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Albstadt In Südostasien weit mehr als Pfarrer

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In dieser Kapelle in Singapur – aber auch an anderen Orten in Südostasien – hat Hans-Joachim Fogl Gottesdienste zelebriert. Foto: Schwarzwälder Bote

Sein Aktionsradius zieht sich nun zusammen, sein Horizont aber ist weit: Am Sonntag wird Hans-Joachim Fogl als neuer Pfarrer der katholischen Seelsorgeeinheit Talgang eingesetzt. Der 59-Jährige hat viel erlebt.

Albstadt-Tailfingen. Die größte deutschsprachige Gemeinde in Südostasien hat Hans-Joachim Fogl bis zum Spätherbst 2019 geleitet: Im Stadtstaat Singapur war der gebürtige Esslinger, der von 2001 bis 2004 schon die deutschsprachigen Gemeinde Santa Maria dell‘ Anima in Rom leitete, seit 2004 Seelsorger: für zuletzt 230 Familien der katholischen deutschen Auslandsgemeinde. Nun, da er die Leitung der katholischen Seelsorgeeinheit Talgang übernimmt, wird der 59-Jährige eine größere Gemeinde auf viel kleinerem Raum betreuen, nur noch zwischen den Tailfinger Kirchen St. Elisabeth und St. Franziskus, zwischen St. Maria Onstmettingen, St. Antonius Truchtelfingen und der italienischen Gemeinde SS. Sposi Giuseppe e Maria pendeln müssen.

Bisher musste Fogl das Flugzeug besteigen, um zu seinen Wirkungsorten zu kommen: Jedes erste Wochenende im Monat verbrachte er seit 2008 in Kuala Lumpur, einer Filialgemeinde auf der Malaysischen Halbinsel. Noch weiter nördlich liegt Penang, für das er zuständig war. Parallel half Fogl von 2006 bis 2009 in Hongkong aus, flog seit 2015 alle sechs Wochen für drei Tage nach Ho-Chi-Minh-Stadt in Vietnam, um für die deutschsprachige Gemeinde da zu sein, und kümmerte sich 14 Jahre lang um Sozialprojekte der Gemeinde Singapur und der dortigen Deutschen Schule in der Provinz Kep in Kambodscha. "Da galt es den Kontakt zu halten, die Spendengelder im Blick haben, neue sinnvolle Projekte zu suchen, Gemeinde- oder Firmfahrten dorthin zu organisieren und Menschen zusammenführen", sagt Fogl.

Als Koordinator der Region Süd-Ost-Asien seit 2009 organisierte der Pfarrer zudem die halbjährlichen Konferenzen der Seelsorgerinnen und Seelsorger der deutschsprachigen Gemeinden der Region. Und trotz aller Unterschiede zu dem, was ihn nun erwartet, sagt er: "Die Aufgaben sind ähnlich wie in einer deutschen Pfarrei." Monatliche Treffen für Firmlinge, die Begleitung der Kommunioneltern bei wöchentlichen Gruppenstunden, Predigtvorbereitung, Sonntagsgottesdienst und unter der Woche in unregelmäßigen Abständen englischsprachige Gottesdienste in lokalen Gemeinden oder Ordensgemeinschaften gehörten dazu. An der Deutschen Schule hat Fogl sechs Wochenstunden lang die Oberstufe unterrichtet – und alle Büroarbeiten für seine Gemeinde erledigt: "Hauptamtliche Mitarbeiter/ oder eine Sekretärin gibt es nicht – kann es wegen der Rechtslage in Singapur für eine Auslandsgemeinde nicht geben."

Als reichte das nicht, waren auch Fogls diplomatische und kommunikative Fähigkeiten gefragt: "Wichtig sind die Kontakte zu den deutschsprachigen Institutionen wie Botschaften, Handelskammer, Deutsche Schule, politischen Stiftungen, Goethe Institut, Deutscher Club, Schweizer Schule, Schweizer Club und lokale Kirche", berichtet er. Hinzu kamen regelmäßige Treffen mit lokalen Pfarrern, dem Erzbischof und dem Nuntius, der auch Delegierter für Vietnam ist und für ihn deshalb ein wichtiger Ansprechpartner war.

Das Wichtigste: Menschen zusammenbringen

"Die bedeutendste Aufgabe war es, Menschen zusammenzuführen", resümiert Fogl. "Weil vor allem auch die kleineren Gemeinden großes Interesse an deutschsprachigen Gottesdiensten, Katechese und Gemeindeleben haben, leben Gemeinden vor Ort vom Miteinander und dem persönlichen Engagement der Gemeindemitglieder. Das funktioniert wunderbar."

Seine Zeit in Asien hat Hans-Joachim Fogl sehr genossen: "Ich hatte ein Pfarrhaus als Gemeindezentrum, eine Kirche, ein Auto und viele liebe Menschen, die am Gemeindeleben teilnahmen und gemeinsam Gemeinde gestaltet haben. Alle die, die unter der Woche Anzug und Krawatte oder Schuluniform trugen, kamen am Sonntag leger zur Kirche. Von den meisten wusste ich mit der Zeit zwar, wo sie arbeiten, aber welche Position sie inne hatten, wusste ich oft nicht. Am Sonntag und in der Kirche sollte die Arbeit ruhen."

Schwierig sei allein die Zeit um die Sommerferien gewesen, wenn meist bis zu 30 Familien die Gemeinde verließen und es Abschied nehmen hieß – um nach den Sommerferien neue Familien zu begrüßen und zu integrieren. "Das gelang mir als Pfarrer glücklicherweise immer ganz gut", sagt Fogl. "Für viele Familien und vor allem Kinder und Jugendliche war das immer sehr emotional."

Nun also beginnt für den Seelsorger das Kontrastprogramm auf der kühlen Alb, wo Fogl maximal fünf Auto-Minuten zu seinen Gottesdiensten brauchen und viele tief verwurzelte Älbler zu seinen Gemeinden zählen wird. "Man sagt: für jedes Jahr im Ausland braucht man einen Monat zur Eingewöhnug", sagt Fogl und schmunzelt. Tatsächlich aber ist er – nach seiner bewussten Entscheidung zum Wechsel – auch gedanklich schon gut angekommen, woran sein Studienfreund und Vorgänger Anton Bock nicht ganz unschuldig sein dürfte, denn von Besuchen bei ihm kennt Fogl den Talgang bereits. In einem Punkt muss er sich gar überhaupt nicht umstellen: Seine Gemeinde in Singapur trägt den Namen der Heiligen Elisabeth – so wie die Tailfinger Kirche, in deren Pfarrhaus er seit Samstag daheim ist.

Der Gottesdienst zur Investitur am Sonntag ab 15 Uhr in St. Elisabeth ist coronabedingt den geladenen Gästen vorbehalten. Öffentlich sind Fogls erste Gottesdienste am Samstag, 27. Juni, ab 18.30 Uhr in St. Franzikus in Tailfingen, am Sonntag, 28. Juni, ab 9.15 Uhr in St. Elisabeth, ab 10.45 Uhr in St. Maria in Onstmettingen und der italienische Gottesdienst ab 17 Uhr in St. Elisabeth sowie am Samstag, 4. Juli, ab 18.30 Uhr in St. Antonius in Truchtelfingen. Anmeldung in den Pfarrbüros ist jeweils erforderlich.  Die Investitur wird live im Internet übertragen unter der Adresse https://www.youtube.com/channel/UCCJqAE0VUT4tS4QZmVFPtTg.   Im Interview erzählt Hans-Joachim Fogl von seinen Erlebnissen und Erfahrungen in Südostasien auf der Doppelseite 18/19.

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