Warum sehe ich diesen Hinweis?

Sie sehen diesen Hinweis, weil Sie einen Adblocker eingeschaltet haben oder im privaten Modus surfen. Deaktivieren Sie diesen bitte für schwarzwaelder-bote.de, um unsere Artikel ohne diesen Hinweis lesen zu können.

Mehr zum Thema Adblocker / Privater Modus und wie Sie diesen deaktivieren, finden Sie, indem Sie auf deaktivieren klicken.

Deaktivieren

Albstadt Ministerin: "Jetzt in Zukunft investieren!"

Von
Glänzten auf hohem musikalischem Niveau: die Junge Bläserphilharmonie Zollernalb und ihr neuer Dirigent Johannes Nikol. Fotos: Eyrich Foto: Schwarzwälder Bote

Mit genau dem Optimismus, den sich Festrednerin Nicole Hoffmeister-Kraut wünscht, sind Landrat Günther-Martin Pauli und der Kreistag des Zollernalbkreises am Montagabend in das Jahr 2018 gestartet – mit bestmöglicher Musikbegleitung.

Albstadt-Ebingen. Wenn die Kreisräte des Zollernalbkreises im Jahr 2018 so mitreißend und schwungvoll agieren wie die Junge Bläserphilharmonie Zollernalb und ihr neuer Dirigent Johannes Nikol bei der Neujahrssitzung in der Festhalle Ebingen, dann erfüllt sich der Wunsch von Nicole Hoffmeister-Kraut, die als Ministerin für Wirtschaft, Arbeit und Wohnungsbau in Baden-Württemberg, aber auch als CDU-Landtagsabgeordnete die Festrede hielt – mit Charme und doch großer Ernsthaftigkeit.

Dass die Region an einem Strang zieht, wünscht sich die Balingerin, wertet die Standortentscheidung des Kreistags für ein mögliches Zentralklinikum als entsprechendes Signal nach Stuttgart und steckte danach Zukunftsziele ab: Keinen Antrag einer Kommune auf Breitbandausbau werde die grün-schwarze Landesregierung ablehnen, im Herbst beginne das Planfeststellungsverfahren für den B 27-Ausbau zwischen Nehren und Bodelshausen. Sie unterstütze die Landkreise Zollernalb, Tübingen und Reutlingen bei der Elektrifizierung der Bahn, und eine "langfristig tragfähige Lösung" für die sinnvolle Nachnutzung der Zollernalb-Kaserne in Meßstetten habe hohe Priorität in der Landesregierung, zumal sie persönlich bedauere, dass Meßstetten nicht bei der Standortwahl für eine Polizeischule zum Zuge gekommen sei. Eine "Wohnraumallianz" habe sie schon zu Beginn ihrer Amtszeit ins Leben gerufen, um den lange vernachlässigten Wohnungsbau, gebremst durch komplizierte Regeln und hohe Abgaben, ins Zentrum der Landespolitik zu rücken.

"Auch das Auto der Zukunft muss aus Baden-Württemberg kommen"

Dass die "guten Jahre" genutzt werden müssten, um in Infrastruktur und Qualität der Bildung zu investieren, betonte die Wirtschaftsministerin angesichts der Tatsache, dass die gute Konjunktur "nicht ewig anhalten" werde, 100 000 Stellen in Baden-Württemberg unbesetzt seien, Deutschland demografisch das zweitälteste Land nach Japan sei und auch bei Steuern und Abgaben stets auf Spitzenplätzen stehe. Digitalisierung schreibt die Ministerin dabei ebenso groß wie "sinnvolle bezahlbare Energiepolitik" und technologische Erfolge in der Autowirtschaft: "Auch das Auto der Zukunft muss aus Baden-Württemberg kommen!"

Angesichts einer epochalen Unternehmenssteuerreform in den USA, Chinas Tempo bei Investitionen in Wirtschaft und Emanuel Macrons Bemühungen, die französische Wirtschaft zu fördern und zu flexibilisieren, solle Deutschland Ausbildungsmöglichkeiten – auch für Flüchtlinge mit Bleibeperspektive – verbessern, Bürger, Wirtschaft und vor allem den Mittelstand entlasten sowie in Zeiten des Fachkräftemangels weder Arbeitszeiten noch das Renteneintrittsalter senken, sondern vielmehr Anreize schaffen, um erfahrene Ältere, die dazu bereit seien, weiter einzubinden.

