Vor der noch unbemalten Wand: Oberbürgermeister Jürgen Gneveckow (links), Wolfgang Wiebe (rechts) und die Graffiti-Künstler. Foto: Gusenko

Die verblichenen Graffiti am Ebinger Busbahnhof werden durch neue Motive ersetzt.

Albstadt-Ebingen - Zehn Jahre ist es her, dass eine Gruppe von Graffiti-Sprayern unter Federführung des Pfeffinger Künstlers Wolfgang Wiebe die Betonwand am Ebinger Busbahnhof mit Bildern besprühte.

 

Dabei wusch eine Hand die andere – die jungen Leute, denen ihre Passion teilweise bereits vom Gericht verhängte Arbeitsstunden eingetragen hatte, konnten sich legal mit der Spraydose austoben, und die Stadt, die den Auftrag vergeben hatte, bekam anstelle eines hässlichen Wandstreifens einen "Hingucker" am Verkehrsknoten.

Lange her: Die Graffitis sind – mit Ausnahme der von den Dächern der Wartehäuschen geschützten – verblichen und bieten einen ziemlich trostlosen Anblick, und die Künstler von damals sind aus dem Alter heraus, in dem man es leichten Herzens auf eine Ordnungsstrafe ankommen lässt. Die Leidenschaft für die Graffiti aber ist ihnen geblieben, und so gehören auch einige Veteranen zu dem Dutzend Graffitikünstler, das sich jetzt, zehn Jahre später, erneut der 143 Meter langen und drei Meter hohen Wand am Busbahnhof annimmt.

Die Gruppe besteht aus sechs Albstädter Ex- Kunstschülern, drei Balinger Graffiti-Begeisterten, einer Fachhochschülerin sowie Wolfgang Wiebe selbst und seiner Tochter. Letztere ist studierte Grafik-Designerin; außerdem macht ein Mediendesigner mit, der es von Albstädter Kunstschulanfängen zum Job in einer Münchner Design-Firma gebracht hat.

Ein Konzept gibt es auch schon – die Stadt durfte unter diversen Entwürfen eine Auswahl treffen. Ein paar erschienen den Geschmacksrichtern etwas zu martialisch und wurden verworfen, übrig geblieben ist eine buchstäblich bunte Mischung aus typischer Graffiti-"Kalligraphie" im "Old Style" und Bildern: Ein Medusenhaupt mit kleinen Monstern im Schopf wird zu sehen sein, ein Tiger vor der Kulisse des sibirischen Altai und als Gegenstück ein Tagpfauenauge vor dem etwas sanfteren Horozont der Alb, eine afrikanische Schönheit, ganz links eine Komposition von textilen Motiven – hier ist die Fachhochschülerin am Werk – und ganz rechts das Logo des Albstadtbuses.

Wann es so weit ist? Beginnen wollen die Sprayer in den Ferien, als Deadline hat sich Wolfgang Wiebe den 31. Oktober gesetzt – danach wird es zu kalt. Die Kosten für Sandstrahlen, Spraylack, Acrylfarbe und das bescheidene Honorar dürften im unteren vierstelligen Bereich liegen – die Stadt plant 5000 Euro ein.