Stadtarchivarin Dorothea Reuter berichtet aus der Geschichte
Albstadt-Ebingen (müb). Die Anfänge der Bücherei Ebingen reichen, was die Vorläufer angeht, zurück in die 1850er Jahre, berichtete Stadtarchivarin Dorothea Reuter. 1853 sei die Leihbibliothek Robert Göbel gegründet worden, und 1855 konstituierte sich der Leseverein im Gasthaus Bären in Ebingen. Ein beheiztes und beleuchtetes Lesezimmer später wanderte die Vereinsbibliothek in das Wohnzimmer eines Vorstandes. Der Kaufmann Carl Beck gründete 1861 ebenfalls eine Bibliothek, und noch weitere Vereine richteten Bibliotheken ein.
In den 1860er Jahren sei auch von staatlicher Seite die Bedeutung der Bücherein für Fort- und Weiterbildung erkannt worden, so Reuter, und so seien 1870 erstmals 20 Gulden für die Beschaffung von Büchern geflossen. Der erste bekannte Bibliothekar in Ebingen sei der Kaufmann Carl Groz von der Kräuterhandlung Groz gewesen, der Bücher aus dem Bücherschrank seiner Wohnung verliehen habe. Diese Rolle habe der Zeichenlehrer Gottlob Ziegler übernommen, bevor Spitalmeister Ludwig Rieber unter Schulteiß Hartmann erstmals ein jährliches Gehalt als Bibliothekar erhalten habe. Rieber’s Nachfolger Andreas Beck war der letzte Bibliothekar der alten Form.
Die städtische Bibliothek wurde 1900 in der Realschule, der heutigen Hohenbergschule, eingeweiht. Realschullehrer Gotthilf Kiefner habe im Sog der Gründung öffentlicher Lesehallen 1912 die "Städtische Lesebibliothek" ins Leben gerufen, und während der Inflationszeit um 1923 sorgte Fabrikant Adolf Groz dafür, dass die Bestände ständig ergänzt wurden. Aus Platzmangel zog die Bücherei 1931 in Zeiten wirtschaftlicher Not in den Kirchgraben 17 um und änderte ihren Namen: Seit 80 Jahren heißt sie "Stadtbücherei Ebingen".
In den 1950er Jahren erneut vergrößert, war sie ab 1957 Freihandbücherei im Anbau des Hallenbades. Seit dem Umzug ins Bildungszentrum 1985 wurde daraus auch eine Begegnungsstätte mit Außenstellen: im Uhlandsgarten in Tailfingen und in der Ortsmitte von Onstmettingen.