Am Bahnhof in Tailfingen hat der Verein RegioStadtbahn seine Plakate – zwölf sind es – präsentiert.Fotos: Otte Foto: Schwarzwälder Bote

Talgangbahn: Erwin Feucht und die Grünen wollen dem Projekt in die Gänge helfen

Albstadt-Tailfingen. Über die Bedeutung, die eine Wiederbelebung der noch nicht entwidmeten Talgangbahntrasse für die regionale Mobilität haben würde, hat sich Erwin Feucht, Landtagskandidat von Bündnis ’90/Die Grünen für den Wahlkreis Zollernalb, bei der Bürgerinitiative ProRegioStadtbahn informiert, und zwar vor Ort, am Bahnhof Tailfingen, im Gespräch mit Albrecht Dorow, Thomas Klein, Johannes Frank und Dieter Miller sowie dem Grünen-Stadtverbandsvorsitzenden Markus Ringle.

Das neue Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz des Bundes von 2020 bedeute einen großen Fortschritt, ermögliche es doch eine Förderung der Baukosten – sie werden aktuell auf 50 Millionen Euro geschätzt – in Höhe von 95 Prozent sowie der Kosten der Vorstudien und des späteren Betriebs. Die verbleibenden Kosten von geschätzten 2,5 Millionen Euro könnten sich der Zollernalbkreis als Eigentümer der Bahn und die Stadt Albstadt teilen.

Eine aktuelle Studie prognostiziert eine tägliche Passagierzahl von 1000 Personen, erfuhr Feucht von den Vereinsmitgliedern. Die Talgangbahn mit ihren rund neun Kilometern Streckenlänge und zwölf Haltestellen erschließe eine Bevölkerung im Tal der Schmiecha von rund 20 000 Menschen. Diese Kennwerte haben dem Projekt den Schritt in die Förderkategorie 2 ermöglicht.

Eine große Gruppe der potenziellen Passagiere der Talgangbahn würden Schüler sein. Sie könnten von Onstmettingen über den Halt in Balingen-Süd ins dortige Schulzentrum gelangen oder von Laufen oder Lautlingen in die Schule nach Tailfingen fahren – schnell und ohne umzusteigen. Für den Schülertransport im Talgang sind aktuell rund 100 Busfahrten täglich erforderlich. Auch Berufspendler könnten dann auf den Öffentlichen Personennahverkehr umsteigen, hofft Feucht: Die modernen elektrischen Züge der Regionalstadtbahn – sie haben nichts mehr gemein mit dem "alten Triebel", der einst die Trasse befuhr – brächten sie direkt bis nach Tübingen. Sollte das Projekt den Zuschlag bekommen.

Nun beginne die Phase des "Windhundrennens", hob Erwin Feucht hervor, der sich in den Mechanismen der Landespolitik intensiv eingearbeitet hat. Im künftigen Stuttgarter Landtag werde dieser Beitrag zur neuen Mobilität im Fall seiner Wahl ganz oben auf seiner Agenda stehen, kündigte er an.

Markus Ringle sagte ihm die Unterstützung der Grünen in Albstadt zu: Es gelte, keine Zeit zu verlieren, denn wenn die Fördergelder durch andere konkurrierende Projekte ausgeschöpft seien, ginge Albstadt leer aus. "Wir dürfen diese einmalige Chance nicht vertun. Der Gemeinderat ist gefordert, schnell zu handeln", mahnte Ringle. Die Bürgerinitiative will das Ihre dazu tun, auch in der Bevölkerung Zustimmung für das Projekt zu erzeugen. In Kürze werden zu diesem Zweck an zwölf Standorten im Talgang große Transparente aufgehängt. Der Slogan: "Hallo Stadtbahn".

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