Oberbürgermeister Klaus Konzelmann hat den Athleten, die bei den nationalen Spielen der "Special Olympics" in Hannover starten, Schokolade zur Stärkung mitgebracht und drückt ihnen – ebenso wie die anderen Schwimmer des "Club Handicap" und die Betreuer – nächste Woche kräftig die Daumen. Foto: Eyrich Foto: Schwarzwälder-Bote

Special Olympics: OB Klaus Konzelmann verabschiedet sechs Albstädter Athleten

Von Karina Eyrich

Wenn ab Montag in Hannover 4800 Athleten bei den nationalen Spielen der Special Olympics um Medaillen kämpfen, sind auch sechs Albstädter dabei. Und eines ist schon jetzt sicher: Sie wollen schwimmen – aber nicht baden gehen.

Albstadt. "Alle haben sehr hart und engagiert trainiert. Deshalb hoffen wir auf ähnlich große Erfolge wie vor zwei Jahren in Düsseldorf", sagt Frank Hipp. Er gehört zum Trainer-Team für die fünf Athleten des "Club Handicap Albstadt", die bei den nationalen Spielen der "Special Olympics" – sie finden alle zwei Jahre statt – an den Start gehen: Stefan Blickle, Markus Fischer, Patrick Frisch, Ingo Keinath, Marc Schmiauke und Andreas Wolf sind vom 6. bis 10. Juni in Hannover dabei. Begleitet werden sie von Evi Calic, Roland Bäder sowie von Petra und Michael Ströbel.

Schon vor zwei Jahren in Düsseldorf und vor vier Jahren in München hatten die Schwimmer des "Club Handicap" Medaillen abgeräumt – sogar goldene. Mit einer Teilnahme an den Weltspielen – zuletzt 2015 in Los Angeles – hat es dennoch bisher nicht geklappt, denn nur fünf Deutsche durften damals in den USA dabei sein. Wer starten darf, bestimmt freilich nicht nur der sportliche Erfolg, sondern letztlich das Los.

Doch die Albstädter bleiben dran, zumal schon die nationalen Spiele für sie immer ein tolles Erlebnis sind: "Die Eröffnungsfeier ist gigantisch", schwärmen sie. In München waren Fußballer-Legende Paul Breitner und der damalige Oberbürgermeister Christian Ude dabei gewesen, in Düsseldorf waren es Ministerpräsidentin Hannelore Kraft und Timo Boll, der bisher erfolgreichste deutsche Tischtennisspieler. Diesmal, in Hannover, wird Per Mertesacker erwartet, der 2014 mit der deutschen Nationalmannschaft Fußball-Weltmeister wurde. Die Albstädter freuen sich riesig darauf: "Das gibt der Eröffnung nochmal mehr Bedeutung."

Auf das Treppchen dürfen nach den Rennen nicht nur die ersten drei Platzierten, sondern noch fünf weitere "Sieger" – denn solche sind alle Teilnehmer. "Alle werden bejubelt und für alle wird eine Fanfare gespielt", berichtet Hipp, der selbst schon dabei war. "Das Leitmotiv lautet: ›Jeder ist ein Held‹."

Natürlich wollen die Athleten und ihre Betreuer auch diesmal die Gelegenheit nutzen, die Stadt kennenzulernen, und wenigstens die nähere Umgebung der Sportstätten und des Hotels erkunden. Ein ausgiebiges Nachtleben fällt allerdings flach, zumal Hannover dafür ohnehin nicht gerade berühmt ist: Nach einem langen, anstrengenden Tag in der Schwimmhalle gehen die Albstädter lieber noch gut essen.

Finanzieren werden sie ihre Reise mit Hilfe von Spenden, und weil der "Club Handicap" selbst schon regionale Wettkämpfe ausgetragen hat, muss er nicht ganz so viel für die Teilnahme berappen. Außerdem besteht laut Frank Hipp die Hoffnung, dass die Aktion Mensch im Nachhinein einen Zuschuss gibt.

Zum ersten Mal sind die Athleten übrigens von einem Oberbürgermeister persönlich verabschiedet worden: Klaus Konzelmann hat sie beim letzten Schwimm-Training mit Trainerin Anke von Berg besucht und ihnen Albstadt-Tassen – gut gefüllte, wohlgemerkt – mitgebracht: Schokolade liefert bekanntlich Kohlenhydrate, und davon brauchen die Teilnehmer jede Menge, wenn sie den anderen Mitstreitern davonschwimmen wollen. "Wir alle in Albstadt drücken Euch ganz fest die Daumen, dass Ihr gute Platzierungen holt und viel Spaß habt", sagte Konzelmann und dankte den Schwimmern dafür, dass sie durch ihren Einsatz auch Albstadt auf Bundesebene vertreten – mutmaßlich erfolgreich.