Albstadt-Tailfingen. Die katholische Kirchengemeinde St. Elisabeth in Tailfingen erhält Besuch von einer alten Freundin, nämlich Schwester Theresina Fehrenbacher aus Brasilien. Die Sießener Ordensschwester erzählt am morgigen Freitag, 23. August, im Gemeindesaal von St. Elisabeth von ihrem Leben und Wirken. Ihr letzter Besuch in Tailfingen liegt mittlerweile fünf Jahre zurück; seither hat sich in Brasilien einiges verändert. Schwester Theresina ist am Rande des Schwarzwalds in einer Großfamilie aufgewachsen, hat Religionspädagogik studiert und im Alter von 27 Jahren beschlossen, als Ordensschwester zu leben. Neun Tage nach der sogenannten "Ewigen Profess", der endgültigen Entscheidung, ging sie nach Brasilien, um in Guaratinguetá im Süden des Landes auf dem "Hof der Hoffnung" mit drogenabhängigen Jugendlichen zu leben. Fünf Jahre lang arbeitete sie in einem Hospiz für aidskranke Menschen im Endstadium und sah viele junge Menschen an der Krankheit sterben. Mittlerweile lebt und wirkt sie zusammen mit drei Mitschwestern in einem Konvent in einem armen Vorstadtviertel von Belo Jardim, einer 80 000-Einwohner-Stadt im Nordosten Brasiliens. Die Mehrheit der Bevölkerung hat dort keine feste Arbeit, viele Menschen sind drogen- oder alkoholabhängig sind, vor allem junge Menschen sehen kaum Zukunftsperspektiven für sich. Die Rate der psychisch Kranken ist ebenso wie die Kriminalitätsrate sehr hoch. Zudem haben die anhaltende Dürre und die Zika-Epidemie der vergangenen Jahre vor allem die Ärmsten der Armen getroffen: Trinkwasser und Lebensmittel sind um vieles teurer und für manche unerschwinglich geworden. Die Schwestern organisieren Kleidersammlungen, verteilen Lebensmittel an arme Familien und versuchen, den Betroffenen durch Gruppentreffen, Gottesdienste und Einzelgespräche neue Perspektiven zu eröffnen. Die Veranstaltung in St. Elisabeth beginnt um 19 Uhr mit einem Imbiss.