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Albstadt Die Graswüsten sind tödlich

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Die Kinder nahmen Insekten unter die Lupe. Foto: Schwarzwälder-Bote

Um 80 Prozent ist die Population der Insekten zurückgegangen – alarmierend. Allerdings ging es nicht nur darum beim Infonachmittag über artenreiche Wiesen.

Albstadt-Burgfelden. Sie haben Vorzeigecharakter, die Wiesen rund um den Heersberg bis zum Böllat: Dort wachsen rund 20 Pflanzen auf einem Quadratmeter, wie die Teilnehmer des Infonachmittags erfahren haben, den das Umweltamt des Landkreises veranstaltet hat.

Am Böllat, beim Wiesenfest, dankte Matthias Frankenberg, der Erste Landesbeamte, dem Heimatverein "Schdoale Gratzer", die für das leibliche Wohl sorgten, allen voran der Vorsitzenden Birgit Bitzer für die Organisation und ihrem Mann Norbert, auf dessen Wiese die Teilnehmer unterwegs waren. Martin Engelhardt vom Regierungspräsidium Tübingen bestimmte Blumen und wies darauf hin, dass die Insektenpopulation um 80 Prozent zurückgegangen sei, weil "Graswüsten" Hochkonjunktur hätten. Jede Pflanzenart mehr sei ein großer Schritt, jede weniger ein Einschnitt.

Bitzers Wiesen freilich haben Bilderbuch-Charakter. Der Biologe Wilfried Löderbusch war durchweg begeistert und beglückwünschte den Burgfeldener zu dessen vorbildlicher biologischer Düngung, die eine große Artenvielfalt ermögliche. Am Bodensee stünden gerade mal sechs bis acht Pflanzen pro Quadratmeter bei viermaliger Düngung.

Da Pflanzen nicht wegrennen können, entwickelten sie Strategien zum Eigenschutz: Sie schmecken schlecht, haben Stacheln oder Dornen, sind giftig oder wachsen schnell, denn nur dann hätten sie eine Chance. Bei jeder Mahd, egal ob auf der Wiese oder im Garten, werde ein Wiesenleben zerstört, so Löderbusch. Beim Wiesenumbruch werde gar alles Leben von der Wurzel her ruiniert.

Jeder Wiesen- und Gartenbesitzer könne Gutes tun, blühende heimische Pflanzen möglichst lange stehen lassen und heimische Blumenmischungen, wie jene von Rieger und Hoffmann, aussäen – die "Mössinger Mischung" hingegen habe sich in puncto Artenvielfalt als nutzlos erwiesen.

Der Mensch braucht die Natur – sie braucht ihn nicht

Die Primel etwa macht laut Löderbusch nur noch fünf Prozent aus, darum stehe sie unter Artenschutz. Bei den Insekten etwa stehe die Schneckenhaus-Mauerbiene auf der Roten Liste. Damit das Ökosystem funktioniert, bedürfe es möglichst vieler Pflanzen und Tiere. Kippe es, werde der Mensch der Leidtragende sein, denn er brauche die Natur – nicht umgekehrt.

Mit Aesops Fabel vom Fuchs und Storch machte der Biologe deutlich, dass sich jedes Insekt und sonstige Tier auf ein Nahrungsspektrum spezialisiert habe – etwa auf jene seltene Sonnenröschenart, die an steilen, unzugänglichen Felswänden am Böllat und sogar auf dem Fels wächst, sonst aber nur noch in Küssaberg und auf dem Lochen. Weil Felsen geschützte Biotope seien, an deren Wänden auch Fledermäuse überwintern, könne Silvesterknallerei am Böllat künftig geahndet werden, betonte Löderbusch.

Um die Sonnenröschen zu schützen, soll am Böllat künftig eine Weglenkung installiert werden. Weil die Blume sehr viel Licht braucht, sollen dort wenige Schwarzkiefern gefällt werden.

Am Infostand des Landratsamtes standen Naturschutzfachmann David Wiesenberger und Kreisökologin Anne Buhl Rede und Antwort und ließen Jung und Alt bei einem Natur-Quiz rätseln. Die Hornissen-Fachberater Horst Öhler und Helga Hertkorn zeigten Hornissennester und berichteten, dass die geschützten Wespen und Hornissen Jagd machen auf Stechmücke und Co. und niemals zweimal an der selben Stelle ihr Nest bauen.

Märchenerzählerin Sigrid Maute erfreute die jüngsten Teilnehmer im Märchenzelt, und bei Hannes Schurr, der mit dem Ökomobil "Donnerkeil" gekommen war, durften sie Insekten unter die Lupe nehmen.   Nähere Informationen zu geschützten Biotopen und rund um Artenschutz sind beim Landratsamt erhältlich.

 
 

Ihre Redaktion vor Ort Albstadt

Karina Eyrich

Fax: 07431 9364-51

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