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Albstadt Jetzt gilt’s!

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Foto: Schwarzwälder Bote

Es kommt auf jeden an. Das ist die Lehre aus der Coronavirus-Pandemie. Sie betrifft uns alle. Das sicherste Zeichen: Albstadt hat eine Haushaltssperre verhängt, obwohl die Stadt seit der Finanzkrise 2010 zig Millionen Euro Schulden abgebaut und trotzdem kräftig investiert hat. Auf einer Insel der Seligen haben sich viele gefühlt. Vorbei.

Wie haben sich Einzelhandel und Gastronomie in Albstadt seit 2010 verändert? Nicht wenige Lokale und Einzelhändler haben dicht gemacht. Derweil kurven – weit nach 11 Uhr, was verboten ist und die Stadtverwaltung endlich mal unterbinden könnte – Paketlieferanten so aufdringlich durch die Fußgängerzone, dass die Kunden am donnerstäglichen Wurst-Stand aus dem Weg springen müssen. Sie liefern Pakete aus. Mit Waren, von denen man die meisten auch in Albstadt kaufen könnte – ohne umweltschädlichen Einzel-Lieferverkehr und unverhältnismäßig viel Verpackungsmüll. Es ist ein Unterschied, ob der Buchhändler 50 Bücher in einer Kiste vom Zwischenhändler bekommt – oder 50 Einzelkunden 50 aufwendig verpackte Bücher direkt vor die Tür. Das Beispiel lässt sich auf alle Waren übertragen. Von den Klamotten, die nicht passen oder gefallen, weil man im Internet weder anprobieren noch fühlen kann, und die nach der Rücksendung oft geschreddert werden – das ist billiger als sie aufzubereiten – wollen wir gar nicht reden.

Wie Innenstädte ohne Händler vor Ort aussehen würden: Wer’s wissen will, schaut vor die Tür. Ladentüren zu. Keiner unterwegs. Wollen wir das? Wohin, wenn wir schnell etwas brauchen und nicht auf die Über-Nacht-Expresslieferung warten können? Welcher Internet-Optiker biegt mir sofort und kostenlos die verbogene Brille gerade, ohne die ich hilflos bin? Wo im Internet kann ich testen, fühlen, ausprobieren, ehe ich kaufe? Wer berät mich fachkundig, wie ich etwas anwenden muss, damit es mir nicht um die Ohren fliegt? Und welcher Internethändler hilft schnell und unbürokratisch, wenn ein Gerät den Dienst einstellt? Die Absahner der Globalisierung von A wie Amazon bis Z wie Zalando finanzieren hier, vor Ort, wo wir’s brauchen, schlicht und ergreifend: nichts! Keine Schulsanierungen, keine Kita-Betreuung, keine Straße, keine Breitband-Leitung, nichts von der Infrastruktur, die Orte erst lebenswert macht. Mittelstand und kleine Firmen sorgen dafür, dass Albstadt nicht an Lungenentzündung stirbt, wenn der größte Gewerbesteuerzahler auch nur hustet. Und: Sie tragen enorm zur Lebensqualität bei. Bummeln mit Erlebnis, im Straßencafé sitzen, Freunde treffen – Amazon und Zalando bieten das nicht.

Alles hängt zusammen. Wie dumm es war, die Arzneimittelproduktion nach Fernost zu verlagern, wissen wir bereits. Dass die Internet-Apotheke mir nicht, von jetzt auf gleich, das eilig nötige Medikament bietet, notfalls im Nachtdienst – wer möchte das schmerzhaft lernen? Wir brauchen unsere lokalen Einzelhändler und Gastronomen – nötiger denn je. Weil sie Arbeitsplätze bieten, vor Ort Steuern zahlen und Lebensqualität schaffen. Jetzt ist die Zeit, es ihnen zu danken: Nutzen wir die Liefer- und Abholangebote, kaufen wir Gutscheine für Waren und Dienstleistungen, legen wir ein Trinkgeld drauf! Wer, wenn nicht wir Älbler mit unserem Sinn für Zusammenhalt in schwerer Zeit? Und: Wann, wenn nicht jetzt?

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