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Albstadt Marmor, Stein und Eisen bricht

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’Die Freude am Singen wieder wecken möchten die Mitglieder des Laufener GEsangvereins "Harmomie". Foto: Raab Foto: Schwarzwälder Bote

Den Charakter einer Krisensitzung hatte der jüngste Probenabend des Gesangvereins Harmonie Laufen. Es ging um den Fortbestand des Vereins.

Albstadt-Laufen. Warum? Der Probenbesuch war in jüngster Zeit mehr als mangelhaft gewesen, der Versuch, einen Projektchor ins Leben zu rufen, ist trotz ansprechender Werbung gescheitert: Lediglich vier Frauen hatten Interesse gezeigt. Mit den Worten "Es ist fünf vor zwölf" beschrieb der Vereinsvorsitzende Tobias Fritsche den Ernst der Lage. Immerhin, erschienen waren nicht weniger als 16 Chormitglieder – acht Sängerinnen und acht Sänger, und auch die einzelnen Stimmen waren gleichmäßig vertreten. Fürs Singen reichte das Aufgebot allemal aus.

Doch ans Singen dachte zunächst niemand. Die eher dürftige Vorstellung in St. Hedwig lag so manchem auf dem Magen; sie haben gezeigt, dass man mehr Zeit ins Singen investieren, also regelmäßiger zu den Proben kommen müsse. Ein weiterer Diskussionspunkt war das Liedgut, an dem sich offenbar ein Generationenkonflikt entzündet: Einem älteren Sangesbruder war es zu modern, zu englisch, zu gewöhnungsbedürftig; eine jüngere Sängerin wandte dagegen ein, mit den alten Lieder allein sei es nicht getan.

Doch dann besann man sich auf die Gemeinsamkeiten, und die gereizte Stimmung wich einem konstruktiveren Geist. Man besann sich auf das, was auf der Habenseite steht: Mit Alexander Baumgärtner verfügt die "Harmonie" über einen exzellenten Chorleiter – mit dem es sich zu arbeiten lohnt, und sie hat Sänger, die in der Lage sind, im Interesse des großen Ganzen eigene Befindlichkeiten hintanzustellen, Kompromisse einzugehen und an einem Strang ziehen. Die, die da waren, versprachen sich gegenseitig, dabei zu bleiben und zusammenzuhalten. Mit Überzeugung müsse man singen, erklärte Alexander Baumgärtner, denn "der Spaß kommt von innen".

Allerdings darf auch das Außen nicht vernachlässigt werden: Die Einheit und Geschlossenheit müsse sichtbar und nicht zuletzt hörbar werden, wenn Außenstehende dazu motiviert werden sollten, in sich selbst die Freude am Gesang zu entdecken und sich der Harmonie anschließen. Jeder und jede müsse im Bekanntenkreis für die "Harmonie" werben, und gewiss lohne sich auch der Versuch, an Mitglieder des Projektchores, der 2017 das Musical "Die Schöne und das Biest" einstudierte, heranzutreten und zu sehen, ob sie sich reaktivieren ließen.

Und noch etwas tut Not: ein konkretes Ziel – denn ohne Ziel gebe es keinen Weg, erklärte Denise Niederhöfer. Ein großes Konzert sei in naher Zukunft nicht zu bewältigen, aber man könne bereits jetzt den Advent 2020 ins Auge fassen – in der Tat denkt Chorleiter Baumgärtner an ein "Quempas"-Singen, einen sakralen Liedabend mit weihnachtlichen Liedern am dritten Advent 2020. Was freilich nicht bedeute, dass man nun ein Jahr lang jeden Donnerstag nur noch Advents- und Weihnachtslieder proben wolle – modernes weltliches Liedgut gehöre ebenso ins Repertoire wie das eine oder andere alte Stück. Ziel sei ein Wandel – neue, junge Sängerinnen und Sänger sollten zum Verein stoßen und sich im Verein wohlfühlen – harmonisch vereint in der "Harmonie"!

Was singt man, nachdem man sich so seiner Moral vergewisser hat? Sinnigerweise zuerst einmal "Singen macht Spaß", danach "Marmor, Stein und Eisen bricht, aber unsere Liebe nicht" – gemeint war ganz eindeutig die Liebe zum Gesang und zum Gesangverein – und dann noch "Ein Lied kann eine Brücke sein". Ganz klar, Andreas Baumgärtner hatte sich bei dieser Auswahl etwas gedacht – auch wenn die Kuh noch nicht ganz vom Eis ist.

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