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Albstadt Kultur bewahren – nicht konservieren

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Vorsitzender Matthias Schwarz und seine 61 Mitstreiter im Ortsverband der Landsmannschaft Donauschwaben wollen ihr Vereinsheim "Zille" stärker für Veranstaltungen öffnen und die ausführliche Präsentation von Kultur und Geschichte bekannter machen. Foto: Schwarzwälder Bote

Die Landsmannschaft der Donauschwaben will ihr Vereinsheim "Zille" stärker öffnen, um Kultur und Geschichte der Donauschwaben wieder bekannter zu machen. Der junge Vorsitzende Matthias Schwarz geht mit Verve an die Sache.

Albstadt-Truchtelfingen. Nach den "Zillen", den "Ulmer Schachteln", haben die Albstädter Donauschwaben ihr Vereinsheim in der Konrad-Adenauer-Straße 58/1 benannt. "Das waren die großen Hausboote, mit denen die donauschwäbischen Vorfahren Anfang des 18. Jahrhunderts von Ulm aus ins panonnische Land gefahren sind", berichtet Matthias Schwarz, seit März Vorsitzender des Albstädter Verbands der Landsmannschaft. Das Gebäude, das der vormalige Vorsitzende Günther Mayer einst angemietet hatte und das inzwischen sukzessive renoviert und mit einer Küche ausgestattet wurde, beherbergt auch einen großen Raum, in dem die Geschichte und Kultur der Donauschwaben präsentiert wird. "Die donauschwäbische Lebenskultur und Lebensfreude ist etwas Besonderes", sagt Schwarz, dessen Opa aus dem Banat und dessen Oma aus Syrmien kam, dessen Vater aber schon in Deutschland geboren wurde. "Unsere Vorfahren haben Bräuche und Dialekte mitgenommen, in denen auch der Einfluss von Österreich-Ungarn steckt, etwa in den Trachten."

Und erst recht in der Küche: Paprika, scharfe Gewürze und Knoblauch seien fast in allen typischen Gerichten. Spezialitäten wie "Paprikasch", das donauschwäbische Gulasch, die Paprikabratwurst und die Krautwickel mit Reis, das "Sarmaessen", servieren die Albstädter Donauschwaben bei ihren beliebten Veranstaltungen. Ein gelernter Koch steht in der Zille an Herd und Ofen, "und sein Essen schmeckt wie von Oma", schwärmt Schwarz.

Der engagierte Vorsitzende macht kein Hehl daraus, dass es aufwendig und nicht gerade billig ist, das Vereinsheim zu bewahren, was dem Ortsverband aber besonders wichtig ist: "Hätten wir es nicht, wäre die Landsmannschaft hier nicht mehr so aktiv." 61 Mitglieder zählt der Ortsverband, und sie wollen "die Kultur erhalten, sonst geht sie verloren, aber nicht konservieren", wie Schwarz betont.

Er hat sich viele Kenntnisse über die verschiedenen Stämme, die Donauschwaben, Banater und Sathmarer Schwaben sowie die Ungarndeutschen angeeignet, kennt die Geschichte von Verfolgung im Zweiten Weltkrieg, von Lagern, in denen viele an Krankheiten und Unterernährung gestorben seien, und die Gebiete, die Trachten und Wappen.

All das und vieles mehr wie Arbeits- und Hausgeräte sind in der Heimatstube der Zille ausgestellt. Weil auch der Kreisverband des Bundes der Vertriebenen dort angegliedert ist, arbeitet Hans-Joachim Brezing gerade die Geschichte anderer Landsmannschaften auf, die keine eigenen Räume haben. Nicht zuletzt dient der Raum als Tanzsaal für die donauschwäbischen Tanzgruppen: Samstags ab 14 Uhr trainieren die Erwachsenen und Jugendlichen gemeinsam, die auch auswärts gerne auftreten..

Die "Zille" hat noch viel mehr zu bieten

Die Zille hat aber noch mehr zu bieten: die Sanitärräume, inklusive Duschen, sind schön renoviert und sogar barrierefrei. Doppelstock-Betten stehen für 40 Personen zur Verfügung. Der Grillplatz ist von viel Grün umgeben, wo Kinder Platz zum Spielen haben – ein Eingangstor sorgt dafür, dass ihre Eltern sie unbesorgt springen lassen können. Die große Küche verfügt über drei Backöfen und drei Herde und außerdem steht ein großer Kessel bereit, etwa für Kesselfleisch. Drinnen und draußen gibt es eine Bar, und im Lokal samt Stube ist Platz für bis zu 100 Gäste – beste Voraussetzungen also für das, was Schwarz vorhat: die "Zille" noch stärker als bisher zu öffnen und für die Veranstaltungen noch mehr Menschen zu interessieren.

Ferner plant Schwarz eine Backgruppe, hat sich bereits bei einem Lebensmittel-Hygiene-Seminar schulen lassen und freut sich über donauschwäbische Rezepte. Er selbst fährt im Sommer zum vierten Welttreffen der Donauschwaben, will von dort neue Tänze mitbringen und weitere Anregungen.

Vorher wird aber noch in Truchtelfingen gefeiert: Das Sommerfest der Landsmannschaft steigt am Sonntag, 7. Juli, von 11 bis 18 Uhr mit dem Trio "Twentyeleven". Außerdem legt DJ Matz Walzer, Polka und Schlager auf. Auf die Gäste warten Spezialitäten der donauschwäbischen Küche, ein Flohmarkt zum Stöbern und internationale Musik. Die Ausstellung in der Heimatstube ist offen und außerdem ist eine Hut-Ausstellung zu sehen.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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