Präsentierte die Kita Emil-Mayer-Straße: Leiterin Melanie GöbelFoto: Stadt Foto: Schwarzwälder Bote

Kita Emil-Mayer-Straße: Peer-Methodik und Montessori-Pädagogik sind das Markenzeichen der neuen Kita

Betreuungsplätze sind in der neuen Kindertagesstätte in der Emil-Mayer-Straße noch einige frei. Das wird aber nicht mehr lange so bleiben. Denn: Die Kinder sind begeistert von den Räumlichkeiten – und das Personal ist hochmotiviert.

Albstadt-Tailfingen. Am 22. Februar dieses Jahres hat die städtische Kindertagesstätte in der Emil-Mayer-Straße ihre Pforten für die Kinder geöffnet. In der jüngsten Sitzung des Ausschuss für Soziales, Kultur, Schule und Sport des Gemeinderats Albstadt hat Melanie Göbel, Leiterin der neu eröffneten Kita, den Stadträten einen Sachstandsbericht präsentiert.

Noch sind einige Betreuungsplätze frei. Im Krippenbereich unter drei Jahren (U3) sind nur drei der zehn Ganztagesbetreuungsplätze (GT) und sieben der 20 Plätze für verlängerte Öffnungszeiten (VÖ) belegt. Im Kindergartenbereich über drei Jahre (Ü3) bietet die Kita zehn GT-Plätze – davon werden momentan acht in Anspruch genommen – und 15 VÖ-Plätze an, von denen bisher fünf belegt sind.

Oberbürgermeister Klaus Konzelmann weiß: "Die Einrichtung wird in den kommenden Jahren ausgelastet sein." Das Betreuungsangebot sei mit der prognostizierten Neugeburtenrate abgeglichen worden. Insgesamt gebe es im U3-Bereich eine Ganztagesgruppe sowie zwei VÖ-Gruppen und im Ü3-Bereich eine gemischte Gruppe.

Peer-Konzept soll bei Integration der Kinder in den Gruppen helfen

Die neuen Räume in der Emil-Mayer-Straße kommen bei den Kindern gut an: "Der Bewegungsraum im Untergeschoss ist ein Highlight", betonte Melanie Göbel. Dort könnten die Kinder auch bei Regenwetter turnen, toben und mit Spielfahrzeugen herumfahren. SPD-Fraktionschefin Marianne Roth ergänzte: "Wenn man bedenkt, was aus dem Gebäude geworden ist, können wir stolz sein." Damit spielte sie auf die Bemühungen der Stadt an, dass eine Kindertagesstätte im ehemaligen KBF-Gebäude überhaupt eine Heimat finden konnte, war doch dazu eine umfangreiche Sanierung nötig.

Kaum vorstellbar bei einem Haufen von Kleinkindern ist, dass die Schlafräume genutzt werden. Göbel widerlegt diese Annahme: "Die Schlafräume werden rege genutzt. Das können Sie glauben", antwortete die Kita-Leiterin auf Anfrage. In zwei Schlafräumen gebe es mehr als genug Platz für rund 30 schläfrige Kinder. Bei schönem Wetter sei der eigene Garten ebenfalls eine Wohlfühloase für die Kinder. "Auch wenn momentan noch nicht viel wächst, sind die Kinder gerne draußen", so Göbel.

Die Kita werde mit dem Ziel geführt, die Kinder in der Gemeinschaft auf ihrem Weg zu selbstständigen, kompetenten Persönlichkeiten zu begleiten. Göbel setzt dabei auf die Peer-Eingewöhnung. Dabei sollen möglichst Gleichaltrige in Gruppen an die neue Umgebung im Kindergarten gewöhnt werden.

Das Konzept hat die Leiterin der Kita bei ihren früheren Stationen schon mit Erfolg eingesetzt. "In der Gruppe geben sich die Kinder Halt, weil sie in der gleichen Situation sind und mit den gleichen Herausforderungen konfrontiert werden." Dieses Modell zeichne sich auch bei Erwachsenen, beispielsweise für Neuangestellte in einem Unternehmen, aus. Für Eltern gibt es zusätzlich das Angebot einer Peer-Info-Veranstaltung. So können Vorteile, Sinn und Erwartungen des Peer-Angebotes mit den Eltern abgesprochen werden.

Trotz Personalsituation kommt die Pädagogik in der Kita nicht zu kurz

Damit die Weichen für die Zukunft der Kindertagesstätte gestellt werden, sehen die kurzfristigen Planungen von Melanie Göbel die Aufnahme neuer Kinder vor. Im Juni sei ein erster Übergang von Krippen-Kindern in den Kindergartenbereich vorgesehen.

Um das Kita-Team zu vergrößern, sollen zudem neue Praktikanten eingearbeitet werden. Im Moment sind für jede der vier Gruppen mindestens eine Erzieherin und eine Kinderpflegerin zuständig. Susanne Feil, Fraktionschefin von Bündnis ’90/Die Grünen, äußerte Bedenken, ob dem Personal nicht zu viel zugemutet werde. "Das ist vollkommen normal", entgegnete Göbel.

Pädagogisch entstünden durch die Personalsituation keine Nachteile für die Kinder.

In der Tailfinger Kita stehen insbesondere die Natur- und Vorschulpädagogik im Vordergrund. Damit auch die Montessori-Pädagogik mit zu den Markenzeichen der Kindertagesstätte gehört, wurde eigens dafür eine Fachkraft eingestellt. Die Montessori-Methode sieht vor, Kinder in ihrem eigenen Rhythmus lernen zu lassen, um dabei auf die individuellen Talente der Kinder einzugehen.

Bürgermeister Steve Mall lobte das Engagement der Erzieherinnen: "Jeden Tag stehen die Betreuerinnen vor neuen Herausforderung und sind jeden Tag aufs Neue hochmotiviert." Kooperationen mit anderen Kindertagesstätten in der Stadt seien ebenfalls angedacht. Es sei nur eine Frage der Zeit, bis weiteres junges Leben die Räume in der Emil-Mayer-Straße bereichert.

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