Groz-Beckert-Mitarbeiter wählen Schulnamen aus / Zufrieden mit dem Geschäftsjahr 2012
Von Martin Kistner
Albstadt-Ebingen. Zufrieden, aber nicht euphorisch hat sich die Geschäftsführung von Groz-Beckert gestern über ein Jahr 2012 geäußert, in dem Schwankungen vor allem der chinesischen Konjunktur das Marktgeschehen bestimmten. Das Jahr stand im Zeichen der Bauprojekte.
Der Absatz leicht gesunken, der Umsatz gestiegen – die eine Tendenz erklärt sich durch die vergleichsweise flaue Konjunktur besonders des chinesischen Maschinenbaus, der nach den Investitionen der vorangegangenen Jahre eine Verschnaufpause eingelegt hat, die andere Tendenz durch einen erstarkten Renminbi. Die chinesische Landeswährung, die nicht frei konvertierbar ist und als chronisch unterbewertet gilt, stieg 2012 doch einmal, und das hat den deutschen Exporteuren, unter ihnen Groz-Beckert, natürlich gut getan.
Insgesamt war die Entwicklung des Asiengeschäft, das für Groz-Beckert von immenser Bedeutung ist, schwer auszurechnen; statt des erwarteten leichten Konjunkturaufschwungs im zweiten Halbjahr kam ein leichter Abschwung. Thomas Lindner rechnet damit, dass Prognosen in nächster Zeit schwierig bleiben werden und man halt auf Sicht fahren muss.
Dramatisch ist das alles nicht. Mit einem Umsatz von 539 Millionen Euro – 2011 waren es 528 Millionen – steht Groz-Beckert gut da. Die Zahl der Mitarbeiter in Albstadt ist 2012 um rund 120 auf 2204 gestiegen; der Konzern beschäftigte Ende 2012 7927 Personen, knapp 400 mehr als ein Jahr zuvor. 2013 wird keine vergleichbaren Zuwächse bringen; für Neueinstellungen kommt allenfalls der Standort Vietnam in Betracht. Lindner geht davon aus, dass man zum Jahresende immer noch unter der 8000-Mitarbeiter-Marke liegen wird.
Ein wichtiges Thema war – und ist – das neue Gesundheits- und Bildungszentrum auf der Südseite der Bundesstraße 463, das, vielleicht mit Ausnahme der Außenanlagen, in Bälde fertig sein wird und den Kürzel-Namen GEBIZ erhalten hat. Schule, Kindertagesstätte und "Vitalzentrum" bekommen den Zusatz "Malesfelsen" – er ist aus einer Multiple-Choice-Befragung der Mitarbeiter als Sieger hervorgegangen. Offizieller Eröffnungstermin ist der 22. Oktober; vier Tage später folgt ein Tag der offenen Tür für die Mitarbeiter.
Zu diesem Zeitpunkt ist der Betrieb freilich längst angelaufen – das Schul- und Kindergartenjahr beginnt bekanntlich im September. Für den Kindergarten liegen 40 Anmeldungen vor – zum Auftakt werden 23 betreut; danach wird sukzessive aufgestockt. Die Schule startet mit 20 ABC-Schützen und sechs Zweitklässlern; teilweise wird klassenübergreifend unterrichtet. Auf größere Klassen und höhere Klassenstufen hat man fürs Erste verzichtet – die Aufgabe ist auch so groß genug. Anmeldungen für die nächsten beiden Schuljahre liegen übrigens schon vor.
Stolz ist man bei Groz-Beckert auch auf die Ausbildungssituation: 51 Lehrlinge haben 2012 ihre Ausbildung abgeschlossen; mit Rücksicht aufs doppelte Abitur wurden die Kapazitäten anschließend erhöht und 63 junge Leute angenommen. Derzeit gibt es am Standort Albstadt 140 Lehrlinge, weitere 53 kommen im August hinzu.