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Albstadt Keiner vermisst Phil Collins

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Das Publikum war außer Rand und Band beim Konzert. Foto: Schwarzwälder Bote

Es war ein Abend der großen Momente: Ray Wilson, einst Sänger der legendären Band "Genesis", hat im voll besetzten Thalia seine Fans verzaubert.

Albstadt-Tailfingen. Der Einsatz bei "Genesis" ist gut 20 Jahre her, seither macht Ray Wilson sein eigenes Ding. Aktuell tourt er mit seiner Band durch Deutschland, am 1. November erscheint sein neues Doppelalbum "Upon my life". Einen vollen Terminkalender hat der Schotte, den die große Berühmtheit mehr oder weniger spontan nach einer Levis-Werbung ereilte, also immer noch. Und dass ihm seine Fans die Treue gehalten haben, hat auch der Abend im Tailfinger Thalia deutlich demonstriert.

Ray Wilson ist für seine Anhänger nicht "nur" Star, sondern ganz klar Herzensangelegenheit. Und längst nicht nur wegen seines Einsatzes bei "Genesis". Auch im Thalia braucht Wilson nur Sekunden, um das Eis zu brechen. Mitunter hat man den Eindruck, die gut vernehmbaren "Ray-Rufe" seien ihm eher peinlich.

"Wer braucht da schon Phil Collins?", mag sich sicher der eine oder andere gedacht haben. Und in der Tat: Ray Wilson, der bodenständige Schotte mit der zauberhaft rauchigen Stimme und unglaublicher Fingerfertigkeit an der Gitarre, verzauberte junge und junggebliebene Zuhörer gleichermaßen. Und das von der ersten Minute an: So rund, angenehm und volltönend ist seine Stimme – es jagte einem einen Schauer über den Rücken. Wirklich magisch.

Dennoch ist Ray Wilson der nette Typ von nebenan geblieben. Freundlich und offen plauderte der Sänger mit den Zuhörern. Er erzählte mit unnachahmlich trockenem Humor und reizendem Akzent auf Englisch aus seinem Leben und gab lustige Anekdoten zur Entstehung der einzelnen Songs preis. Der zwischenzeitlich 51-Jährige ist ein wahrhaftiger Geschichtenerzähler, der es vermag, bei seinen Zuhörern das "Kopfkino" in Gang zu setzen.

Und für Ray Wilson, den grandiosen Entertainer, muss übrigens der Begriff "unaufgeregt" erfunden worden sein: Jeans und T-Shirt – mehr braucht’s nicht. Starallüren? Komplett Fehlanzeige. Vermutlich hätte der Schotte mit der gleichen entspannten Freude auch für eine Handvoll Gäste gespielt und nicht nur vor einem restlos ausverkauften Thalia-Theater oder wie früher eben mit "Genesis" vor zig Tausenden in den riesigen Arenen dieser Welt. Ray Wilson hat einmal gesagt, es schade niemandem, gelassen mit sich selbst umzugehen.

"Ende der Welt" hat nichts mit Brexit zu tun

Zu dieser sympathischen Lebensphilosophie passte am Samstag die herrliche Musik, die er bot – große Hits aus alten, aber auch aus neuen Zeiten eingeschlossen. Dass ein Abend, der mit "Genesis Classic" überschrieben ist, bis heute funktioniert, liegt auf der Hand. Die Fans lieben die altbekannten Dauerbrenner einfach: "That’s All", "Carpet Crawlers", "Congo", "Follow You Follow Me", "Mama" und "Land of Confusion". Hier bildete auch das Publikum im Thalia keine Ausnahme, den Gänsehautalarm beim monumentalem Arrangement von "In The Air Tonight" eingeschlossen. Ergänzt wurde das mannigfaltige Repertoire durch einzelne Stücke der Genesis-Mitglieder – das legendäre "Solsbury Hill" beispielsweise.

Eine Reminiszenz an den vor knapp vier Jahren verstorbenen David Bowie gab es obendrein: Womit wohl? Klar: mit "Heroes". Aber auch die Songs von Ray Wilsons früherer Band "Stiltskin" und seine eigenen Werke – "Come The End Of The World" beispielsweise – gingen den Musikfans mitten ins Herz. Dieser Song, so grinste der Künstler spitzbübisch, habe übrigens nichts mit dem Brexit zu tun, allen aktuellen Diskussionen zum Trotz. "Gipsy" hingegen brachte das Publikum zum Tanzen, Wippen, Singen und Schnipsen.

Professionell und mit unglaublicher Freude am eigenen Tun war auch das Auftreten der Band. Die Akteure boten eine Akustikshow der Extraklasse, die direkt ins Ohr ging. Handgemachte Livemusik mit Seele eben. "Danke für diesen schönen Abend", sagte ein Zuhörer nach dem Abschluss-Applaus ergriffen vor sich hin – und sprach so vielen im Saal aus der Seele.

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