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Albstadt Quarantäne: Corona-Infizierter im Interview

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Foto: Africa Studio/ Shutterstock

Zollenalbkreis - Elf Teilnehmer einer Skifreizeit in Südtirol sind mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. Einer der Betroffenen berichtet, wie es ihm geht – und dass er die Hysterie in Deutschland nicht wirklich versteht.

Wo haben Sie sich das neuartige Corona-Virus eingefangen?

Bei einer Skifreizeit in Südtirol. Von 41 Teilnehmern sind elf erkrankt. Ein Teilnehmer hatte Symptome und sich deshalb testen lassen, worauf die gesamte Gruppe getestet wurde. So kommt es, dass ich getestet worden bin, bevor ich selbst Symptome hatte.

Wie ging das vor sich?

Das Gesundheitsamt hat angerufen, dass es in Balingen in einem Nebengebäude des Krankenhauses beim Roten Kreuz einen Test anbietet. Auf das Ergebnis musste ich allerdings zwei Tage warten.

Welche Symptome hatten Sie selbst?

Zunächst gar keine, dann ein paar Tage lang geschwollene Schleimhäute. Zunächst hatte ich gar kein Fieber, dann 38 Grad, aber nur etwa anderthalb Tage lang. Alles war wie bei einer leichten Grippe. Jetzt ist meine Körpertemperatur wieder bei 37 Grad, und ich fühle mit sehr gut. Müsste ich keine Quarantäne einhalten, könnte ich problemlos arbeiten gehen.

Welche Vorschriften müssen Sie derzeit beachten?

Es kam ein Schreiben von der Stadt mit Auflagen, dass ich das Haus mindestens zehn Tage lang nicht verlassen darf. Ehe ich das wieder darf, müssen einige Bedingungen erfüllt sein: Ich muss mindestens 48 Stunden lang fieberfrei und 24 Stunden lang symptomfrei sein. Zwei Tests im Abstand von 24 Stunden müssen negativ sein. Wie das funktionieren soll, ist freilich schon die Frage, wenn es fünf Tage dauert, bis das Ergebnis da ist.

Sind auch Ihre Angehörigen getestet worden?

Ja, aber auch hier müssen wir fünf Tage warten, bis das Ergebnis kommt.

Wie regeln Sie das Zuhause?

Wir benutzen separate Sanitärräume, essen nicht gemeinsam, kommen uns nicht näher, berühren uns nicht und schlafen auch räumlich getrennt.

Dürfen Sie im Garten frische Luft schnappen gehen?

In den Auflagen steht nur: "Sie haben sich zu dieser Zeit" – also während der häuslichen Quarantäne – "ausschließlich in der Häuslichkeit aufzuhalten." Aber ich denke, wenn ich in den Garten gehe und keinem Menschen begegne, dürfte das eigentlich kein Problem sein – man muss ja auch noch gesunden Menschenverstand walten lassen.

Was ist das Schlimmste an der häuslichen Quarantäne?

Die Langeweile. Langsam tut mir der Rücken weh vom Sitzen und Bücherlesen, und das Faulenzen kann ich in keinster Weise genießen. Ich habe kein Fieber mehr, doch die Quarantäne endet erst Ende der Woche. Allerdings muss ich mich noch erkundigen, wie das jetzt läuft mit den Abschlusstests.

Stehen Sie mit den Behörden in Kontakt?

Ja, das Gesundheitsamt hat schon mehrfach angerufen, und auch das Landratsamt hat sich schon gemeldet und gefragt, wie es mir geht. Außerdem rufen viele Freunde und Bekannte an und erkundigen sich, und nicht zuletzt stehe ich mit meinem Hausarzt in Kontakt, denn ich musste mich ja krank schreiben lassen.

Stehen Sie im Austausch mit anderen Betroffenen?

Mit dem Gruppenleiter der Skifreizeit habe ich mehrfach telefoniert. Ihm geht es gut. Und auch mit anderen in der Gruppe, darunter einem anderen Betroffenen, hatte ich schon öfters Kontakt. Er hat Husten und Schnupfen. Nur ein Teilnehmer der Freizeit kam ins Krankenhaus, weil seine Frau besorgt war.

Hatten Sie je Angst davor, am Virus sterben zu können?

Nein, nicht im geringsten – nur die Angst, dass es durch mich weitergetragen werden könnte. Das ganze Drumherum belastet mich, und ich hoffe, dass es bald vorbei geht. Schließlich habe ich mich ja nicht unverantwortlich verhalten und kann nichts dafür, infiziert zu sein. Vor allem aber tut es mir leid um die Menschen in Südtirol, für die das wirtschaftlich eine Katastrophe ist.

Ihre Redaktion vor Ort Albstadt

Karina Eyrich

Fax: 07431 9364-51

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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