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Albstadt Freie Wähler gegen Zentral-Klinikum

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Die Freien Wähler in Albstadt sind gegen ein Zentral-Klinikum. Foto: Archiv

Albstadt - Ein Schelm, wer an Walter Ulbricht und sein Dementi in Bezug auf das Errichten einer Mauer durch Berlin denkt, wenn er die jüngste Pressemitteilung der Freien Wähler Albstadt liest. Denn überschrieben ist sie mit einer Abwandlung des Ulbrichtschen Wortes: "Niemand hat die Absicht, ein Zentralklinikum zu errichten".

Konkret beziehen sich die Freien Wähler auf eine Aussage von Josef Weiss, Geschäftsführer des Zollernalb-Klinikums, der über das Krankenhaus Albstadt gesagt hat, von einer Schließung sei nie die Rede gewesen. Das stimme zwar, erklärt die Fraktion um Fraktionschefin Manuela Heider und ihren Stellvertreter Siegfried Schott, "doch sämtliche Überlegungen, die in der von der Kreisverwaltung erstellten Machbarkeitsstudie erwähnt sind, hätten früher oder später das Ende der Albstädter Klinik zur Folge".

Weiss reklamiere außerdem, das Wort "Zentralklinikum" nie in die Diskussion eingebracht zu haben, stelle aber dennoch Überlegungen in diese Richtung an – als eine von drei Möglichkeiten im Medizinkonzept von 2005, neben dem Ausbau der Klinik in Albstadt und dem Ausbau der Klinik in Balingen.

"Die klare Aussage der Freien Wähler Albstadt zu diesen Themen" hat ebenfalls drei Punkte: "Am Standort Balingen kann kein optimal geplantes, zukunftsorientiertes Zentralklinikum errichtet werden. Es wäre unverantwortlich, erneut nicht kalkulierbare Summen für ein Provisorium auszugeben." Für ein stets provisorisch bleibendes Zentralklinikum bestehe deshalb keine Notwendigkeit.

Erst der Anbau – dann die Kalkulation

Zum zweiten fordern sie, den vorgesehenen Funktionsanbau in Albstadt umzusetzen, um den Doppelstandort zu stärken – erst danach seien verlässliche Aussagen zu Qualität und Wirtschaftlichkeit möglich. Und schließlich sei ein Zentralklinikum – zu einem späteren Zeitpunkt – nur in einer Lage vorstellbar, die weitere Optionen problemlos ermögliche. Neue Kapazitäten im Bereich Geriatrie und Psychosomatik in Albstadt hätten "die Bedeutung eines Feigenblattes für den Verlust der Schwerpunktmedizin – mit der Folge einer schleichenden Auszehrung der Klinik Albstadt", heißt es weiter.

Zu den von Christoph Heneka, Finanzdezernent im Landratsamt, im Schreiben an Kreis- und Gemeinderat Elmar Maute genannten Befürchtungen, dass der in Albstadt vorgesehene Funktionsanbau "erheblich" in den laufenden Krankenhausbetrieb eingreifen würde, erklärten Fachleute, dass die Baumaßnahmen den laufenden Betrieb in Albstadt kaum stören würden.

Dagegen wären in Balingen praktisch alle Abteilungen vom Umbau betroffen, was erhebliche Beeinträchtigungen von Patienten und Personal zur Folge hätte, betonen die Freien Wähler und fügen hinzu: "Aus den genannten medizinischen und politischen Gründen ist die Kreisverwaltung gut beraten, vor der Verlagerung der gynäkologischen Abteilung alles "auf Anfang" zu stellen und das medizinische Gutachten abzuwarten.

Zu Recht habe Manuela Heider das in der jüngsten Sitzung des Kreistages beantragt. "Auf dieser Grundlage sollte, wie mehrfach zugesagt, mit Bürgern und politisch Verantwortlichen die Diskussion über die optimale medizinische Versorgung der Kreisbevölkerung geführt werden. Dabei sollte stets die Verantwortung für eine flächendeckende medizinische Grundversorgung im Zollernalbkreis im Mittelpunkt stehen."

Zur Untermauerung dessen zitieren Heider und Schott Weiss: "Die schlicht kostengünstigste Lösung ist nicht zwingend die beste Lösung."

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