Engagiert wurde am Montag im Gemeinderat über Für und Wider einer zusätzlichen Wahlinformation an die Bürger diskutiert. Zu den Befürwortern zählte Elmar Maute. Foto: Kistner

Diesmal sitzen oben Drei: Am 19. März dürfen sich Kandidaten zur OB-Wahl erneut präsentieren.

Albstadt - Der Albstadter Gemeinderat hat am Montag seine Zustimmung zu einer zweiten Kandidatenvorstellung für die Oberbürgermeisterwahl gegeben. Sie findet am Donnerstag, 19. März, statt und beginnt um 20 Uhr.

Der Beschluss des Gemeinderats fiel einstimmig aus. Auch die CDU-Fraktion unterstützte die entsprechenden Anträge der Freien Wähler und der SPD; Fraktionschef Roland Tralmer befand, die zweite Vorstellungsrunde könne dem Bürger bei der Entscheidungsfindung nur von Nutzen sein. An der ersten Kandidatenvorstellung am 23. Februar hatte Klaus Konzelmann nicht teilgenommen, weil er zu diesem Zeitpunkt noch kein Kandidat war.

Strittiger war der von Manuela Heider, Fraktionschefin der Freien Wähler, vorgebrachte Wunsch, bei der Kandidatenvorstellung die Fragezeit von einer auf anderthalb Minuten zu verlängern und dazu noch 30 Sekunden Kulanz einzuräumen. Matthias Strähler (CDU) erklärte dazu, die Fragezeit sei nun einmal nicht für persönliche Statements gedacht, sondern eben fürs Fragen; dafür reiche eine Minute aus. Elmar Maute (SPD) widersprach: Manche Fragen bedürften einer Erläuterung des Kontexts und brauchten deshalb ihre Zeit. Das Gremium stimmte Heiders Antrag mehrheitlich zu.

Kontrovers diskutiert wurde auch ein Vorstoß von CDU-Stadtrat Olaf Baldauf, der am Ende eine breite Mehrheit fand. Baldauf forderte, alle Wahlberechtigten per Post noch einmal darauf hinzuweisen, dass man notfalls auch ohne Wahlbescheinung wählen können – der Personalausweis oder Pass genügt – und dass zweitens alle, die per Brief wählen wollen, dies aber nicht auf dem Wahlschein für den ersten Wahlgang kundgetan haben, diesen jetzt noch besorgen müssten – er wird nicht automatisch zugestellt.

Die Verwaltung äußerte Bedenken: Rechtlich gesehen sei alles Erforderliche getan, und der Zusatzservice einer weiteren Benachrichtigung könne kontraproduktiv wirken, wenn der Brief zu spät, nämlich erst am Samstag eintreffe: Dann könne man keinen Wahlschein mehr im Rathaus abholen, weil es geschlossen sei. Die Briefe könnten aber frühestens am Mittwoch verschickt werden, weil man den Umweg übers Reutlinger Rechenzentrum nehmen müsse.

Nicht zwingend, fand die Mehrheit der Gemeinderäte; theoretisch reiche die Zeit aus, und in der speziellen Situation, in der sich Albstadt nach dem ersten Wahlgang befinde, müsse man alles tun, um wirklich jedem, der wählen wolle, das Wählen möglich zu machen. Gewiss, erklärte Roland Tralmer, theoretisch gebe es eine "Holschuld" des Bürgers – aber es erscheine gerade jetzt angeraten, ihm auf dem Weg möglichst weit entgegenzukommen. Die Versandaktion wird am Dienstag gestartet; läuft alles nach Plan, könnten die Briefe am Donnerstag eintreffen. Die Kosten: rund 20.000 Euro.

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