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Albstadt Diskussion mit Sprengkraft

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Foto: Schwarzwälder Bote

Da ist Silvester schon wieder gefühlt eine Ewigkeit her, wobei das Wetter dazu beiträgt, dass sich selbst Älbler wie im April fühlen müssen, und doch wird das Thema aktuell brandheiß diskutiert: Auf der Internetseite unserer Zeitung gehen die Meinungen zum Bericht über den Antrag eines Ebingers, Silvesterfeuerwerk in der Innenstadt zu verbieten, meilenweit auseinander.

Wenn es ums Vergnügen geht, verstehen manche keinen Spaß – das wollen sie pflegen, und damit ist es ihnen bitterernst. Von "perfekt grüner Schikanierungsmanier" spricht eine Kommentatorin, verbannt die Information über die 4000 Tonnen Feinstaub, die jährlich in Deutschland durch Silvesterfeuerwerk freigesetzt werden, ins Reich der Fantasie, obwohl das Umweltbundesamt sogar von 5000 Tonnen spricht, und gibt zu bedenken, dass auch durch "das vorzeitige Abschalten von Kernkraftwerken und das Hochfahren der Kohlekraftwerke" zusätzlicher Feinstaub produziert werde. Mag sein. Aber was hat das mit Silvester zu tun? Soll der vermeidbare Feinstaub durch Feuerwerk erst dann vermieden werden, wenn auch sämtliche Kohlekraftwerke abgeschaltet sind? Das wäre Umweltpolitik nach dem Motto: "Sollen doch erst mal die Anderen anfangen!"

Dabei ist längst Schluss mit Lustig: In vielen deutschen Städten und Gemeinden liegen die Feinstaub-Werte weit über dem erlaubten und noch weiter über dem erträglichen Maß. Silvesterfeuerwerk zu untersagen – oder vielleicht zentral in jeder Stadt eines zu zünden; rund um Mitternacht und nicht Tage vor- und nachher – wäre ein Anfang.

Dem Ebinger Antragsteller geht es allerdings nicht in erster Linie um den Feinstaub, sondern um die Brandgefahr, die auf tragische Weise in der Silvesternacht in Rangendingen sichtbar wurde. Wer sein Haus mit all den unwiederbringlichen Dingen darin – Zeugnisse und Dokumente, Fotos aus Kindertagen, lieb gewordene Erinnerungen an verstorbene Angehörige und vieles mehr – verloren hat, wird sicher anders über die Unverzichtbarkeit der Böllerei denken als jene, die bisher unverletzt und ungeschädigt gezündet haben. Ganz sicher geht es auch den Menschen so, die durch Böller und Raketen schwer verletzt, ja vielleicht dauerhaft behindert sind, wie es einem Zehnjährigen im Zollernalbkreis passiert ist.

Angesichts solcher – absolut vermeidbarer – Katastrophen muss doch die Frage erlaubt sein: Müssen wir alles tun, was grundsätzlich möglich ist?

Ein Kommentator des Berichtes drückt es kurz und deutlich aus: "Ich finde, man sollte diesen Schwachsinn generell verbieten. Auch hier in Meßstetten hatten wir das Gefühl, der Krieg sei ausgebrochen. Die Dinger hören sich mittlerweile wie richtige Raketenwerfer an." Dass an Silvester tatsächlich nicht nur geprüfte Feuerwerkskörper nach deutschen Qualitätsstandards im Einsatz sind, hat übrigens ein früherer Bundeswehrsoldat, der sich mit Kampfmitteln auskennt und selbst im Kriegseinsatz war, zur Jahreswende in seiner Nachbarschaft beobachtet. Wer will kontrollieren, was da alles in die Luft fliegt, solange Silvesterfeuerwerk generell erlaubt ist?

Inzwischen gibt es Städte genug in Deutschland, die das Böllern verboten haben – ohne dass die Menschen dort in Trübsinn versunken die Jahreswende hätten begehen müssen. Feiern macht mehr Spaß, wenn es ungefährlich bleibt.

 
 
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