Eine Kunsteisbahn will Skyder Sportpromotion mitten in der Stadt einrichten. Foto: Eyrich, Gestaltung: Kaminsky

Vom 1. Dezember bis 13. Januar kann man mitten in Ebingen Schlittschuh laufen.

Albstadt-Ebingen - Was Sigmaringen recht ist, sollte Albstadt billig sein: Vom 1. Dezember 2012 bis 13. Januar 2013 will die Straßberger Firma Skyder Sportpromotion eine Eisbahn auf dem Ebinger Bürgerturmplatz betreiben. 100 000 Euro kostet der Spaß, die Stadt ist mit 20 000 dabei.

Das Kalkül ist problemlos nachvollziehbar: Die Weihnachtszeit – samt nachfolgender Ferien- und Umtauschzeit – ist die umsatzträchtigste Zeit des Jahres, und wer den König Kunden in dieser Zeit dazu bewegen möchte, seine Weihnachtsgeschenke in Albstadt und nicht anderswo zu kaufen, der muss sich etwas einfallen lassen. Eine Eisbahn erscheint durchaus geeignet, dem potenziellen Käufer die Wahl zu erleichtern, den Einkaufsstandort Albstadt aufzuwerten und den Weihnachtsmarkt, der ja mit derselben Intentionen ausgerichtet wird, um eine zusätzliche Attraktion zu bereichern.

Die Kunsteisbahn, um die es geht, ist laut Angaben von Skyder 26,5 mal 21,5 Meter groß – die Eisfläche misst 22,5 mal 17,5 Meter – und bis zu einer Lufttemperatur von 15 Grad betriebssicher. Gekühlt wird elektrisch und, wie Skyder versichert, ohne chemische Zusätze, die das Grundwasser kontaminieren könnten. Unumgänglich ist der Niveauausgleich von etwa einem Meter, denn der Bürgerplatz fällt nach Osten hin ab. Laut Skyder wird der Eisplatz "dezent" mit Musik beschallt – so dezent, dass der Lärm, den die erwarteten 300 Besucher pro Tag verursachen, stärker ins Gewicht fallen dürfte. Die Kalkulation orientiert sich augenscheinlich an Erfahrungswerten aus der Region: In Sigmaringen wurden in den vergangenen Jahren rund 10 000 Besucher in vier Wochen gezählt.

Von den 100 000 Euro, die das Projekt kosten soll, hofft Skyder rund 45 000 mittels Sponsoring, weitere 15 000 durch spezielle Events, 10 000 über die Eintrittsgelder von 7500 Gästen und noch einmal 10 000 Euro durch Catering finanzieren zu können. Die restlichen 20 000 soll die Stadt übernehmen, die dafür auf den städtischen Anteil am Erbe der verblichenen Stadtmarketinggesellschaft Komma zurückgreifen will – sie schätzt ihn auf 12 000 Euro. Nicht in den 20 000 Euro enthalten sind die kostenlose Überlassung des Bürgerturmplatzes, die gebühren­freie Erteilung aller erforderlichen Genehmigungen, die Übernahme anfallender Gema-Kosten und gegebenenfalls der Winterdienst und die Schneeabfuhr. Macht zusammen weitere 4000 Euro. Im Gegenzug bietet Skyder die üblichen Leistungen an, die einem Sponsor zustehen, und alle Eintrittsgelder ab dem 7501. Besucher.

Übrigens plant Skyder vorausschauend, nämlich nicht auf einen, sondern auf drei Winter. Der Gemeinderat hat bei vier Gegenstimmen und zwei Enthaltungen erst einmal dem kommenden zugestimmt – die 20 000 Euro für die zweite Vorstellung sollen allerdings im Haushaltsplan 2013 berücksichtigt werden.

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