Udo Hollauer (links) und Juliane Gärtner haben Jan Mücke nach den Chancen für den Bau der Ortsumfahrung Lautlingen noch vor 2020 gefragt. Foto: Eyrich

Staatssekretär Jan Mücke lässt Lautlingern die Hoffnung auf Aufnahme in nächsten Investitionsplan.

Albstadt-Lautlingen - Wie stehen die Chancen für die Ortsumfahrung Lautlingen, trotz der Verzögerungen im Regierungspräsidium Tübingen (RP) noch in den Bundesinvestitionsrahmenplan 2016 bis 2020 zu kommen? Einen, der es wissen könnte, haben Baubürgermeister Udo Hollauer und Ortsvorsteherin Juliane Gärtner gestern direkt fragen können: Jan Mücke, Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium.

 

Zur Erinnerung: Weil sich das RP – Personalmangel wird als Grund genannt – mit der Planung der Ortsumfahrung Zeit lässt, verschiebt sich erneut auch der Sichtvermerk, den das Bundesverkehrsministerium erteilen muss, damit das Planfeststellungsverfahren beginnen kann. Dauern wird Letzteres wohl zwei bis drei Jahre.

Nach Adam Riese wäre es also zu spät für das Projekt, um im nächsten Investitionsplan noch berücksichtigt zu werden, der für die Jahre 2016 bis 2020 gelten wird. Doch ist das wirklich so? "Nein", betont Mücke. "Das Tor ist noch nicht zu. Und alle arbeiten mit Hochdruck an dem Projekt." Für die Vorplanungen seien schon Kosten entstanden, "und es ist unser Ziel, Projekte im vordringlichen Bedarf auch umzusetzen".

Sobald das Planfeststellungsverfahren stehe, sei es aber auch wichtig, "wie die Region dahinter steht", betont Mücke. Die Einstufung in den Investitionsrahmenplan erfolge dann vor allem anhand der Baurechtsreife. Klagen gegen die Umfahrung hingegen könnten den Bau entsprechend verzögern.

Immer wieder erlebt Jan Mücke, dass von unerwarteter Seite noch Geld auftaucht und Projekte schneller als erwartet gebaut werden. Zudem seien in den Wahlprogrammen der beiden Regierungsparteien künftig noch mehr Mittel für Infrastrukturverbesserungen vorgesehen. Hollauer mahnte die Bedeutung der Umfahrung für die Region an: Das geplante Gewerbegebiet Hirnau für auswärtige Investoren sei nur mit ihr möglich.

Und: Es geht nicht nur um Albstadt. "Wir sind einfach abgehängt", sagt Bürgermeister Michael Maier aus Winterlingen, der gestern bei dem Gespräch ebenso dabei war wie der Balinger Oberbürgermeister Helmut Reitemann und Gastgeber Dirk Mrotzeck, Bundestagskandidat der FDP. "Von Winterlingen bis zu einer Autobahn bin ich mindestens eine Stunde unterwegs", so Maier. An manchen Stellen sei es aus topographischen Gründen unmöglich, die Verbindungen zu verbessern. "Aber dann sollte man wenigstens dort Umfahrungen bauen, wo es geht."