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Albstadt Lautlingen hat keinen Ortsvorsteher

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Ratlosigkeit im Rat (von links): Hauptamtsleiter Josef Klaiber und Melanie Hetz von der Ortschaftsverwaltung, Stimmenkönig Martin Alber, der gescheiterte Ortsvorsteher-Kandidat Heiko Peter Melle und Günter Kirschbaum, Alterspräsident des Ortschaftsrats Lautlingen. Foto: Eyrich

Albstadt-Lautlingen - Fünf Ja- und sechs Nein-Stimmen: Das war am Montag das Ergebnis im neuen Lautlinger Ortschaftsrat, als über den einzigen Kandidaten für das Amt des Ortsvorstehers abgestimmt wurde. Heiko Peter Melle fiel damit knapp durch – ein anderer Kandidat ist nicht in Sicht.

Geschlossen hat die Liste "Zukunft für unser Dorf", neu im Ortschaftsrat Lautlingen, am Montagabend für ihren Kandidaten Heiko Peter Melle bei der Wahl zum Ortsvorsteher abgestimmt. Zumindest erhielt er in geheimer Wahl fünf Ja-Stimmen – so viele, wie die Liste Sitze hat. Sechs Räte – so viele Sitze hat die Liste "Fit für die Zukunft" – votierten nicht für Melle.

Weil Juliane Gärtner mit Ende der Sitzung ihr Amt als Ortsvorsteherin abgegeben hat und es auch nicht kommissarisch weiterführen will, steht Lautlingen vorerst ohne Ortsvorsteher da. Hauptamtsleiter Josef Klaiber, der besser als die neuen Räte auf die Sitzung vorbereitet war, erklärte das weitere Prozedere: Als Ältester im Gremium sei es nun an Günter Kirschbaum, zur nächsten Sitzung einzuladen und kommissarisch die Aufgaben des Ortsvorstehers zu übernehmen, bis einer gewählt ist, was frühestens in einer Woche, also am 15. Juli, möglich sei.

Zu Beginn der Doppel-Sitzung hatten Juliane Gärtner und Oberbürgermeister Klaus Konzelmann die scheidenden Ortschaftsräte verabschiedet (wir werden noch berichten) und Konzelmann die neuen verpflichtet: Für "Fit für die Zukunft" waren das Helena Bodmer, Marc Söhn und Bernd Stauß, die neben den Wiedergewählten Thomas Haas, Holger Mayer und Frank Otterbach Platz nehmen. Für "Zukunft für unser Dorf" waren es Martin Alber, Peter Rudolf Buck, Günter Kirschbaum, Heiko Peter Melle, und Roland Schemminger, die per Handschlag und Zustimmung zur Verpflichtungsformel zu Ortschaftsräten wurden.

Streit um Ortsumfahrung hat Auswirkungen

Als Vorschläge für das Amt des Ortsvorstehers gefragt waren, plädierte Kirschbaum stehend für Melle, weil er das "Anforderungsprofil" erfülle, viel über Lautlingen wisse, politisch und wirtschaftlich denke, reden könne und Begeisterung für das Amt mitbringe. Das Gremium komme erst sechs Wochen nach der Wahl erstmals zusammen, und in dieser "Stresssituation" einen Ortsvorsteher zu wählen, sei nicht gut, sagte Kirschbaum. Ein informelles Treffen sei bisher nicht zustande gekommen. "Daran sieht man, dass eine gewisse Heterogenität entstanden ist", sagte er mit Blick auf den Keil, den der Streit um die beste Variante für die Ortsumfahrung in den vergangenen drei Jahren in die Bevölkerung des Stadtteils getrieben hat. Kirschbaum plädierte für konstruktive Zusammenarbeit und Vernunft im Umgang mit der Situation.

Heiko Peter Melle schloss sich dem an, unterstrich sein "Anliegen, die Lautlinger wieder näher zusammenzubringen" und betonte: "Ich möchte allen Ortschaftsräten die Hand reichen." Er empfahl sich als "gut vernetzt bis in die Landes- und Bundesebene hinauf", führte seine Erfahrung als Vorsitzender des Kreisblasmusikverbands mit 16 000 Mitgliedern, als Marketingleiter eines Autohauses, Webmaster und Heimathistoriker ins Feld, dem immer daran gelegen habe, "dass unser Dorf einen guten Namen hat". Zwar könne er auch "impulsiv und unbequem" sein, räumte er ein, im Ortschaftsrat gehe es ihm aber "stets um die Sache", so Melle. Um Probleme zu lösen, könne "Anbiederung nicht die richtige Lösung sein".

Frank Otterbach hielt dagegen, dass bei der Anfrage für ein Treffen nicht das Ziel definiert worden sei, sich gemeinsam auf einen Kandidaten festzulegen. Zum Anforderungsprofil für den Ortsvorsteher fügte er hinzu, es sei dessen Aufgabe, auf Augenhöhe zu diskutieren, kooperativ und fair zu sein – auch wenn es nicht in seinem Sinne laufe.

Nach der gescheiterten Wahl hielt Martin Alber der gegnerischen Fraktion entgegen, keinen Kandidaten präsentiert zu haben.

Kirschbaum kündigte an, vor der Wahl-Sitzung noch eine nichtöffentliche Sitzung einzuberufen, um den zweiten Wahlgang vorzubereiten – wofür laut Klaiber ebenfalls die Ladungsfrist gilt. In dieser Woche wird diese Sitzung also nicht mehr stattfinden.

Dem Vernehmen nach war ein Gegenkandidat zu Melle bereits im Gespräch gewesen. Dieser – nicht Mitglied des Gremiums – habe aber nach Gesprächen mit beiden Listen verzichtet.

Ihre Redaktion vor Ort Albstadt

Karina Eyrich

Fax: 07431 9364-51

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