Hat neue Eigentümer: das Hochhaus in der Heubergstraße 13. Foto: Eyrich

Nach Bieterduell: Rangendinger Eheleute ersteigern 51 Wohnungen für 757.000 Euro.

Albstadt-Tailfingen - Das Hochhaus in der Heubergstraße 13 auf Stiegel, dessen Eigentümer vor anderthalb Jahren für Aufsehen gesorgt hatte, als er seinen Mietern die Wohnungen nicht mehr beheizte, ist zwangsversteigert worden und für 757 .000 Euro unter den Hammer gekommen.

Diesen Betrag hatte ein Ehepaar aus Rangendingen geboten, das nach einem lebhaften Bieterduell von drei Interessenten den Zuschlag erhalten hatte. Dem Vernehmen nach besitzt es bereits mehrere andere Immobilien und will die 51 Wohnungen ihres neuen Besitztums nach einer umfassenden Sanierung wieder vermieten. Als Verkehrswert des Hauses hatte der Gutachter 520. 000 Euro festgesetzt – letzterer hatte den Wert der einzelnen Wohnungen zwischen einem und 19 .500 Euro angesetzt. Das Anfangsgebot betrug 270. 000 Euro – in der ersten Versteigerungsrunde darf ein Objekt nicht für weniger als die Hälfte des Verkehrswerts über den Tisch gehen.

Der Ertrag der Versteigerung geht zum größten Teil an die Landesbank Baden-Württemberg, die Hauptgläubigerin des vormaligen Eigentümers. Dieser hatte im Februar 2014 mangels Liquidität die Eröffnung des Insolvenzverfahrens beantragt und stand mit einer hohen sechsstelligen Summe bei der Landesbank in der Kreide.

Der Stadt Albstadt, die im Amtsgericht durch Baubürgermeister Udo Hollauer vertreten war, schuldete er ebenfalls Geld, nämlich Grundsteuerzahlungen in fünfstelliger Höhe. Sollte die Stadt selbst Interesse an der Immobilie gehabt haben, dürfte es sich innerhalb kurzer Zeit gelegt haben – als es ans Bieten ging, schwieg Hollauer still.