Madita Schairer, Fynn Conzelmann, Paulina Schairer und Lian Conzelmann haben vor dem Kronenladen Waffeln und Plätzchen verkauft, um Tiago zu helfen. Foto: Conzelmann

Fynn Conzelmann und seine Freunde erzielen riesigen Erfolg mit ihrer spontanen Idee.

Albstadt-Pfeffingen - Wie viel schöner es ist, selbst zu schenken als von anderen beschenkt zu werden, haben Fynn Conzelmann und seine Freunde aus Pfeffingen erfahren: 1228 Euro haben sie für Tiago aus Binsdorf gesammelt.

Das Schicksal des knapp zweijährigen Tiago aus Binsdorf, der an einer seltenen Erkrankung leidet und dem ein Medikament helfen könnte, das allerdings sehr teuer ist, bewegt derzeit viele Menschen im Zollernalbkreis.

Auch der neunjährige Fynn Conzelmann hat davon erfahren, und nachdem er Tiago sogar im Fernsehen gesehen hatte, sei er richtig traurig gewesen und habe geweint, berichtet seine Mama Nadine.

"Wir haben dann überlegt: Was können wir tun?" sagt Nadine Conzelmann. "Erst wollten wir Tiago und seiner Familie ein Päckchen schicken. Dann kam Fynn auf die Idee, ein Spendenkässchen zu bauen und es im ›Kronenladen‹ aufzustellen" – mit Inhaberin Claudia Schairer ist die Familie befreundet. "Und sie war sofort Feuer und Flamme", freut sich Nadine Conzelmann.

So sei eines zum anderen gekommen, und schließlich habe Fynn zusammen mit seinem sechsjährigen Bruder Lian sowie der siebenjährigen Madita Schairer und ihrer elfjährigen Schwester Paulina einen Waffelverkauf vor dem Kronenladen organisiert. Claudia Schairer habe außerdem Weihnachtsplätzchen dafür gespendet.

Von der Resonanz waren alle begeistert: "Sehr viele Bekannte, Verwandte und Freunde von uns sind gekommen und haben die Waffeln nicht zum Preis von 1,50 Euro gekauft, sondern sogar Scheine in die Spendenkasse gesteckt", sagt Fynns Mutter. "Wir waren alle total überwältigt." Außerdem hätten viele noch direkt eine Spende in den Briefkasten der Conzelmanns geworfen. So waren es nach kurzer Zeit 1228 Euro und 61 Cent, die Fynn und seine Freunde spenden konnten, damit Tiago das teure Medikament bekommt, das ihm helfen könnte – vorausgesetzt, dass die Krankenkasse den Einsatz genehmigt, denn das Medikament ist in Europa bisher nicht zugelassen.

Besonders stolz ist Nadine Conzelmann auf ihren Sohn auch deshalb, weil seine eigenen Weihnachtswünsche "sehr bescheiden" ausgefallen seien und er nach dem riesigen Erfolg seiner Spendenaktion dennoch gesagt habe: "Jetzt kann ich richtig gut schlafen." Immer noch sei er sehr glücklich, berichtet die Mutter und verrät: "Wir haben uns überlegt, so etwas künftig jedes Jahr zu machen." Spendenbedürftige gebe es schließlich genug.