Alraunes Kuriositätenkabinett zieht zur Eröffnung ins Maschenmuseum Tailfingen ein.Foto: Bitzer Foto: Schwarzwälder Bote

Maschenmuseum: Nach Schließung öffnet das neu gestaltete Haus wieder seine Türen

Die durch den Umbau bedingte Schließung hat länger gedauert als geplant; schuld daran war Corona. Doch jetzt ist die Wartezeit zu Ende; am Samstag, 12. Juni, öffnet das Tailfinger Maschenmuseum wieder seine Türen und präsentiert den Gästen sein neues Innenleben.

Albstadt-Tailfingen. Nach längerer Umbauzeit werden die Besucher in einem völlig neu gestalteten und eingerichteten Foyer empfangen: Zahlreiche Exponate, Bilder und Kurzfilme dokumentieren zentrale Themen wie Sport- und Trikotmode, Massenproduktion und Nachhaltigkeit, Werbung im Wandel der Zeit.

Neben bewegten Bildern von legendären Profiradrennen (1973) sind auch Videosequenzen von einem Gaudirennen zu sehen, das im gleichen Jahr in Tailfingen stattfand, sowie Turnvorführun­gen aus den 1980er-Jahren – alle spiegeln sie auf ihre Weise den gesellschaftlichen Wandel im ausgehenden 20. Jahrhundert wieder.

Sogar die Pandemie ist bereits berücksichtigt: Eine Vitrine im Bereich "Technische Textilien" enthält Masken der unterschiedlichsten Machart und Qualität; das Spektrum reicht von der einfachen Mund-Nase-Maske aus Baumwolle bis zu den OP- und FFP2-Masken örtlicher Hersteller. Das TexCar im neuen Anbau veranschaulicht eindrucksvoll die Bedeutung Technischer Textilien für die Automobilindustrie – sogar im Karos­seriebau kommen sie zum Einsatz.

Und dann ist da noch die Sonderausstellung mit den werken einer alten Bekannten: Stefanie "Alraune" Siebert aus Haigerloch zeigt zum wiederholten Mal textile Kunst im Maschenmuseum. "Alraunes Kuriositätenkabinett – mit veganer Wurstzugabe" lautet der Titel der schaurig-schönen Ausstellung, die den Besucher Titel in einen surrealen Nähsaal entführt, in dem künstliche Textilarbeiter an ihrerseits textilen Nähmaschinen Alraunes Entwürfe verwirklichen. Wohlgemerkt eine Fantasie; in der Realität muss die Künstlerin ohne Hilfskräfte auskommen.

Einen Großteil ihrer Näharbeiten fertigt sie von Hand, unter anderem die Musiker und Instrumente ihres Wiener Salonwurst-Orchesters oder die Riesenkrake auf ihrer Varietébühne, die sich auch durch Stahlgitter nicht aufhalten lässt. Seit über 40 Jahren erschafft Alraune textile Scheinwelten; ihr Fundus und das Rollenangebot für ihre stillen Schauspieler aus Stoff scheinen nahezu unerschöpflich zu sein.

Beim Besuch des Maschenmuseums sind bis auf weiteres die geltenden Hygieneregeln zu beachten – und das derzeit nur Getestete, Geimpfte oder Genesene eingelassen werden können. Die entsprechenden Dokumente müssen vorgezeigt werden.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: