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Albstadt Gaststätte "Wilder Mann" schließt

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Am 14. August öffnet der "Wilde Mann" zum letzten Mal seine Wirtshaustüren. Foto: Kistner

Albstadt-Ebingen - 14 Jahre lang waren Harald und Annette Werner Pächter und Wirtsleute des "Wilden Mann" in Ebingen - jetzt geben sie die Traditionsgaststätte auf. Am Freitag, 14. August, ist sie zum letzten Mal geöffnet.

Die Gründe für den Entschluss der Werners, aufzuhören, hängen nicht ausschließlich, aber doch zu einem guten Teil mit der Coronavirus-Pandemie zusammen: Die Gesundheit spielt laut Harald Werner eine Rolle, die ungewisse Zukunft ebenfalls - keiner kann derzeit sagen, wie lange die Abstandsregeln die Gastronomen noch dazu nötigen werden, mit halbierter Kundschaft zu kalkulieren. "Es war auch früher nicht immer einfach", sagt Werner, "aber jetzt müssen wir uns den Tatsachen stellen."

Wird es einen Nachfolger geben? – Werner weiß von keinem. Wenn man sich die Liste der Gaststätten mit gutbürgerlicher deutscher Küche ansieht, die Ebingen in den vergangenen Jahren abhanden gekommen sind – "Traube", "Schwane", "Alt-Ebinga", "Grüne Au" – , und wenn man neben den augenblicklichen Rahmenbedingen gastronomischer Tätigkeit noch die chronischen Probleme der Branche, Fachpersonal zu finden, in Rechnung stellt, dann braucht man viel Zuversicht, um sich vorzustellen, dass sich so bald ein neuer Pächter für den "Wilden Mann" finden wird.

Sollte es nicht dazu kommen, dann würde nicht irgendeine Wirtschaft aus dem Register der Ebinger Gaststätten verschwinden, sondern die älteste derzeit bestehende: Stadtchronist Walter Stettner verweist auf Seite 208 seines Standardwerks "Ebingen" auf eine amtliche Erhebung aus dem Jahre 1711, in dem die württembergischen "Schildwirtschaften" mit Name und Altersangabe verzeichnet sind. In dieser Erhebung wird der "Wildenmannswirt" Johannes Beck mit den Worten zitiert, in seinem Haus werde schon seit 60 Jahren gewirtet, mithin seit 1651. Was bedeutet, dass mit der Schließung des "Wilden Mannes" 369 Jahre Tradition an ihr Ende kämen.

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