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Albstadt Die Trennlinien zerschneiden den Ort

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In ihrem anderthalbjährigen Kunstprojekt "AlbStadtAlb" hat Ava Smitmans mit illustrierend-malerischer Pinselschrift rund 230 Werke geschaffen. 14 davon sind in der Volksbank Laufen zu sehen, sieben im Ortsamt Margrethausen.

Albstadt. Gleich rechts vom Eingang der Volksbank Laufen zeigt ein Bild eine Szenerie nur wenige Meter vom Gebäude entfernt: den Fußgängertunnel, der vom Platz vor dem ehemaligen Ortsamt unter den Bahnschienen hindurch in die Steinstraße führt. "Für mich ist dieses Motiv repräsentativ für Laufen, es verkörpert den Ort, symbolisiert seine Energie", kommentiert Ava Smitmans ihr Werk, das sofort ins Auge fällt.

Sie habe bei ihren Streifzügen immer wieder die Leere wahrgenommen, die im Ortskern herrsche: "Zwei Trennlinien durchschneiden den Ort – zum einen die Eisenbahn, zum anderen der Autotunnel", sagt die Tübingerin über das, was sie an energetischen Zuständen, an Orts- und Stadt-Atmosphäre aufspürt hat. Für Ortsvorsteher Peter Landenberger ist allerdings etwas Anderes wichtig: "Jeder Laufener erkennt das Motiv sofort."

Ava Smitmans hatte Laufen im Mai 2016 erkundet, bei Ursula und Juan Garcia gewohnt, deren Atelier genutzt. Smitmans malt ihre Bilder nach fotografischen Vorlagen meist im Atelier, nur die Landschaftsmotive, von denen auch die Laufener Ausstellung einige präsentiert, etwa den farbkräftigen "Apfelbaum beim Gräbelesberg", entstehen im Freien.

In ihren Stadtansichten arbeitet sie mit Bleistift, Ölkreide, Buntstift und Acrylfarben, gerne greift sie dabei in die leuchtende Palette: Ein knallig grüner Traktor, leicht windschief in Szene gesetzt, ist Blickfang an den Wänden der Volksbank und durch das schiefe Gefüge und die daraus hervorgehende Dynamik charakteristisch für die visuelle Sprache Smitmans’.

In ruhigeren Akkorden tönen die benachbarten Gemälde: Das alte "Röcker Werk 4" hinter dem Feuerwehrhaus, parkende Autos vor einer Mauer, das Schaufenster der ehemaligen Getränkehandlung Schlegel. Alle dokumentieren sie den nicht nach Postkartenidyllen suchenden Stilwillen der Künstlerin und sind nebenbei noch, wie Kuratorin Jeannette Brabenetz anmerkte, zudem typische Themen Albstadts: Aufgegebene Läden, brachliegender Einzelhandel, die Industrie mit ihren vielen leerstehenden Fabriken und die Landwirtschaft.

In Margrethausen, wo sieben Werke im Ortsamt zu den Öffnungszeiten zu sehen sind, stechen das Gasthaus "Schützen", die Rückseite einer Filiale der Spedition Weisshaupt im ehemaligen Margret-Werk, "Blumen-Stumpp" und ein altes Fachwerkhaus ins Auge, das die Künstlerin, wie so viele Werke, dreidimensional gearbeitet hat. Es ist das Haus, in dem Sophie, die Mutter von Gerold Götz aufgewachsen ist, "gleich vis-à-vis dem Elternhaus meines Vaters", berichtet der 93-Jährige und damit der älteste Besucher der Vernissage. "Mit reizen die Spuren, die Menschen hinterlassen", sagt Ava Smitmans, die deshalb auch hinter die eine oder andere Fassade geschaut und zum Beispiel die Backstube der Bäckerei Deufel festgehalten hat. "Mir ist es ein Anliegen, etwas festzuhalten, weil ich denke, es könnte irgendwann verschwinden."

  Die achte Ausstellung wird am Sonntag, 9. April, um 10.30 Uhr in der Alten Schule Burgfelden und ab 12 Uhr im Bergcafé eröffnet. Die Ausstellungen Laufen und Margrethausen sind bis 21. Mai offen.

 
 

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Karina Eyrich

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