Engel-Expertin und Buchautorin spricht in Lautlingen über das Jahr 2012 und viel wichtigere Botschaften

Von Karina Eyrich

Albstadt-Lautlingen. Um das Thema "2012" kam sie dann doch nicht herum bei ihrem Vortrag in Lautlingen. Doch vom Weltuntergang will Engel-Expertin Jana Haas nichts wissen. Die Menschen und ihr Leben sind es, die sie interessieren.

"Nur ein Datum" sei der 21. Dezember 2012, sagt Jana Haas, die auf Einladung der Buchhandlung Glock am Dienstag im Schloss Lautlingen sprach. Während manche glauben, dass zur Wintersonnenwende die Welt untergeht, weiß die Buchautorin, dass im Kalender der Maya dann nur ein Abschnitt aufhört und ein neuer beginnt. "Ich bin wahrscheinlich die einzige Engel-Expertin, die kein Buch über 2012 geschrieben hat", sagt Jana Haas. "Und meine Artikel zur Frage ›Was bringt das neue Jahr‹ wollte keine Zeitschrift haben – sie waren zu unspektakulär."

Angst zu sähen – davon hält Jana Haas nichts. "Angst kann auch verblöden", stellt sie klar. "Packt man Menschen mit Angst, so sind sie einem hörig" – ein Zustand, den die 32-Jährige für fatal hält. Sie stellt stattdessen heraus, dass die Menschheit in ein Zeitalter des freieren Geistes eintrete – weg vom blinden Glauben hin zum erlebten Glauben. "Es ist unsere Aufgabe in der heutigen Zeit, Weisheit vorzuleben", sagt sie. "Wir wollen nicht missionieren und belehren, sondern leben und leben lassen." Jeder solle selbst überprüfen, ob etwas für ihn stimmig und umsetzbar sei.

Warum ist Wissen Macht? Darauf hat Jana Haas eine deutliche Antwort: "Weil wir uns dann weniger von außen beeinflussen lassen." Nicht darauf, keine Probleme zu haben, komme es heute, da die Menschen in Europa nicht mehr ums Überleben kämpfen müssten, an, sondern darauf, ihre Probleme zu lösen. "Nutze ich das Leben, oder verbrauche ich es nur?" – diese Frage solle sich jeder stellen und dabei nicht seine Schwachstellen im Mittelpunkt sehen, sondern seine Stärken.

Zwar könnten die Menschen nicht immer bestimmen, was auf sie zukomme, betont die Autorin. "Aber wir können immer bestimmen, wie wir dem begegnen." Es mit Würde zu tun, sei wichtig, sagt sie. "Die größte Würde ist für mich, seine eigene Meinung vertreten zu können." Keine Angst vor der Angst zu haben, sei ein Schlüssel dazu. "Hilf Dir selbst, dann wird Dir geholfen."

Es sind keine komplizierten, sondern oft einfache, aber darum besonders eingängige Botschaften, die Jana Haas weitergibt. Und die kommen beim gespannt lauschenden Publikum im voll besetzten Saal des Stauffenbergschlosses an. So reihen sich am Ende fast alle Zuhörer geduldig ein, um ein Buch vom reich bestückten Büchertisch signieren zu lassen und viele hoffen, dass Jana Haas – wie schon 2011 – auch 2013 wiederkommen wird. Zumal die Welt am 21. Dezember 2012 nicht untergeht.

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