Reiner Stegmüller steht bereit: Er will bei der Wahl des Oberbürgermeisters am 8. März die Stimmen jener, die wie er mit der städtischen Politik unzufrieden sind. Foto: Kistner

Reiner Stegmüller ist zweiter Anwärter für das Amt des Oberbürgermeisters. Bekanntgabe kurz vor Bewerberschluss.

Albstadt - Am Montagabend ist die Bewerbungsfrist für die Albstädter Oberbürgermeisterwahl abgelaufen – und ganz kurz vor Torschluss hat sich doch noch ein Gegenkandidat für Amtsinhaber Jürgen Gneveckow gefunden: Reiner Stegmüller aus Straßberg wirft den Hut in den Ring.

Stegmüller ist 55 Jahre alt, ledig – und in den Rathäusern in Ebingen und Tailfingen kein Unbekannter: Er liegt mit der Stadt aus mehreren Gründen im Clinch. Zum einen wirft ihr der Nähmaschinen- und Kurzwarenhändler, der seit 15 Jahren ein Geschäft in der Oberen Vorstadt in Ebingen betreibt, vor, bei deren Neugestaltung die Interessen der Einzelhändler im Hinblick auf Parkraum in Ladennähe gröblich missachtet zu haben und seiner Kundschaft das Leben schwer zu machen. Stegmüller hat seine Beschwerde darüber bis zum Regierungspräsidium in Tübingen getragen, allerdings auch von dort keine Antwort erhalten, die ihn wirklich befriedigt hätte.

An nassen Tagen steht Wasser im Keller

Darüber hinaus lastet Stegmüller der Stadt ein Problem an, das nach dem Abbruch eines Kohleschachts im Keller in der Oberen Vorstadt aufgetreten sei: An nassen Tagen dringt Wasser ein. Stegmüller ist überzeugt, dass die städtischen Mitarbeiter, welche die Arbeit seinerzeit ausführten, das Schachtende nicht sachgerecht verschlossen hätten. Die Stadt bestreitet dies.

Im Zuge der Ämtergänge und Konsultationen hat Reiner Stegmüller den Eindruck gewonnen, dass sich die Stadt Albstadt nicht wirklich für die Anliegen ihrer einfachen Bürger und Normalverbraucher interessiere. Nun setzt er auf Stimmen und Zuspruch derer, die das ähnlich sehen – beispielsweise der Gegner des geplanten Bauprojekts westlich des Mehlbaums und der neuen Albstädter Wasserpreisstruktur.

Reiner Stegmüller hat seine Bewerbung für die Oberbürgermeisterwahl samt der erforderlichen Wählbarkeitsbescheinigung und 55 Unterstützerstimmen – 50 sind in Albstadt erforderlich – am Montagnachmittag im Rathaus Albstadt abgegeben. Sie ist eine von zweien; die andere stammt vom Amtsinhaber. Ob seine Bewerbung zulässig ist und alle notwendigen Bedingungen erfüllt, erfährt er am morgigen Mittwoch, wenn der Gemeindewahlausschuss sich konstituiert. Die Sitzung im Zimmer 215 des Rathauses Albstadt beginnt um 18 Uhr.