Ihr technisches Wissen aus den Vorjahren kam den Machern diesmal zugute.Foto: Fiedler Foto: Schwarzwälder Bote

"FAT United": Alternativangebot der Süddeutschen Gemeinschaft diesmal online

Parallel zur Fasnet ist vom Freitag bis zum Faschingsdienstag "FAT United", das Alternativangebot der Süddeutschen Gemeinschaft, über die Bühne gegangen. Allerdings coronabedingt anders als sonst, nämlich online.

Albstadt-Tailfingen. Bereits in den vergangenen Jahren war das Programm von FAT-United zusätzlich per Livestream aus der Meßstetter Festhalle in die Wohnzimmer übertragen worden – das dabei erworbene Wissen und technische Equipment kamen den Veranstaltern in diesem Jahr sehr gelegen. Ein kleiner Stab von Mitarbeiten – statt 100 waren diesmal weniger als 20 im Einsatz – bereitete in einer Tailfinger Fabrikhalle das gewohnt vielfältige Programm für die fünf Abende vor. Das Desinfizieren der Hände und Abstandhalten waren Pflicht, und natürlich auch das Tragen von Masken – abnehmen durfte sie nur, wer gerade aktiv am Programm beteiligt war, sei es als Redner, sei es als Musiker. Die Technikpults waren weitläufig über die Halle verteilt; Pulks vor den Pults sollten tunlichst vermieden werden.

Die Bühne, die der in einem Fernsehstudio, glich, war in drei separate Bereiche aufgeteilt: einen für die Band, einen für den Prediger und einen für den "Netman".

Der auffälligste Unterschied zum gewohnten "FAT-United"-Format: Die 350 Zuschauer fehlten; es bedurfte deshalb auch keiner Festhalle – für die Online-Version genügte trotz Abstandsregeln eine kleinere Fläche.

Jeder Abend begann mit einem einstündigen Programm aus Musik, Predigt und Online-Interaktion, das auf YouTube gestreamt wurde. Zu den von früheren Veranstaltungen vertrauten Konstanten zählten Moderatorin Annika, die FAT-Band und der zentrale Programmpunkt Predigt; ein Novum war der Auftritt des "Netman": Der erst 19-jährige Marco Binger stellte den Insta­gram-Followern interaktive Aufgaben, trug die Reaktionen der Zuschauer in den Sozialen Medien zusammen und ließ sie online über Themen abstimmen, Bilder posten oder Fragen beantworten. Auf diese Weise waren die Jugendlichen – mindestens 250 dürften jeden Abend mit von der Partie gewesen sein – trotz räumlicher Distanz ganz nah am Geschehen.

Aus Kassel war Prediger Andy Müller vom Deutschen Jugendverband "Entschieden für Christus" angereist und zeigte sich beeindruckt von "FAT United" in Tailfingen: "Enorm, wie hier das eigentlich Unmögliche möglich gemacht wird: eine Jugendwoche unter Pandemiebedingungen." Auch Müller nutzte für seine Predigten die sozialen Medien und griff die Antworten auf Lebensfragen wie "Was macht dir Angst? Was gibt dir Hoffnung?", welche die Jugendlichen anonym auf der Plattform sli.do gaben, direkt auf. Sein Fazit: "Wir leben in sozialer Distanz, aber Jesus braucht keinen Abstand – mit ihm ist Begegnung immer möglich." Und: "Es gibt einen Gott, der heruntergekommen ist, um dir deine Last abzunehmen. Damit du wieder aufrecht gehen und Menschen frei begegnen kannst."

Wer nach dem einstündigen Programm noch nicht abschalten wollte, war auf die Plattform Zoom eingeladen, die mit vielfältigen Angeboten wie Kahoot-Quizz, Schach, einem Pilates Workout, einem von Mitarbeitern gedrehten Sketch und einer Backstage-Tour hinter die Kulissen des FAT-Studios aufwartete – oder einfach mit der Möglichkeit, im Online-Begegnungsraum mit Leuten vom "Zeit-für-Dich-Team" ins Gespräch zu kommen. Außerdem gab es eine "Online-Challenge" samt Gewinnspiel, Gemeinschaftsspiele und Fragestunden mit Prediger Müller.

Den Schlusspunkt fürs Team setzten allabendlich die Abschlussbesprechung, bei der Münder und Nasen längst wieder bedeckt waren – und der prüfende Blick auf die Füllhöhe des Desinfesktionsmittels in den Spendern. Für den nächsten Drehtag.

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