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Albstadt Ein Spurensucher und Jazzliebhaber

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Harald Anders ist nach langer Krankheit mit 67 Jahren gestorben. Foto: Anders Foto: Schwarzwälder Bote

21 Jahre lang war Harald Anders Leiter der Volkshochschule Albstadt. Jetzt ist er nach langer schwerer Krankheit im Alter von 67 Jahre gestorben.

Albstadt-Ebingen. Harald Anders wurde am 14. Dezember 1951 im niedersächsischen Einbeck geboren und verbrachte seine ersten Lebensjahre in Norddeutschland. Der Vater war Soldat; 1958 zog die Familie – Anders hatte drei Schwestern – nach Beimerstetten bei Ulm, 1965 nach Meßstetten. Nach dem Abitur am Gymnasium Ebingen diente der junge Mann erst als Zeitsoldat in der Bundeswehr und arbeitete danach vier Jahre lang als Monteur in der Telekommunikationsbranche. Danach wechselte er das Metier und wurde Pädagoge: Er studierte in Oldenburg Englisch und Arbeitslehre aufs Lehramt, arbeitete im Auftrag der Friedrich-Naumann-Stiftung drei Jahre lang in Simbabwe und nach seiner Rückkehr nach Deutschland für das Bildungswerk der Deutschen Angestellten-Gewerkschaft. 1994 trat er in die Dienste der Stadt Albstadt und übernahm die Leitung ihrer Volkshochschule.

Nach den wichtigsten Errungenschaften seiner Amtszeit als VHS-Chef befragt pflegte Harald Anders die EDV zu nennen – die Einführung der Computertechnologie in Verwaltung und Kursprogramm fiel in die ersten Jahre seiner Amtszeit, und der Chef war sich seinerzeit nicht zu schade dafür, selbst Kabel zu ziehen, Bildschirme anzuschließen und PCs einzurichten – handwerkliches Können und die einschlägige Erfahrung besaß er ja! An der Planung von Um- und Ausbau des Bildungszentrums, seines neuen Domizils und Amtssitzes, zur heutigen Volkshochschule war er maßgeblich beteiligt, desgleichen an Umbau und Einrichtung des heutigen VHS-Gesundheitszentrums in der Riedstraße.

Ein Meilenstein in der VHS-Geschichte war auch die Begründung der Albguide-Ausbildung zwischen 2004 und 2006 – das Konzept sollte sich rasch etablieren, als großer Erfolg erweisen und den Weg zum weiteren Ausbau des Wandertourismus in Albstadt und seinem Umland weisen. Im Zusammenhang mit dem Namen Harald Anders werden aber auch die historisch-literarischen Ausfahrten "auf den Spuren von..." in Erinnerung bleiben. Die Teilnehmer dieses Programms wurden unter anderem auf die Fährte von Florian Geyer, dem Reichsritter und Bauernführer gesetzt, reisten und recherchierten mit Schiller Wilhelm Tell, dem Freiheitshelden wider Willen, und mit Goethe dem Ritter mit der eisernen Hand, Götz von Berlichingen, hinterher, vollzogen den Weg der Nibelungen in den Untergang, den von Doktor Faust in die Hölle und – am Leitfaden von Carl Zuckmayers Drama – den des "Schinderhannes" aufs Schafott nach.

Indes war Anders weit davon entfernt, allein an der Historie Genüge zu finden – er griff aber auch aktuelle Themen auf, um mit Vorträgen Akzente zu setzen – als Beispiel sei "Das Konzept einer Regionalstadtbahn Tübingen, Reutlingen, Zollernalb" genannt. Apropos Bahn: Im Lauf von zwei Jahrzehnten fanden natürlich auch zahlreiche Exkursionen mit dem Zug statt. Harald Anders hat sie sicherlich in freundlicherer Erinnerung behalten als das einschneidendste Ereignis seiner letzten Berufsjahre: die 2010 beschlossene Albstädter Haushaltskonsolidierung, die auch für die Volkshochschule spürbare finanzielle Einschnitte mit sich brachte.

Die Plattensammlung umfasste 500 Alben

In seiner Freizeit widmete sich Harald Anders seiner Passion für die Musik – er war ein großer Liebhaber des Jazz zwischen Bebop und World Music und des frühen Rock von Elvis bis Emerson, Lake & Palmer; seine Schallplattensammlung umfasste gut und gern 500 Vinylscheiben.

Harald Anders hinterlässt seine Witwe und einen Sohn. Die Trauerfeier findet am Karsamstag, 20. April, auf dem Tailfinger Waldfriedhof statt und beginnt um 11 Uhr.

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