Häusliche Gewalt (Symboldbild) kann auch durch Sondersendungen ausgelöst werden. Foto: Rockafox – stock.adobe.com

 "Unverhältnismäßig hoher Konsum" von Sondersendungen. Amtsgericht verurteilt 53-Jährigen zu Bewährungsstrafe. 

Albstadt-Ebingen - Das Amtsgericht Albstadt hat einen 53-jährigen Mann aus Albstadt wegen gefährlicher Körperverletzung zu sieben Monaten Haft auf Bewährung und zu 60 Stunden gemeinnütziger Arbeit verurteilt. Er hatte seine Lebensgefährtin verprügelt und gewürgt.

Laut Anklage hatte der 53-Jährige am Abend des 4. April seine Freundin mehrmals mit einen Spazierstock aus Holz geschlagen, anschließend an den Haaren gezogen, gegen die Beine getreten haben und ihr schließlich den gebogenen Griff des Spazierstocks der Frau dergestalt um den Hals gelegt, dass ihr die Luft wegzubleiben drohte. Sie trug Hämatome und Wunden am ganzen Körper davon; dass daran der Angeklagte die Schuld trug, war in der Gerichtsverhandlung unstrittig, denn er leugnete nicht und war in vollem Umfang geständig.

Zu viele Corona-Sondersendungen angeschaut?

Aber wie war es zu diesem Gewaltausbruch gekommen? Laut Aussage der Lebensgefährtin deshalb, weil ihr sein unverhältnismäßig hoher Konsum von Corona-Sondersendungen im Fernsehen sauer aufgestoßen sei und sie deshalb Streit angefangen habe. Erst verbalen, was der Zeugin zufolge nicht unüblich in der Beziehung war, und dann handgreiflichen: Sie habe dem Partner einen Faustschlag versetzt; darauf sei er zu Boden gestürzt. Als er wieder stand, habe er den Stock in der Hand gehabt.

Was weiter geschah, ist bekannt; die Paarbeziehung der Beiden hat es offenbar nicht nachhaltig beschädigt: Sie leben weiterhin zusammen und wollen sich seit April nicht mehr gestritten haben. Die Tat an sich hätte, wie die Richterin darlegte, ein höheres Strafmaß rechtfertigt; sie habe jedoch mildernde Umstände gelten lassen: zum einen, weil der Angeklagte kooperativ und geständig, zum anderen, weil er nicht vorbestraft war.

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