Seit der große Kreisverkehr am Südportal des Ebinger Tunnels einspurig ist, kracht es dort wesentlich seltener. Foto: Kistner

Bilanz nach fast einem Jahr Testlauf: ein einziger Unfall. Verwaltung will zweite Spur ganz beseitigen.

Albstadt-Ebingen - Bald ein Jahr ist vergangen, seit Stadt und Gemeinderat beschlossen, einmal versuchsweise der Empfehlung der Polizei zu folgen und die zweite Spur des unfallträchtigen großen Ebinger Kreisverkehrs zu sperren. Welches Ergebnis hat das Experiment erbracht?

Laut Ursula Schurer, der Leiterin der Albstädter Straßenverkehrsbehörde, ein bemerkenswert eindeutiges: Ein einziger Unfall hat sich in den Monaten, die der Testlauf nun schon währt, ereignet; setzt man die statistischen Zahlen der Vergangenheit – im Schnitt zehn Verkehrsunfälle pro Jahr – dazu ins Verhältnis, ergibt das eine Verringerung um 90 Prozent! Der große Kreisverkehr zwischen Westtangententunnel und Karlsbrücke wird nicht länger als "Unfallhäufungsstelle" geführt.

Aber um welchen Preis? Etwa die von den Befürwortern der Überholspur beschworenen Fahrzeugstaus bis hin zum Friedhof und zum Eisplatz? Mitnichten, erklärt Baubürgermeister Udo Hollauer – auch zu Stoßzeiten, etwa in der spätnachmittäglichen Rush Hour, habe der einspurige Kreisverkehr seine Aufgabe anstandslos erfüllt und den Verkehr ohne Staus und unangemessen lange Wartezeiten kanalisiert und verteilt. Und das in einem Jahr, in dem Tunnel und Westtangente wegen des Umbaus der Osttangente zusätzliche Verkehrslasten bewältigen mussten. Der Kreisel habe mithin eine Nagelprobe unter verschärften Bedingungen bestanden.

Zweispurigkeit ist für die Stadt kein Thema mehr

Aber bedeutet das nicht, dass das Experiment, das ja schon eine ganze Weile dauert, beendet und dem bisherigen Provisorium Dauer verliehen werden könnte? Ganz klar, die Stadtverwaltung wird dem Gemeinderat empfehlen, die zweite Spur nicht wieder zu reaktivieren, sondern ganz zu beseitigen – aber eilig hat sie es damit nicht. Noch, so Udo Hollauer, sei keineswegs klar, wie ein einspuriger großer Kreisverkehr am Ende aussehen könnte; das Spektrum reicht von weißen statt gelben Markierungen bis zur Erweiterung und Neugestaltung der zentralen Verkehrsinsel. Hollauer selbst wäre letztere Variante die liebste, aber die ist natürlich auch teurer, und das letzte Wort hat in dieser Sache der Gemeinderat.

Und wann? Eins nach dem anderen – das Parkdeck Langwatte und die Bitzer Steige sind derzeit dringlichere Aufgaben des Baudezernats; Hollauer geht momentan davon aus, dass es Herbst wird, bis er dem Gemeinderat eine Planung vorlegen kann. Bis dahin geht der Testlauf weiter – jetzt halt unter normalen Bedingungen. Ohne Baustelle.