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Albstadt Neue Tipps aus der Leseecke

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Groß ist die Bandbreite der Empfehlungen Ursula Baumgärtners zum Welttag des Buches.Foto: Baumgärtner Foto: Schwarzwälder Bote

Pünktlich zum Welttag des Buches gibt Ursula Baumgärtner, die Albstädter "Büchersofa"-Gastgeberin, wieder Lektüre-Tipps, die dabei helfen, in der Coronakrise unverhoffte Freizeit zu gestalten.

Albstadt. Die Liste ihrer Empfehlungen beginnt mit Kobi Yamadas Kinderbuch "Vielleicht – Eine Geschichte über die unendlich vielen Begabungen in jedem von uns". Seine Botschaft: Jeder besitzt verborgene Fähigkeiten; er muss sie nur sie nur ans Licht holen und erproben. Wichtig ist dabei, dass man, was man tut, mit Liebe tut, sich durch Stolpersteine auf dem Weg nicht entmutigen lässt und bereit ist, sich vom Leben überraschen zu lassen. Ein poetischer Text und ein Buch, das durch die Illustrationen von Gabriella Barouch zu einem Kunstwerk wird, geeignet für Kinder ab fünf Jahren – und alle Erwachsenen.

Protagonistin von Elizabeth Strouts "Die langen Abende" ist Olive Kitteridge, eine pensionierte Mathelehrerin, die in einer Kleinstadt im Nordosten von Neuengland Generationen von Schülern unterrichtet hat und alle Bewohner des Orts kennt. Sie weiß, welche Ehen gut gingen, wer seinen Kindern ein gute Mutter oder ein guter Vater war, wer mit Schicksalsschlägen fertig wurde und wer nicht. Olive ist oft schlecht gelaunt, nervig, nörgelig und unverschämt offen – und zugleich voll Mitgefühl, hilfsbereit und gutherzig.

In Isabelle Autissiers Roman "Klara vergessen" kehrt dessen Held Juri nach vielen Jahren zurück nach Murmansk, wo sein Vater Rubin im Sterben liegt. Noch immer quälen Juri die Erinnerungen an sein Kindheit und Jugend; die Schikanen, denen er auf dem altersschwachen Fischtrawler seines Vaters ausgesetzt war, haben fast unüberwindbare Mauern zwischen den beiden geschaffen.

Doch nun bittet Rubin Juri inständig, die Geschichte seiner Mutter Klara, also der Großmutter Juris, aufzuklären, die vor über 70 Jahren in der Sowjetunion Stalins verhaftet worden war und für immer verschwand. Juris mühsame Suche bringt Erschreckendes und Schmerzhaftes ans Tageslicht. "Eine grandios erzählte Familiengeschichte, so rau und archaisch wie die Natur am Polarkreis, in der sie spielt", so Baumgärtner.

"Was wir sind" handelt von Cate, Hannah und Lissa, drei sehr unterschiedlichen Freundinnen, die anfangs gemeinsam in einem schäbigen, alten Haus in London wohnen. Sie sind jung, unbeschwert, haben Träume, Pläne, große Ziele. Jahre später haben sich viele dieser Pläne zerschlagen; jede der Drei hat ihre Probleme, fühlt sich auf ihre Weise einsam, isoliert und vom Leben bestraft. Was ist aus den Träumen von einst geworden? Waren die Entscheidungen, die getroffen wurden, die richtigen, oder ist man irgendwo falsch abgebogen? Und wann kommt der Augenblick, in dem man beginnt, das eigene Leben zu akzeptieren und sich von den verfehlten Wunschvorstellungen zu verabschieden?

Um Lebensbilanzen geht es auch in Benjamin Labatuts "Das blinde Licht" – und um Mathe und Physik. Die Wissenschaftler, von denen Labatut erzählt, sind keine fiktiven Gestalten, sondern haben gelebt: Alexander Grothendiecks zum Beispiel, der auf eine große Laufbahn verzichtete und seine Aufzeichnungen verbrannte, weil er in ihnen ein ungeheures zerstörerisches Potenzial erblickte. Oder der junge Werner Heisenberg, der der Physik neue Wege eröffnete – gefährliche Wege.

Tommi Kinnunens "Das Licht in deinen Augen" spielt in den Sechziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts in einem abgelegenen Dorf im Nordosten Finnlands. Er handelt von zwei Außenseitern, die um ihren Platz im Leben kämpfen. Die neunjährige Helena, die als kleines Kind erblindete, wird von ihren Eltern auf eine Blindenschule im 1000 Kilometer entfernten Helsinki geschickt, damit sie lernt, ein selbstständiges Leben zu führen – sehr sensibel erzählt Tommi Kinnunen von einem Leben des Tastens und der abgezählten Schritte. Und dann ist da noch Tuomas, Helenas Neffe, der auch nach Helsinki geht, nicht zuletzt um seine Homosexualität vor seiner Familie zu verbergen.

Constanze Spenglers witziges Bilderbuch "Seepferdchen sind ausverkauft" kommt gerade in diesen Zeiten gut an: Mika langweilt sich furchtbar, denn sein Papa arbeitet im Home-Office und hat unglaublich viel zu tun. Damit der Sohn ihn nicht ständig bei der Arbeit stört, erfüllt ihm der Papa den Wunsch nach einem Haustier. Mikas Wahl fällt auf eine Maus; die ist irgendwann verschwunden, und es muss ein Hund her, um sie wieder aufzuspüren. Damit fangen die Probleme aber erst an – Mika wird zum Stammkunden in der Zoohandlung. "Bestens geeignet für neugierige Bücherfreunde ab fünf Jahren", betont Ursula Baumgärtner.

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