"Kontaktieren Sie mich direkt", forderte die Wahlkreisabgeordnete alle Zuhörer auf, die ein Anliegen hätten. "Ich werde mich darum kümmern und im Rahmen meiner Möglichkeiten die Dinge voranbringen. Ich bin für Sie da", rief sie den Zuhörern zu.

Pauli: Rationale Argumente dringen nicht mehr durch Mauern aus Enttäuschung und Wut

Ebenso wie Nicole Hoffmeister-Kraut ging Landrat Günther-Martin Pauli auf die Unzufriedenheit mancher Bürger ein, bei denen die "Mauern aus Entfremdung, Enttäuschung oder Wut so stark" seien, "dass rationale Argumente nicht mehr durchdringen". Die politische Kultur habe sich verändert, die Debatten seien rauer geworden, sagte Pauli und warb dafür, klar Stellung zu beziehen "für eine friedliche, menschliche, gewaltfreie, demokratische und barrierefreie Gesellschaft".

Der Zollernalbkreis liege laut "Finanzen 100" auf Platz zehn von bundesweit 400 Stadt- und Landkreisen was Löhne, verfügbares Einkommen, Arbeitsmarkt und Mieten angehe. Die Arbeitslosenquote sei zum Jahresende auf 3,1 Prozent gesunken, der Kreis zahle täglich 2392 Euro an Schulden zurück, der Schuldenstand liege weit unter dem Landesdurchschnitt.

Weil auch Pauli die Digitalisierung als eine der wichtigsten Zukunftsaufgaben ansieht, unterstütze der Kreis den Aufbau eines kommunalen Glasfasernetzes fachlich, personell und finanziell. Der Landrat nannte Bildungsinitiativen wie die "Lernfabrik 4.0" an der Philipp-Matthäus-Hahn-Schule in Balingen, das Projekt "Digitalisierung und berufliche Ausbildung" – beide vom Land gefördert –, die Tablet-Projekte an den beruflichen Schulen und lokale Kooperationen mit der Wirtschaft.

Beim Thema Mobilität liege das Hauptaugenmerk auf dem Projekt Regionalstadtbahn Neckaralb und der Elektrifizierung der Zollernbahn sowie dem Ausbau der großen Verkehrsachsen B 27, B 32 und B 463 – um Unterstützung beim teilweise dreispurigen Ausbau auf der Zubringer-Strecke Bisingen zur A 81 werbe der Kreis derzeit beim Land. Bis zum Bau eines neuen Zentralklinikums – die Finanzierbarkeit könne erst nach entsprechenden Förderzusagen beurteilt werden – versprach Pauli die nötigen Investitionen in den Albstädter Standort des Zollernalb-Klinikums, vor allem in die beschlossene zentrale Notaufnahme. Die Krankenpflegeschulen Balingen und Albstadt würden ebenfalls dort zusammengelegt.

Allen Menschen im Kreis, vor allem jenen, die sich zum Wohl anderer engagierten, dankte Pauli und wünschte ihnen "Glück, Gesundheit, Frieden und Gottes Segen". Nicole Hoffmeister-Kraut wünscht sich noch etwas mehr: "ein bisschen mehr Zuversicht und Freude am Gelingen" – und zitierte Bundespräsident Theodor Heuss: "Der einzige Mist, auf dem nichts wächst, ist der Pessimist!"

 
 

Ihre Redaktion vor Ort Albstadt

Karina Eyrich

Fax: 07431 9364-51

Flirts & Singles

 
 
38

Kommentare

Artikel kommentieren

Kommentarregeln

Um Artikel kommentieren zu können, ist eine Registrierung erforderlich. Sie müssen dabei Ihren Namen sowie eine gültige E-Mail-Adresse (wird nicht veröffentlicht) angeben. Bei Abgabe Ihrer Kommentare wird Ihr Name angezeigt. Alternativ können Sie sich mit Ihrem Facebook-Account anmelden.

  1. Passwort vergessen?
Sie haben noch keinen Benutzer-Zugang? Jetzt registrieren!
  1. null

loading