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Albstadt Mengenrabatt auf eine Kleinfeldhalle

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So wird das Schulzentrum am Lammerberg aussehen, wenn es Ende 2024 fertig ist. Der Blick geht von der Lammerbergstraße aus nach oben. Das PGT ist schwarz , Mensa, Realschule und vorgebaute Sporthalle grau. Wo einst die Grundschule stand, wachsen Bäume – oder es entsteht vielleicht ein Sportplatz. Foto: Schwarzwälder Bote

Von Martin Kistner

Die Sanierung des Tailfinger Schulzentrums Lam­merberg wird die Stadt Albstadt nach derzeitiger Schätzung rund 43 Millionen Euro kosten. Die Vorplanung hat der Stuttgarter Architekt Hans-Ulrich Kilian am Donnerstag im Gemeinderat vorgestellt.

Albstadt-Tailfingen. Im Juli 2019 hatte die Stadtverwaltung die Gemeinderäte mit der Hiobsbotschaft in die Sommerpause geschickt, dass die Sanierung nicht wie bisher angenommen 20 Millionen, sondern mehr als doppelt soviel kosten werden. Vor diesem Hintergrund darf man die Nachricht, dass im Lauf der Vorplanung aus den damals genannten 42 Millionen Euro 43 Millionen geworden sind, fast schon als gute bezeichnen. In den 42 Millionen Euro waren Landeszuschüsse in Höhe von fünf Millionen Euro bereits berücksichtigt; die Gesamtkosten wurden bereits seinerzeit mit 47 Millionen veranschlagt. Aus diesen 47 Millionen sind mittlerweile 49 geworden, weil jetzt auch die Kostenschätzung der Schadstoff- und Betonsanierung vorliegt. Dafür kommen nicht fünf, sondern sechs Millionen aus Stuttgart. Voraussichtlich: Die Stadt hat es noch nicht schriftlich, dass das Land den totalen Abbruch der Lammerberg-Realschule als einen Spezialfall von Sanierung und mithin als zuschussfähig betrachtet!

Kilians Planer haben in diesen 49 Millionen immerhin eine Erweiterung des Bauprogramms untergebracht: Die neue Zwei-Feld-Sporthalle, die am Fuß des Schulkomplexes entsteht, ist zu klein: Wenn die Lammerberg-Schüler nicht zu anderen Tailfinger Hallen pendeln sollen, muss noch eine dritte Raumeinheit her. Kilian präsentierte den Räten drei Planungsvarianten: Die billigste, die Sanierung der alten Gymnastikhalle, die eigentlich einem Fachraum weichen soll, würde rund 860 000 Euro kosten, die zweitgünstigste, eine zusätzliche Unterkellerung der neuen Realschule, 1,06 Millionen Euro, und die teuerste, der Bau von drei statt zwei integrierten Kleinhallen, zusätzliche 1,43 Millionen Euro.

Die Gemeinderäte entschieden sich am Ende für Option drei. Die drei 15 respektive 16 mal 27 Meter großen Kleinhallen sind geräumig genug für Badminton, Basketball und Zumba; Hallenhandballturniere kann man in ihnen nicht austragen. Aber das, befand Baubürgermeister Udo Hollauer, tue auch nicht Not: Was Schulen und Vereine vorrangig brauchten, seien kleine, "intime" Hallen für Übungszwecke – große gebe es in Tailfingen genug. Das Reizvolle an Option drei ist in seinen Augen, dass Albstadt eine dank Synergien überaus billige Halle bekommt. So sah es auch eine knappe – 16 zu 14 – Mehrheit der Gemeinderäte. In diesem Zusammenhang wurde angemerkt, dass die Tage der Halle auf Stiegel gezählt seien und man sich die Chance auf günstigen Ersatz nicht entgehen lassen dürfe.

Diese zwei respektive drei neuen Hallen werden das Schulzentrum nach unten, zur Lammerbergstraße hin abschließen. Dank den tragenden Zwischenwänden sind sie stabil genug für den unteren Schulhof, der auf ihrem Dach entstehen soll. Von diesem Hof aus betritt man durch den neuen Haupteingang die neue Realschule – die alte ist ein Werk der 1950er Jahre, das keinem aktuellen Baustandard mehr genügt und ebenso wie die frühere Grundschule abgerissen wird. Die neue Realschule beherbergt auch einige der Fachräume, die künftig von beiden Schulen genutzt werden; weitere flankieren den zentralen Schulhof wie Ziffern das Uhrblatt. Dieser wird westlich von der Realschule, östlich von der untersten Terrasse des PGT, nördlich von der neuen Mensa und im Süden von einem Brückengeschoss eingerahmt, welches die Verwaltungen beider Schulen beherbergt.

Darüber erhebt sich wie bisher das PGT, das praktisch bis auf die Armierung skelettiert wird, aber immerhin erhalten bleibt. Es hat nicht weniger als neun Geschosse; der gesamte Schulkomplex wird – Barrierefreiheit ist Pflicht! – vier Fahrstühle besitzen, was nicht viel ist bei so einer Topografie. Die Innenraumgestaltung trägt den Anforderungen einer gewandelten Didaktik Rechnung: Der Frontalunterricht ist nur noch eine Unterrichtsform neben anderen; für Teamarbeit oder Einzelbetreuung bedarf es offener Flächen, Lounges und Separees.

Diese Planung fand die einmütige Zustimmung der Gemeinderäte. Frank Hipp von der SPD bekannte, sich beim Ortstermin am Lammerberg angesichts von feuchten Räumen, Treppenfluchten ohne Aufzüge und prädiluvialen PCs regelrecht geschämt zu haben. Allerdings haben die Stadträte nach wie vor Bammel vor der Höhe der Investition – die 50-Millionen-Marke ist für viele eine rote Linie.

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