So sieht der Verkehrsknoten im Kreuzungsbereich von Unterer Vorstadt und Gartenstraße von oben aus – unten erkennt man das Haux-Fabrikgebäude, links unten die neue, links oben die alte Villa Haux. Foto: Stadt

Die Kreuzung am Knoten von Osttangente/Gartenstraße in Ebingen soll übersichtlicher und "schlanker" werden. 

Albstadt-Ebingen - Der Plan, die Verkehrsprobleme am Knoten von Osttangente/Gartenstraße durch einen Kreisverkehr zu lösen, dürfte sich endgültig erledigt haben. Der Stadtrat hat gestern anders entschieden

Seit jeher war der Verkehrsknoten ein Unfallschwerpunkt; immer wieder kollidierten aus Richtung Sigmaringen kommende Wagen beim Versuch, links in die Gartenstraße einzubiegen, mit dem wegen der kurvigen Straßenführung schlecht erkennbaren Gegenverkehr. Der Kreisel hätte hier womöglich Abhilfe geschaffen – allerdings auf Kosten der konzeptionellen Stringenz: Die Verkehrsplaner im Technischen Rathaus sind an einer Lösung interessiert, welche die Dominanz der Osttangente sichert und den Verkehr möglichst von der Bitzer Steige und Gartenstraße fernhält. Diesen Straßen ist im Gesamtkonzept keine tragende Rolle mehr zugedacht; sie sollen, wenn nicht verödet, so doch nachhaltig beruhigt werden. Ein Kreisverkehr wäre da kontraproduktiv, weil er Gleichwertigkeit suggeriert – genau das Signal, das die Stadt nicht wünscht.

Die Lösung des Problems, die nun im Zuge der Sanierung der maroden Schmiechaverdolung kommt, sieht deshalb anders aus. Die Stadt hat beim Ludwigsburger Büro BS ein Konzept in Auftrag gegeben, das nun vorliegt. Es verzichtet darauf, gordische Knoten zu zerhacken, hält sich weitgehend an den Status Quo und konzentriert sich aufs Detail. Der Grundgedanke: Die Kreuzung soll übersichtlicher, lesbarer, "schlanker" werden. Die Trichtermündung der Gartenstraße wird zu Gunsten der Fußgängerzone vor dem "Trödler" verengt; die Verkehrsinsel in der Gartenstraße verschwindet, und die Haltelinie für die Linksabbieger in die Gartenstraße wird nach Norden verlegt, so dass sie besser sehen können, was aus der Gegenrichtung auf sie zukommt.

Auch die für den Verkehr aus Norden bestimmte Linksabbiegerspur vor der Bitzer Steige kommt weg; sie wird nicht mehr gebraucht. Man wird künftig nicht mehr links in die Bitzer Steige abbiegen können – und auch nicht aus der Bitzer Steige links in die Untere Vorstadt. Für diese Verkehrsbeziehungen gibt es schließlich schon seit Jahren die neue Bogenstraße. Weitere Maßnahmen: Für die Radfahrer werden Schutzstreifen angezeichnet – und vor dem Haux-Gebäude wird die Schmiecha aus der Versenkung geholt. Je mehr Bach, desto besser.

Außer dem Verkehrsknoten davor, wird auch die Bitzer Steige umgestaltet. Die ramponierten Straßenbäume auf der Talseite werden gefällt und neue gepflanzt; der gleichfalls ramponierte Gehsteig, der schuld an ihrem Siechtum ist, verschwindet – Häuser gibt es dort ohnehin nicht. Dafür wird der Gehsteig auf der Hangseite deutlich verbreitert und durch zwei Querungshilfen besser erreichbar gemacht. Ursprünglich waren diese Arbeiten für 2014 und der Umbau des Verkehrsknotens für 2015 vorgesehen. Da es aber nicht sinnvoll erscheint, eine Straße erst zu verengen und dann mit der Funktion einer Umleitung zu belasten, wird die Umgestaltung der Bitzer Steige nun auf 2016 verschoben. Die des Knotens wird nicht vorgezogen; die Planung braucht ihre Zeit.

In der gestrigen Aussprache konnten die Wortführer von Freien Wählern und SPD, Markus Schaudt und Martin Frohme, eine gewisse Enttäuschung über den Verzicht auf einen Kreisverkehr nicht verhehlen. Er wurde ihnen freilich dadurch leicht gemacht, dass nur ein kleiner Kreisel im Angebot war – für den gewünschten großen hätte der Platz nicht ausgereicht, undteurer, Jürgen Kurz (CDU) merkte es an, wäre er auch geworden. Frohme ist es auch um den Gehweg in der Bitzer Steige und vor allem um die Aussicht, die sich von dort bietet leid – er bat Baubürgermeister Udo Hollauer, diesen Plan doch noch einmal zu überdenken. Bis 2016 sei ja noch etwas Zeit.:

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