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Albstadt RSG-Vorstand appelliert mit offenen Brief

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Ereignisse wie der MTB-Weltcup sind wichtig für die Nachwuchsgewinnung der Vereine, kommentieren die Verfasser des offenen Briefes von der RSG. Foto: Armin Küstenbrück

Albstadt - Gerade noch rechtzeitig vor der Sitzung am Donnerstag bekommen die Albstädter Gemeinderäte Post von der RSG Zollern-Alb ’82: Deren Vorstand setzt sich für künftige Mountainbike-Großereignisse ein.

Der Radsportgemeinchaft Zollern-Alb ’82 (RSG) gefällt es gar nicht, dass der Gemeinderat sich vor einigen Wochen dafür ausgesprochen hat, die Stadt Albstadt möge nicht mehr als Veranstalter von Großereignissen des Rad-Weltsportverbandes UCI auftreten.

In einem Brief an die Gemeinderäte bitten die Vorstandsmitglieder Michael Schmidt, Frank Durst, Thomas Schreiner, Jelena Oblak, Stefan Schairer und Sigrun Schmetzer um "sorgfältige Reflexion zu diesem Thema", denn "Vereine brauchen Nachwuchs und finanzielle Mittel, um diesen adäquat zu fördern", heißt es darin. Radsport-Veranstaltungen motivierten in hohem Maße junge Albstädter, (Rad-)Sport zu betreiben – auch bei der RSG, die bis zu 150 Kindern und Jugendlichen zwei bis drei Mal pro Woche ein sportliches Zuhause biete und ihnen Halt gebe in einer Gesellschaft, die diesen oft vermissen lasse.

Vereinsleben bekommen wichtige Ressourcen entzogen

"Ohne die hochkarätigen Rennen wird der Anteil der Kinder und Jugendlichen, die sich sportlich betätigen, abnehmen", befürchten die Funktionäre. "Fallen die Weltcups und die damit verbundenen Einnahmemöglichkeiten für die beteiligten Vereine weg, entziehen Sie dem Vereinsleben in Albstadt wichtige Ressourcen." Ein Verein wie die RSG könne ohne diese Mittel den Trainingsbetrieb nicht mehr im heutigen Umfang aufrecht erhalten.

Albstadt habe im Radsport, zusammen mit der Firma Skyder und vielen Albstädter Vereinen in den vergangenen 15 Jahren mit enormem Engagement herausragende Arbeit geleistet, heißt es weiter. Die Mountainbike-Weltcups seien zu Schlüssel-Ereignissen im Zollernalbkreis mit Online- und Live-Übertragungen in alle Welt geworden - zigtausende Klicks, auch noch lange nach den eigentlichen Ereignissen, inklusive. Durch die hochkarätigen Rennveranstaltungen sei die Stadt Albstadt international bekannt geworden, viele ambitionierte Hobby-Mountainbiker kämen explizit wegen des Bike-Marathons, der "Gonso Classics" und nicht zuletzt wegen der Weltcups nach Albstadt "und tragen somit nicht unerheblich zum Umsatz in der Gastronomie und dem Steueraufkommen der Stadt Albstadt bei". Albstadts weltweiter Bekanntheitsgrad führe zu einem wachsenden Besucherstrom, "der in den kommenden Jahren weiter zunehmen wird und den Masterplan Tourismus nachhaltig fördert".

Eine Kurve endet - aber diese steigt

Im Bereich Wandern befinde sich die Stadt Albstadt am Ende der Entwicklungskurve, wohingegen der Bereich Radsport - insbesondere Mountainbike -  erst am Anfang der Entwicklung stehe. "Die Weltcups in Albstadt sind die beste Werbung für unsere Region und Menschen, die in der Form mit einer eigenfinanzierten Werbekampagne gar nicht möglich wäre", so die RSG. Die Nähe der Stadt Albstadt zum Spitzensport habe dazu geführt, dass die Stadt in den vergangenen Jahren mehrere radsportliche Talente hervorgebracht habe, "die den Sport auf dem höchsten Niveau betreiben und mit denen der Name und das Ansehen der Stadt Albstadt weltweit eng verbunden ist". Mehrere Deutsche Meistertitel, Gesamtweltcupsiege, Europa- und Weltmeistertitel seien dadurch auch für die Stadt Albstadt gewonnen worden.

Die mehr als 400 Mitglieder der RSG und viele weitere Radsportbegeisterte in Vereinen wie dem Deutschen Alpenverein Ebingen, dem Ski-Club Onstmettingen, dem Radsportverein Tailfingen und anderen zeigten, "dass ein nicht unerheblicher Teil der Bevölkerung der Stadt Albstadt eine hohe Affinität zum Radsport hat". Das zeigten auch die jährlichen Zuschauerzahlen bei den Weltcup-Rennen seit 2013.

Vertrauensverlust bei Mitbürgern

Die ersatzlose Streichung der UCI-Mountainbike-Weltmeisterschaft im Cross Country, die für Juni geplant war, und ein kompletter Ausstieg der Stadt Albstadt aus diesem Geschäft "hätte einen massiven Reputations- und Vertrauensverlust bei verschiedenen Bevölkerungsgruppen zur Folge", befürchten die RSG-Funktionäre: "Bei unseren Mitbürgern, aber auch in der gesamten Radsportwelt."

Der Masterplan Tourismus würde im Hinblick auf Mountainbike-Sport zur Makulatur, weil viele wegen der Weltcup-Strecke und der Mountainbike-Trails nach Albstadt kämen. "Wo bleibt die Glaubwürdigkeit, wenn das wichtigste Radsportevent aus der deutschen Mountainbike-Hochburg verschwindet?"

"Höchstes Unverständnis" ruft bei den Unterzeichnern der Wunsch des Gemeinderats hervor, in Zukunft keine UCI-Wettkämpfe mehr veranstalten zu wollen. Die Gründe könne man nur erahnen. "Sollten monetäre Aspekte eine Rolle spielen, dann müsste konsequenterweise natürlich auch jede weitere Art von kultureller und sportlicher Förderung sowie sonstiger Ausgaben in Bereichen, die nicht der direkten Daseinsvorsorge dienen, für die nächsten Jahre gestrichen werden", so die Verfasser.

"Auswirkungen wären langfristig negativ"

Im Sinne der "mehreren Tausend Radsportbegeisterten in der Region" bitten die Unterzeichner das Gremium, "dafür Sorge zu tragen, dass trotz Corona-Krise der gesunde Menschenverstand erhalten bleibt, Entscheidungen auf ihre langfristigen Auswirkungen hin geprüft werden", und die Räte, "sich nicht unter dem Deckmäntelchen der aktuellen Not von Interessensgruppen zu Entscheidungen provozieren zu lassen, die langfristige negative Auswirkungen auf unsere Gemeinschaft haben werden".  Das Thema steht am Donnerstag, 28. Mai, ab 17.30 Uhr auf der Tagesordnung des Gemeinderats. Er tagt öffentlich in der Festhalle Ebingen.

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