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Albstadt Im Vordergrund stehen Probleme des Alltags

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Pfarrer Matthias Ströhle vor der evangelischen Stadtkirche in Sigmaringen: Als Hochschulseelsorger ist er vor Ort, wie auch am Standort Ebingen für die Studierenden zuständig. Foto: Merk Foto: Schwarzwälder Bote

Von der Schwerbehindertenvertretung bis hin zum Datenschutzbeauftragten: Die Hochschule Albstadt-Sigmaringen hat für jeden Fall den richtigen Ansprechpartner. Einer von ihnen ist Matthias Ströhle – der Hochschulseelsorger.

Albstadt/Sigmaringen. Ob evangelisch oder katholisch, ob Moslem, Jude, Buddhist oder sogar Atheist: "Meine Türe steht jedem offen", sagt Hochschulseelsorger Matthias Ströhle. Seit gut eineinhalb Jahren ist er evangelischer Pfarrer in Sigmaringen und hat parallel dazu einen Teilauftrag von 25 Prozent als Seelsorger der Hochschule übernommen, der sich wohlgemerkt auch auf Albstadt erstreckt. "Ursprünglich dachte ich, dass vor allem das Thema Bildung im Vordergrund stehen würde", berichtet Ströhle: "Tatsächlich sind es aber viele seelsorgerische Themen, mit denen die Studierenden zu mir kommen." Das sind natürlich nicht nur religiöse Anliegen. Im Vordergrund steht der Alltag: Probleme mit dem Studium, Heimweh nach Eltern und Geschwistern, auch finanzielle Schwierigkeiten, etwa mit der Miete für Wohnung oder WG-Zimmer.

Was kann in solchen Situationen ein Pfarrer tun? Zuhören? Beten? Sicherlich auch. Aber der Hochschulseelsorger kann auch aktiv werden. Er ruft beispielsweise Behörden an oder leitet, wenn ihm andere Helfer, etwa die psychologische Beratungsstelle, geeigneter erscheinen, den Problemfall an die richtige Stelle weiter: "Wenn mich zum Beispiel ein Student kontaktiert, weil er kein BAföG mehr bekommt und sich deshalb seine Bleibe nicht mehr leisten kann, dann ruf ich erst mal beim BAföG-Amt an und versuche in Erfahrung zu bringen, was los ist." Falls das Problem sich im Gespräch nicht ausräumen lässt, dann hilft Ströhle seinem Studenten dabei, eine andere Lösung zu finden. "Als Pfarrer bin ich über die Gemeinde und darüber hinaus gut vernetzt – und manchmal kann ich auch Türen öffnen, indem ich sage ›Ich bin Pfarrer und ich möchte jemandem helfen‹." Bei familiären Konflikten sucht er auch das Gespräch mit Eltern, Geschwistern oder anderen Angehörigen.

Manche sprechen ihn zwischen Tür und Angel an

Wie oft werden solche Hilfen in Anspruch genommen? Im Schnitt kommt alle zwei Wochen ein Student mit einem Anliegen zu Ströhle: "Manche kontaktieren mich auch per E-Mail oder sprechen mich zwischen Tür und Angel an, wenn sie mich sehen." Dass der Andrang nicht größer ist, könnte, wie der Hochschulseelsorger mutmaßt, auch daran liegen, dass viele nicht wissen, dass ein Pfarrer ähnlich wie Ärzte und Psychologen der Schweigepflicht unterliegt. Einige fürchten vielleicht auch, dass sie eine Verpflichtung eingehen, wenn sie sich mit mir auf einen Kaffee treffen, um sich etwas von der Seele zu reden. Das ist natürlich nicht so!"

Als Vorteil stuft Ströhle dagegen seine natürliche Distanz zur Studiensituation ein. Wer ihm gegenüber bekennt, dass er Schwierigkeiten mit einem bestimmten Fach hat oder sich über seine Studienwahl im Allgemeinen unsicher geworden ist, muss nicht befürchten, dass das irgendwelche Konsequenzen haben könnte: "Es ist einfach etwas anderes, so etwas jemandem zu erzählen, von dem man keine Noten bekommt und der nicht unmittelbar zur Hochschule gehört und in direkter Beziehung zu den Professoren steht. Aber trotzdem helfen kann – denn dafür bin ich da."

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