Warum sehe ich diesen Hinweis?

Sie sehen diesen Hinweis, weil Sie einen Adblocker eingeschaltet haben oder im privaten Modus surfen. Deaktivieren Sie diesen bitte für schwarzwaelder-bote.de, um unsere Artikel ohne diesen Hinweis lesen zu können.

Mehr zum Thema Adblocker / Privater Modus und wie Sie diesen deaktivieren, finden Sie, indem Sie auf deaktivieren klicken.

Deaktivieren

Albstadt Dieses Auto will gelernt sein

Von
Stadtbrandmeister Michael Adam, Johannes Asmussen, Michael Lüdke, Thomas Danhamer, Marcel Maier, Oberbürgermeister Klaus Konzelmann und Bürgermeister Steve Mall (von links) vor dem neuen RüstwagenFoto: Kistner Foto: Schwarzwälder Bote

25 Jahre lang hat der alte Rüstwagen der Albstädter Feuerwehr ihr und der Allgemeinheit treue Dienste geleistet – doch alles hat einmal ein Ende. Nun wurde der Veteran ausgemustert und der Nachfolger in Dienst gestellt.

Albstadt-Ebingen. Johannes Asmussen, Thomas Danhamer, Michael Lüdke und Marcel Maier, alle Vier von der Abteilung Ebingen, werden sich künftig die Verantwortung für das neue Fahrzeug teilen; bei seiner Präsentation am Donnerstagnachmittag, der sie mit Oberbürgermeister Klaus Konzelmann, Bürgermeister Steve Mall und Stadtbrandmeister Michael Adam beiwohnten, sprach sichtlicher Stolz darauf aus ihren Mienen.

Die Vier hatten auch zur Beschaffungskommission gehört, die seit Sommer 2018 am Konzept für den neuen Albstädter Rüstwagen gefeilt hatte. Der hat 508 000 Euro gekostet und ist, was Ausstattung und Leistungsumfang angeht, exakt auf die Albstädter Bedürfnisse zugeschnitten – in dieser Form gibt es ihn kein zweites Mal; er ist ein Maßanzug. Kann man für mehr als eine halbe Million Euro ja auch erwarten.

Der Rüstwagen ist der große Freund des Feuerwehrmanns, sobald eine technische Hilfeleistung auf der Tagesordnung steht. Wenn nach einem schweren Unfall ein Insasse im Fahrzeugwrack eingeklemmt ist, wenn ein Kletterer ohne Fortune im Baum festhängt, wenn jemand verschüttet wurde oder ein Schachtdeckel angehoben werden muss, sprich: wenn große Kräfte zielsicher und passgenau ansetzen sollen, dann schlägt die Stunde des Rüstwagens.

Aber nicht nur: Zu seiner rund 200 000 Euro teuren Ausstattung zählt neben der gewaltigen Blechschere und der Seilwinde auch der winzige Spezialschraubenzieher – und alles, was die Beschaffungskommission sonst noch für notwendig erachtete.

Der haben neben den vier Ebinger Wehrmännern und dem Stadtbrandmeister auch noch die Tailfinger Thomas Daus und Felix Sandel angehört, die allerdings beim Fototermin vor dem Ebinger Rathaus fehlten.

Vom Futter bis zum Reißverschluss Maßarbeit

Die Entwürfe dieser Sieben gingen dann in die Ausschreibung ein – europaweit, versteht sich, bei dieser Vergabe summe –, aus der 2019 die Firma Rosenbauer aus dem brandenburgischen Luckenwalde als Sieger hervorging. Indes fertigt weder Rosenbauer noch Iveco oder sonst ein Lieferant so einen Rüstwagen selbst. Fünf Lose umfasste die Ausschreibung: Fahrgestell, Aufbau, Beladung, Digitalfunk und Seilwinde. Für jedes Los war eine andere Firma zuständig, die bereits zuvor von der Beschaffungskommission ausgewählt worden war.

Der Auftrag von Rosenbauer bestand darin, alle diese Wagenbestandteile – Stoff, Futter, Zwirn, Knöpfe und Reißverschluss des oben erwähnten Maßanzugs – so zu "vernähen", wie es die Albstädter brauchen.

Das ist geschehen; seit Juli befindet sich das neue Auto in Albstadt; seit vier Wochen ist die Einweisung der Ebinger Wehrmänner im Gang – der neue Rüstwagen will gelernt sein; er unterscheidet sich, was bei diesem Altersunterschied nicht weiter verwunderlich ist, fundamental vom alten. Der war übrigens noch vor wenigen Tagen im Einsatz, beim Unfall im Laufener Tunnel. Der neue darf erst jetzt, nach abgeschlossener Einweisung, ran.

Und was wird aus dem alten? Der wird versteigert; die einschlägige Internetseite heißt "zollauktion.de". Wer kauft solche ausgedienten Feuerwehrfahrzeuge? Die meisten, weiß Michael Adam, gehen nach Osteuropa – früher hieß das Polen, mittlerweile sind die Adressen weiter entfernt. Es kann aber auch passieren, dass Privatleute, die im Wortsinn für die Feuerwehr brennen, mitsteigern und den Zuschlag erhalten. Mit welchem Preis rechnet Adam? "Wenn’s 15 000 Euro werden, bin ich zufrieden."

Artikel bewerten
1
loading

Top 5

0

Kommentare

Artikel kommentieren

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.