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Albstadt Die "Mitgift" geht mächtig ins Geld

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Thomas Linnemann hat die Bilanz der Albstadtwerke vorgelegt.Foto: Eyrich Foto: Schwarzwälder Bote

Die Jahresbilanz der Albstadtwerke für 2019 sieht anders aus als die der Vorjahre. Eine Überraschung ist es nicht ­– die Albstadtwerke werden eine schwere Kugel an ihrem Bein los, aber das kostet. Die Kugel heißt Badkap.

Albstadt. Vor zwei Jahren hatte Thomas Linnemann dem Albstädter Gemeinderat die gute Nachricht mit dem bitteren Beigeschmack überbracht: Das Badkap, zugleich Stolz der Stadt und bilanzschmälerndes Groschengrab, geht aus dem Eigentum der Albstadtwerke in das der Betreibergesellschaft "g1" über – samt dem unternehmerischen Risiko. Um dieses abzufedern, verzichteten die Albstadtwerke nicht nur auf ein Entgelt für ihr Kleinod – auch so wäre es ein Danaergeschenk gewesen –, sondern verpflichteten sich zu einer Zusatzleistung: Zuschüsse in Höhe von 6,675 Millionen Euro sollten es "g1" ermöglichen, das Badkap so attraktiv zu machen, dass es endlich schwarze Zahlen schreiben könnte.

Diese Zahlungen sind 2019 mit Ablauf des einst geschlossenen Pachtvertrags fällig geworden ­– das Resultat war ein Fehlbetrag von 6,24 Millionen Euro in der Jahresbilanz 2019, der gedeckt sein wollte. Die Albstadtwerke mussten an ihre Gewinnrücklagen: 7,82 Millionen Euro wurden entnommen, um zum einen die "Mitgift" fürs Badkap, zum anderen die Sanierung des Onstmettinger Hallenbads zu finanzieren. Gut, dass sie diese Gewinnrücklagen besaßen ­– die vorangegangenen Geschäftsjahre waren, anders als frühere, nicht defizitär, sondern teilweise richtig fett gewesen und das Geld ins Sparschwein gewandert, sodass es nun zur Verfügung stand. Unterm Strich blieb – nach Addition des vorhandenen Gewinnvortrags von 3,57 Millionen Euro – ein Bilanzgewinn von 5,15 Millionen Euro, der auf neue Rechnung vorgetragen wird. Ansonsten war auch 2019 ein normales Jahr. Die Albstadtwerke leben mehr noch als früher von ihren Privatkunden; dass sie in der Vergangenheit Firmenkunden an die Konkurrenz verloren, hatte jetzt zumindest den Vorteil, dass sie die globale Konjunkturabschwächung weniger heftig zu spüren bekamen, denn die schlägt auf den Energieverbrauch des Privatmanns nicht wirklich durch.

Die nasse Sparte bleibt das große Sorgenkind

Strom- und Wärmeversorgung erzielten wie gewohnt Gewinne, die Bäder wie gewohnt Verluste, desgleichen die Sparte Wasser, die das große Sorgenkind ist und bleibt. Die Wasserverluste, die vor fünf Jahren unter 24 Prozent gesunken waren, liegen mittlerweile bei 36 Prozent. Auf die Frage von SPD-Stadtrat Frank Hipp in der jüngsten Gemeinderatssitzung, warum das so sei, erwiderte Thomas Linnemann, man würde ja gerne investieren, aber die Tiefbaukapazitäten könnten derzeit mit der Nachfrage nicht Schritt halten ­– es fehlten Bagger, oder genauer: Baggerfahrer. Aber man werde tun, was man könne.

Wie geht es weiter? Die Bäder sind so gut wie saniert beziehungsweise abgestoßen, die Finanzen im Griff, die vor Jahren üblichen Fragen nach der Eigenkapitalquote verstummt –­ alles könnte so schön sein, wenn nicht Corona wäre. Aber Corona ist nun mal da, Prognosen sind Glücksspiel, und deshalb warnte Linnemann vor "Abenteuern und Größenwahn": "Wir verfolgen weiterhin einen ›geerdeten‹ und sachlichen Zukunftsweg."

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