Warum sehe ich diesen Hinweis?

Sie sehen diesen Hinweis, weil Sie einen Adblocker eingeschaltet haben oder im privaten Modus surfen. Deaktivieren Sie diesen bitte für schwarzwaelder-bote.de, um unsere Artikel ohne diesen Hinweis lesen zu können.

Mehr zum Thema Adblocker / Privater Modus und wie Sie diesen deaktivieren, finden Sie, indem Sie auf deaktivieren klicken.

Deaktivieren

Albstadt Frische Kräuter aus eigenem Anbau

Von
Gruppenbild im Grünen: Das Bild zeigt Marianne Nisch von der Schulverwaltung, Markus Zehnder vom Landratsamt Zollernalb, Waltraud Himmler vom Progymnasium, Gerd Albrecht und Jürgen Merz, die Vertreter der Sponsoren Volksbank Albstadt und Sparkasse Zollernalb, Mathias Reindl vom Landratsamt Tübingen und PGT-Rektor Stephan Maulbetsch (von links). Fotos: Weiger Foto: Schwarzwälder Bote

Gärtnern macht buchstäblich Schule in Albstadt: Weil sich das Progymnasium an der Schulgarten-Initiative des Landes Baden-Württemberg beteiligt, kam am Mittwoch eine Kommission des Regierungsbezirks Tübingen in den Talgang.

Albstadt-Tailfingen. Thymian und Frauenmantel blühen und duften, Walderdbeeren laden zum Naschen ein, im Gewächshaus muss der knackige Salat nur noch geerntet werden: Im Tailfinger Progymnasium (PGT) grünt und sprießt es – dank dem üppigen Schulgarten und der rührigen Arbeitsgemeinschaft, die sich einmal in der Woche trifft, um Beete anzulegen oder wucherndem Unkraut den Garaus zu machen. 30 Schulen nehmen im Regierungsbezirk Tübingen am Schulgarten-Projekt "Lernen für die Zukunft – Gärtnern macht Schule" teil; zwei davon kommen aus dem Zollernalbkreis: die Straßberger Schlossgartenschule – und eben das PGT.

Dass dieses in seinem Garten ein ausgeklügeltes Konzept mit liebevoller Pflege vereint, war den Gästen schnell klar. Mathias Reindl, der Leiter der Kommission, Markus Zehnder, Obst- und Gartenfachberater am Balinger Landratsamt, und Marianne Nisch von der Schulverwaltung nahmen den Garten sorgfältig in Augenschein. Sie lobten die Blumenwiese, die Insekten wertvolle Nahrung liefere und allenfalls um die Bäume herum etwas gezähmt werden müsse. Bei der Zucchinipflanze empfahl Markus Zehnder, auf eine ausreichende Versorgung mit Stickstoff zu achten: "Hat sie zu wenig, werden die Blätter blass." Hochachtung nötigt Mathias Reindl vor allem die Lage des Gartens ab. Von der bisherigen Mensa – ab Herbst wird am Progymnasium gebaut und die Mensa verlegt – geht’s nach draußen auf die Terrasse und von dort etappenweise bergab. Wer am Hang Beete angelegt hat, weiß wie schweißtreibend das Gärtnern in diesem Terain ist.

Indes, so erinnert sich Schulleiter Stephan Maulbetsch leisem lächelnd, war der Wohlfühlfaktor in diesem Gelände nicht sonderlich hoch, ehe der Gartenbau begann. "Alles sehr zweckmäßig ausgestattet – mit grauen Waschbetonplatten und U-Steinen. Kein Schüler hat sich hier wirklich gern aufgehalten." Das ist mittlerweile anders. Seit den Projekttagen im Schuljahr 2016/17 wird am Schulgarten eifrig gewerkelt; in der Kalkstein-Spirale wachsen die verschiedensten Kräuter, im Hochbeet, bei dessen Herstellung Hausmeister Matthias Ringwald den AG-Kindern geholfen hat, gedeihen Karotten und Kohlrabi. Rund ums Insektenhotel und auf der Blumenwiese herrscht intensiver Flugverkehr – seit März sind hier sogar zwei Bienenvölker zu Hause. Die neue Grünoase prunkt mit Reben, Beerenhecken und Obstbäumen, und bequeme Palettenmöbel laden zum Pausieren vom Schulalltag ein.

Warum betreibt das PGT trotz des baldigen Umbaus diesen Aufwand? "Obwohl wir hier auf der Alb mitten in der Natur wohnen, geht vielen Kindern das Wissen um Pflanzen und Natur ab", stellt Schulleiter Maulbetsch fest. "Dem wollen wir entgegenwirken und unseren Schulgarten künftig noch mehr in Unterricht einbringen." Findet die AG Anklang bei den Schülern? Waltraud Himmler, gute Seele der Schulmensa und auch in der AG aktiv, nickt: "Die Kinder sehen, wie die Pflanzen wachsen und gedeihen. Das motiviert ungemein. Und wir freuen uns über frischen Schnittlauch am Salat."

Salat für die Mensa ist wichtig – doch Mathias Reindl hat ein übergeordnetes Ziel im Blick: "Wir wollen gärtnernde Schulen vernetzen. Wissen teilen, zuständige Lehrer in Kontakt bringen, eine Plattform schaffen. Das ist wichtiger als der Wettbewerb zwischen den Schulen."

0

Kommentare

Artikel kommentieren

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.