 2016 hatte sie die Kosten um eine halbe Million Euro erweitert und der Gemeinderat die Summe genehmigt. 200 000 Euro gab’s an Zuschuss.

Nach Ende der Sanierung, die zwei Jahre gedauert hat und während der die Schulklassen in der Lutherschule unterrichtet worden waren, steht jedoch eine weit höhere Summe unter dem Strich: 3 236 887 Euro, also weitere 636 887 Euro mehr als zuletzt erwartet. Wohlgemerkt: Die Kosten für die Außenanlagen, die in den kommenden Jahren erneuert werden sollen, sind noch nicht eingerechnet. Weitere 300 000 Euro sind dafür vorgesehen, heißt es in der Sitzungsvorlage.

Für die bisherigen Kosten hat die Schule eine neue Fluchttreppe aus Stahl auf der Rückseite bekommen, ein neues Blechdach, eine Garage zur Unterbringung von Arbeitsgeräten, ein Wärmedämmverbundsystem samt Putz für die Nord- und Ostseite, eine Dämmung mit Faserzementplatten für die Süd- und Westseite, neue Kunststoffenster, neue Türelemente aus Aluminium, eine komplett neue Haustechnik, eine neue Be- und Entlüftungsanlage. Außerdem wurden die abgehängten Decken erneuert, viele Wände neu verputzt und sämtliche frisch gestrichen. Hinzu kamen neue Bodenbeläge – Linoleum für die Klassenzimmer, Teppichboden für die Verwaltung.

Nicht zuletzt hat die Schule eine Mensa bekommen, damit dort Ganztagesbetrieb möglich ist, womit Oberbürgermeister Klaus Konzelmann einen Teil der Mehrkosten erklärte. Wie diese im Detail zusammengekommen sind, geht aus der Sitzungsvorlage hervor. Demnach war manches zusätzlichen Auflagen, manches der starken Abnutzung, manches den ungünstigen Gegebenheiten geschuldet. Beispiel: Weil fast alle Wände nicht eben und lotgerecht waren, sind die Gipserarbeiten um 42 000 Euro teurer geworden.

Bei mehreren Gewerken freilich hat die Stadt auch eingeräumt, die Kosten zu niedrig angesetzt zu haben.

Eine bessere Abstimmung der einzelnen beteiligten Ämter wäre gut gewesen, tönte es aus den Reihen der nicht erfreuten Gemeinderäte, und: "Bei der künftigen Finanzlage darf so etwa nicht mehr passieren." Thilo Frizenschaft (WSA) fragte mit ironischem Unterton: "Müssen wir in Zukunft von Anfang an 30 Prozent draufrechnen, oder schauen wir, dass von Anfang an professionell gearbeitet wird?"

"Teils vorhersehbar, teils aber auch nicht"

Baubürgermeister Udo Hollauer wollte "nichts schönreden", wie er betonte: "Die Mehrkosten hätten wir zum Teil vorhersehen können, zum Teil nicht. Für Sie und für uns ist das kein gutes Signal", sagte er zu den Stadträten.

Dafür sei die Grundschule Langenwand aber jetzt "unser bestes Gebäude", ergänzte er mit Blick auf die Energiebilanz. Die sei vor der Sanierung schlechter gewesen als bei den meisten städtischen Objekten. Ähnlich verhält es sich bei der 1976 erbauten Sporthalle, deren erste große Sanierung mit 1,65 Millionen Euro veranschlagt gewesen war. Sie hat ein Wärmedämmverbundsystem mit Oberputz, neue Fenster- und Türelemente aus Aluminium, ein neues Flachdach einschließlich Wärmedämmung und Abdichtungsbahn erhalten. Außerdem mussten die Träger der Dachkonstruktion mit Stahllaschen ertüchtigt werden, um die Anforderungen der neuen Vorgaben für Schneelasten zu erfüllen. Außerdem wurden eine Amokalarmierung, eine neue Be- und Entlüftungsanlage eingebaut, und auch die Maler waren flächendeckend aktiv.

So sind die Gesamtkosten am Ende auf 1,82 Millionen Euro netto nach oben geschnellt – 171 017 Euro mehr als ursprünglich geplant. Dass Neubauten im Fall der Schule sowie der Sporthalle teurer geworden wären, vermochte die Stadträte da auch nicht mehr zu trösten. Trotzdem genehmigten sie der Verwaltung die Kostenüberschreitung. Einstimmig.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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