Zu speziellen Zeiten haben die Schüler der Ignaz-Demeter-Schule schon jetzt die Möglichkeit, individuell, nach persönlichen Lernplänen und eigenen Bedürfnissen zu lernen – sobald die Ganztagsschule kommt, besteht dazu auch am Nachmittag Gelegenheit. Wichtig ist den Lehrern, dass die Kinder gemäß ihrem Tempo vorankommen und zur Eigenverantwortung erzogen werden. Foto: Eyrich

Ignaz-Demeter-Grundschule macht ab September als dritte im Albstädter Bunde erweitertes Angebot.

Albstadt-Lautlingen - Die Ignaz-Demeter-Schule wird zum nächsten Schuljahr Ganztagsschule und kommt damit den Bedürfnissen der Eltern, aber vor allem jenen der Kinder entgegen.

Immer mehr Kinder gibt es, denen zusätzliche Förderung durch Profis gut tut – und immer mehr Mütter, die weiterarbeiten möchten, auch wenn ihre Kinder vom (Ganztags-)Kindergarten in die Schule wechseln. Die Ignaz-Demeter-Schule will beiden gerecht werden und führt daher – mit Unterstützung der Stadt Albstadt – zum kommenden Schuljahr die Ganztagsschule ein. An vier Tagen können Kinder dann von 7.55 bis 14.55 Uhr die Schule besuchen – von 7 bis 7.55 Uhr steht wie bisher die verlässliche Grundschule zur Verfügung. Der Zeitpunkt 14.55 Uhr als Ende der Schulzeit sei der Bus-Beförderung geschuldet, erklärt Schulleiterin Barbara Koch. "Zudem haben die Kinder dann zu Hause noch genug Zeit zum Spielen, um Vereine zu besuchen und Zeit mit ihren Eltern zu verbringen."

Mittagessen gibt es bereits an vier Tagen

Einen vierten Tag mit Mittagstisch – die gut geführte und bei den Kindern beliebte Mensa hat bisher an vier Tagen offen – hat die Stadt bereits zugesagt, so dass von montags bis donnerstags zur 15-minütigen Vesperpause ab 8.40 Uhr und zur ebenso langen Bewegungspause ab 10.25 Uhr noch ein 70-minütiges "Mittagsband" hinzu kommt: mit Mittagessen, Bewegungs-, Spiel-, Ruhe-, Lese- und Lernzeit.

Barbara Koch und ihrem Team ist es wichtig, dass die Grundschüler an solch langen Schultagen immer wieder Entspannungszeiten haben. Die Doppelstunde Schulsport haben sie deshalb bereits auf zwei Einzelstunden verteilt. Nun soll die Bücherei in den Neubau verlegt und zu einem offenen Raum werden, in dem sich die Schüler aufhalten können – 120 Bücher hat die Schule erst kürzlich aus dem "Bücherkoffer" der Buchhandlung Osiander zusätzlich bekommen. "Wenn es Katzen hagelt" stehe die Aula als Bewegungsraum zur Verfügung, ansonsten der Schulhof, den die Schule mit Bewegungsgeräten ausgestattet hat, die Kraft, Koordination und Geschicklichkeit schulen.

Für jene Nachmittagsstunden, an denen kein Unterricht stattfindet, bekommt die Schule zusätzliche Lehrerstunden: Ab 25 Ganztagsschul-Kindern sechs, ab 29 Kindern zwölf Lehrerstunden, so dass "qualitativ gute Förderung" möglich ist, wie Barbara Koch betont. Die beschränke sich nicht nur auf Lesen und Schreiben, etwa bei Kindern mit Lese-Rechtschreib-Schwäche: Das Ignaz-Demeter-Team plant Neigungsgruppen, etwa für kleine Forscher, im Basteln und Werken, sowie weitere Vereinskooperationen.

Mit dem Tennisclub Lautlingen besteht bereits eine. Der FC 07 Albstadt kommt als nächstes hinzu, und außerdem ist ein Reitangebot in Vorbereitung, was freilich wegen des Transports der Kinder einen etwas höheren Aufwand erfordert.

Außerdem ist Barbara Koch mit der Musik- und Kunstschule im Gespräch, um die "Mukis", die Frühförderung für Kinder, auf den Nachmittag zu legen.

Eine Lehrerin wird künftig die Computer-AG leiten, die bisher zwei ehemalige Schüler angeboten haben – sie haben wegen ihrer Ausbildung dafür künftig keine Zeit mehr.

"Ab Herbst werden wir außerdem Referenzschule für Medienbildung an der Grundschule sein", freut sich die Schulleiterin, die gestern Nachmittag – zusammen mit einigen Kollegen – eine weitere Fortbildung dafür hatte.

Zunächst für ein Jahr – und immer verlässlich

In Anspruch nehmen könne die Ganztagsschule jeder Schüler – aber keiner müsse es, betont Barbara Koch. "Wer angemeldet ist, muss allerdings auch verlässlich teilnehmen oder andernfalls eine Entschuldigung vorlegen", fügt sie hinzu. Einfach weg bleiben sei dann nicht möglich. Zunächst für ein Jahr können Eltern die Ganztagsschule wählen – und sich dann neu entscheiden.

Außerdem hat Barbara Koch eine gute Nachricht für pendelnde Eltern, die das Angebot, das es bisher nur an der Kirchgraben- und der Lutherschule gibt, in Anspruch nehmen möchten: Sie können eine Änderung des Schulbezirks für ihr Kind beantragen und es dann nach Lautlingen schicken – "wir sind ja recht zentral und gut erreichbar".

Wird auch die Grundschule Laufen eingebunden, die als Außenstelle der Ignaz-Demeter-Schule geführt wird? "Wir versuchen, die Angebote dort sukzessive und behutsam einzuführen", betont Barbara Koch, verweist auf bereits bestehende Kooperationen und das Angebot der Computer-AG. "Manche der 37 Schüler, die dort in zwei Kombiklassen unterrichtet werden, nehmen auch schon an unseren AGs teil, werden dann aber von Müttern gebracht."

Grundsätzlich wollten die Laufener ihre Grundschule im Dorf halten, erklärt Jo Triller, Leiter des Amtes für Familie, Bildung, Sport und Soziales bei der Stadt Albstadt, und hat diesbezüglich eine gute Nachricht: "In Laufen haben wir steigende Geburtenzahlen." Und wer ein Ganztagsangebot nutzen wolle und dafür sein Kind bisher nach Frommern schicke, könne sich nun auch für Lautlingen entscheiden.