Rückseiten sind das Markenzeichen der Werke von Ava Smitmans – davon gibt es auch in Tailfingen welche zu entdecken. Foto: Dietsche Foto: Schwarzwälder-Bote

"AlbStadtAlb": Ava Smitmans’ Ausstellung im Tailfinger Maschenmuseum ist eröffnet

Allen Albstädter Stadtteilen erweist Ava Smitmans mit ihrem Projekt "AlbStadtAlb" die künstlerische Reverenz. Die in Tailfingen und Truchtelfingen trägt den Titel "Industrielandschaften"; Ausstellungsort ist das Tailfinger Maschenmuseum.

Albstadt-Tailfingen. An der Maschenindustrie kommt selbst heute, da sie ihre einstige Bedeutung eingebüßt hat, niemand vorbei, der sich mit der Lebenswelt der Tailfinger beschäftigt. Für Ava Smitmans lag es daher nahe, im Rahmen ihrer künstlerischen "Tour d’horizon" durch Albstadt diesem Thema Raum zu geben – und ganz besonders in ihrer Ausstellung im Maschenmuseum, die Tailfingen und Truchtelfingen gewidmet ist.

Bis zum 2. Juli können die Besucher im Sonderausstellungsraum Portraits von Textilmaschinen bewundern, und zwar in allen Stadien des Schaffenprozesses – das Spektrum reicht von filigranen Bleistiftzeichnungen bis hin zum Gemälde "Königin". Smitmans hat sich in die Fertigungshallen ortsansässiger Firmen begeben und dort ihr Material gesichert – mit der Kamera: Die meisten ihrer Bilder, erläuterte sie bei der Vernissage im Maschenmuseum, seien auf der Grundlage von Fotos entstanden.

Wobei sie vor allem Tailfingen meint, wenn sie "Industrielandschaft" sagt. Das enge Nebeneinander von Wohnen und Arbeiten war der prägende Eindruck, den Albstadts zweitgrößter Stadtteil ihr vermittelte – Truchtelfingen erschien ihr eher dörflich. Die teils durchaus farbenfrohen Gemälde eröffnen eher ungewöhnliche Perspektiven auf die beiden Stadtteile: Hinterhofszenerien, oft mit hoch aufragenden Schornsteinen, Rückansichten von Gebäuden, Spiegelungen in Schaufenstern. Um "Problembauten" wie den AC-Kaufpark macht Smitmans nicht etwa einen Bogen; vielmehr legt sie ein intensives Interesse an seinem Innenleben an den Tag.

Andere Werke provozierten die rund 100 Vernissagegäste zu fröhlichem Rätselraten, denn selbst außergewöhnlich ortskundige Betrachter erkannten oft nicht, welches Gebäude da abgebildet war. "Ist vielleicht auch gar nicht so wichtig", meinte Besucherin Isabel Kuczynski, und Fritz Brenner appellierte an die Vorstellungskraft, ja Fantasie der Kunstfreunde: "Jeder wird eine Ecke wiedererkennen."

Für Wolfgang Brandner, der auf dem Klavier Jazzimprovisationen zum Vernissageprogramm beisteuerte, ist das "Nicht-Geschönte" das Faszinierende an Ava Smitmans’ Schaffen.

 Der Tailfinger Teil der Ausstellung "AlbStadtAlb" wird bis zum 21. Mai gezeigt, und zwar mittwochs, samstags und sonntags von 14 bis 17 Uhr im Maschenmuseum.

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