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Albstadt Ganz ohne Hiobsbotschaft

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Bei den Bauarbeiten kommt der Hang hinter dem Schulzentrum zu Tage.Archiv-Foto: Kistner Foto: Schwarzwälder Bote

Vor sechs Wochen besichtigten Albstädter Gemeinderäte auf dem Tailfinger Lammerberg die Baustelle des Progymnasiums. Jetzt hat Architekt Hans-Ulrich Kilian ihnen auch die Antwort auf die Gretchenfrage nach dem Kostenstand nachgereicht: Derzeit ist alles im grünen Bereich.

Albstadt-Tailfingen. Wobei "grüner Bereich" Definitionssache ist: Momentan setzt Kilian die Gesamtkosten mit 52,333 Millionen Euro vor Zuschussabrechnung an – inklusive Heizungstechnik – ; für so manchen Gemeinderat dürften die Sanierungskosten zu keiner Zeit im grünen Bereich gelegen haben. Immerhin, die Frequenz, in der die Hiobsbotschaften vom Lammerberg eintrafen, ist in jüngster Zeit gesunken, und in der Gemeinderatssitzung am Donnerstag kam keine hinzu.

Im Gegenteil, Hans-Ulrich Kilian hat gute Nachrichten mitgebracht. Die Höhe der Fördermittel, die beim Land beantragt werden können, war zuletzt mit 5,88 Millionen Euro veranschlagt worden, hat sich jetzt aber noch einmal auf 6,66 Millionen Euro erhöht – die dürfen später von den 53 Millionen abgezogen werden. Vorausgesetzt, sie werden bewilligt.

Corona hat die Inflation der Baupreise merklich abgebremst

Die Anträge hat Kilian gestellt – mit Ausnahme der Heizungstechnik – ; die Antworten aus Stuttgart stehen noch aus. An der Vergabefront wird derzeit Entspannung signalisiert: Corona hat die galoppierende Inflation der Baupreise merklich abgebremst; laut Kilian ist man insgesamt etwas unterhalb der Budgetgrenze geblieben. Allerdings ist es noch zu früh dafür, die Arme hochzureißen – die Zielgerade ist noch längst nicht erreicht.

In den vergangenen Monaten hat das Progymnasium bis aufs Knochengerüst, den Rohbau, abgespeckt; wo die Stahlbewehrung unter dem Beton hervorschaute, spritzten FFP2-maskierte Bauleute Spezialbeton auf. Mittlerweile hat der Um- und Wiederaufbau begonnen. Das alte PGT hatte zwar eine Vielzahl von Ebenen, aber keinen einzigen Fahrstuhl gehabt; so etwas wäre heute nicht mehr denkbar.

Der Einbau der neuen Fahrstühle hat begonnen; das Risiko, dass die Kosten jetzt noch einmal aus dem Ruder laufen könnten, hält Kilian mittlerweile für kalkulierbar. Ausschließen mag er allerdings noch nichts – im Hangbereich, der abgestützt werden muss, könnte noch die eine oder andere böse Überraschung warten. In den 1970er-Jahren hatte man – auch mit Rücksicht auf die Erdbebengefahr – auf eine direkte Verbindung von Wand und Hang verzichtet; das könnte die Korrosion der Eisen befördert haben. "Warten wir lieber erst mal ab."

Auch terminlich ist man offensichtlich im Soll. Der entscheidende Stichtag, auf den jetzt hingearbeitet wird, ist der Sommer 2022, wenn die Progymnasiasten aus dem Exil in der einstigen Gollé-Haug-Fabrik zurückkehren und die Realschüler dort einziehen. Sie bekommen eine völlig neue Schule; das Baugesuch ist bereits eingereicht.

Die Gemeinderäte waren mit dem, was Kilian berichtete, zufrieden. Manuela Heider, Sprecherin der Freien Wähler und selbst Lehrerin, verhehlte nicht ihren Neid auf die Kollegen und die Schüler, deren Schulalltag sich künftig nicht mehr nur in Klassenzimmern, sondern in "Selbstlernzonen" und "Differenzierungsräumen" abspielen wird.

Die Fenstergitter haben ihren tiefen Sinn

Rosalie Schatz von den Grünen fragte nach dem Sinn der Fenstergitter – sie sind nötig, weil die Fensterbänke mit Kalkül niedrig gelegt sind und bespielt werden können. Frank Hipp von der SPD wollte schließlich wissen, ob eine Schule mit eingebauter Lüftung ohne mobile Virenfilter auskomme – wer weiß, was 2022 ist? Es ist so, wie er annahm – in einem permanent belüfteten Klassenraum, versicherte Kilian, seien Luftfilter überflüssig.

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