Musik: Tastentage mit viel Klaviermusik zu zwei, vier oder mehr Händen / 19 junge Pianisten spielen
"Ritter Rost" hatten sich die Klavierschüler der Musik- und Kunstschule Albstadt zum Thema gemacht.
Albstadt-Lautlingen. Das Stauffenberg-Schloss in Lautlingen hätte gut und gerne auch das Zuhause von "Burgfräulein Bö" sein können. Somit war der Ort für die musikalischen Darbietungen von 19 Nachwuchspianisten gut gewählt. Und auch sonst passte das Gesamtkonzept.
Vor fünf Jahren habe sie sich zur Aufgabe gesetzt, die "Klavierabteilung zum Leuchten zu bringen", meint Schulleiterin Maritta Beuchel, und hat deshalb die Tastentage eingeführt. Und dieser fünfte Tastentag konnte sich sehen und vor allem hören lassen.
Absolute Stille im Saal
Ein Vorspiel von Musikschülern läuft in der Regel so ab, dass abwechselnd die jungen Leute irgendein Musikstück spielen. Das kann natürlich auch schön sein. Aber die "Geschichte mit viel Klaviermusik zu zwei, vier und mehr Händen" hatte einen ganz speziellen Reiz. Die passende Kulisse bot nicht nur das historische Gemäuer, sondern vier aussagekräftige Gemälde zum Thema "Ritter Rost und der Drache Koks", welche die Kunstschüler Sophia Hartung, Emma Henne, Maximilian Müller und Muris Zukandic angefertigt hatten.
Dann nahmen zwar auch nacheinander die Klavierschüler am Flügel Platz, aber die Wechselpausen wurden als solche überhaupt nicht wahrgenommen, denn Maritta Beuchel las entsprechende Geschichten von "Ritter Rost" und seinen Gesellen vor. Und weil diese Szenen so spannend vorgetragen wurden, herrschte absolute Stille im Saal, obwohl sich unter den über 100 Zuhörern auch sehr viele Kinder befanden.
Schmied ist Initiatorin
Absolut souverän spielten schon die jüngsten Pianisten die wunderbaren Melodien. Kein bisschen Aufregung war zu spüren und die Jungmusiker zeigten gute Leistungen – und das ganz spielerisch, ganz leicht. Da zeigten sich die Eltern sichtlich stolz. Und auch die Klavierlehrer Elena Fischer, Timea Böhm-Grebur, Renate Schmidt, Wolfgang Brandner und Hans-Peter Merz waren mit ihren Schützlingen mehr als zufrieden . Es war ein wunderbares Gesamtkunstwerk, das Renate Schmidt zusammengestellt hatte. Eine Stunde lang hörte das Publikum Geschichten und schöne Melodien – obwohl manchmal auch bewusst schräge Töne eingebaut waren, beispielsweise als der Drache Koks eine Stichflamme absetzte.
Vierhändig griff man beim Tanz in die Tasten und bei den zwölf Schlägen der Turmuhr bewegten sich sogar sechs Hände über die Klaviertasten. "Ein Held war Ritter Rost zwar nie, aber zusammen waren sie ein starkes Team", endete die Geschichte.