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Albstadt "Gefühlt 4000" waren begeistert

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Michael Sisto, Alex Neher, Carla Klein und Tobias Conzelmann (von links) bescherten den Kirchenbesuchern in Pfeffingen ein Epiphaniaskonzert der außergewöhnlichen Art. Foto: Conzelmann

Restlos gefüllt war die Pfeffinger Nikolauskirche beim Epiphaniaskonzert – es sangen und spielten Tobias Conzelmann, Schlagzeuger Alex Neher und Bassist Michael Sisto.

Albstadt-Pfeffingen. "Weggefährten" hieß das erste Lied, das Tobias Conzelmann anstimmte – und zu Weggefährten wurden Künstler und Zuhörer in der Tat, zumindest für knapp zwei Stunden. Als Überraschungsgast hatte Conzelmann die 16-jährige Geigerin Carla Klein mitgebracht. Die beiden haben schon mehrfach bei Trauungen oder in Gottesdiensten zusammen gespielt; die Idee lag daher nahe, einen Auftritt Carla Kleins auch mal in ein Konzert mit einzubauen. Eine vorzügliche Idee: Mit ihrem gefühlvollen Spiel war Klein beileibe kein Beiwerk; in punkto technischer Virtuosität stand sie den Profimusikern Conzelmann, Sisto und Neher in nichts nach.

Indes hat Tobias Conzelmann nicht nur musikalische Klasse zu bieten, sondern auch gute Texte. Tiefsinnig sind sie, ein Nachdenken und -hören wert; nicht von ungefähr nahmen viele Besucher eine seiner CDs, "Steine werfen, Asche säen" oder "Felsen oder Sand", mit nach Hause. Um Mut und Hoffnung geht es darin, aber auch um tiefe Täler, um Freundschaft, um Stille und Einsamkeit. Außerdem fehlt es nicht an feinen Betrachtungen zum Leben.

Sogar die Ewigkeit wird thematisiert: "Es ist klug, es so zu nehmen, wie es kommt, und dann zu schauen, was noch geht, zu tun, was du kannst, doch glaube mir: alles hat seine Zeit!" Leicht melancholisch kommen diese Songs daher, und doch sind sie kleine Mutmacher.

Ganz anders "Schäfchen in den Stall" – in dem gesellschaftskritischen Song nimmt Tobias Conzelmann nicht nur die Mächtigen dieser Welt aufs Korn, sondern fasst sich auch an die eigene Nase (und an die der Zuhörer): "Ich bin auch mal dran, ich hab mir das verdient, ich muss auch mal nach mir schau’n, ich, ich, ich…" Zu diesem Titel bat er einen besonderen Gast ans Mikro: Er baute ein Kazoo-Duell mit seinem sechsjährigen Sohn Eric ein und spielte mit ihm auf den kleinen Membranofonen um die Wette. Großer Applaus war danach dem Nachwuchskünstler sicher, mit dem Conzelmann laut eigenen Angaben an einer Art Kelly-Family arbeitet: "Das Mädchen fehlt uns noch."

Zwischen den Dreien fliegen kleine Witze hin und her

Zwischen den Eigenkompositionen , die er selbst am Keyboard oder auf der Gitarre begleitete – die Mundharmonika sekundierte –, spielten Conzelmann & Friends viele Titel aus den 1960er und 70ern – "Against the Wind" von Bob Seger zum Beispiel oder "Free Fallin’" und "Great Wide Open" von Tom Petty, also Hits, die jeder mitsummen kann, aber derer man nie überdrüssig wird.

Bei "Father and Son" von Cat Stevens lud Conzelmann zum Mitsingen ein; in Stings "Englishman in New York" erhielten Sisto und Neher Gelegenheit zum Solo. Sistos Stimme harmoniert gut mit der von Conzelmann; oft sangen die beiden zweistimmig. Die Stimmung war entspannt, kleine Witze flogen zwischen den Dreien hin und her; gelegentlich wurde neu gestimmt: "Muss scho gscheit do, mir send jo it bei Helene Fischer" scherzte der Schwabe Conzelmann dazu.

"Gescheit getan" hat es nach Meinung des Publikums auf jeden Fall: Die "gefühlt 4000 Besucher", die Gemeindepfarrer Markus Gneiting wahrgenommen haben will, feierten das Quartett frenetisch und mit Standing Ovations. Als Zugabe gab Tobias Conzelmann ihnen einen lyrischen Mutmacher mit auf den Heimweg: "Du bist das Licht".

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